Examensarbeit, 2007
105 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Quellen- und Forschungsbasis
III. Bayerische Schritte auf dem Weg ins Bismarckreich
1. Die bayerische Außenpolitik im Vorfeld des Krieges von 1866
1.1 Die Grundstruktur der bayerischen Außenpolitik vor 1866
1.2 Bayerns Rolle bei der Gasteiner Konvention 1865
1.2.1 Die Haltung Bayerns in der Schleswig-Holstein-Frage
1.2.2 Die bayerische Politik gegenüber Österreich
1.2.3 Die Wende in der bayerischen Politik: Annäherung an Preußen
1.2.4 Bewertung der Politik Bayerns im Hinblick auf Gastein
1.3 Die bayerische Außenpolitik zwischen dem Gasteiner Vertrag und dem Ausbruch des deutsch-deutschen Krieges
1.3.1 Das Verhältnis zu Österreich
1.3.2 Die Beziehung zu Preußen
1.3.3 Bayern am Vorabend des Krieges zwischen den Großmächten
2. Bayerns Rolle im deutsch-deutschen Krieg von 1866
2.1 Bayerns Stellung bei Kriegsausbruch
2.2 Bayern im Krieg des Jahres 1866
2.3 Konsequenzen für Bayern aus der Niederlage
2.3.1 Die Friedensverhandlungen mit Preußen
2.3.2 Die Entlassung des bayerischen leitenden Ministers von der Pfordten
3. Zur Bewertung der Politik von der Pfordtens
4. Zur deutschen Politik des Fürsten Hohenlohe-Schillingsfürst
4.1 Grundsätzliche Tendenzen und Probleme in der deutschen Politik Hohenlohes
4.2 Angleichungen an Preußen im militärischen Bereich
4.3 Hohenlohes Bundpläne
4.3.1 Plan eines „weiteren Bundes“ zwischen den süddeutschen Mittelstaaten und dem Norddeutschen Bund
4.3.2 Das Südbundprojekt
4.4 Bayern und die Erneuerung des Zollvereins 1867
4.5 Zur Bewertung der Politik des Fürsten Hohenlohe
IV. Bayern im Angesicht des deutsch-französischen Krieges von 1870/71
1. Grundzüge der deutschen Politik Bray-Steinburgs
1.1 Zum Amtsantritt Bray-Steinburgs
1.2 Bray-Steinburg zwischen Preußen und Österreich
2. Entwicklungen im Vorfeld des deutsch-französischen Krieges 1870
2.1 Bayerns Rolle im Rahmen der sich zuspitzenden preußisch-französischen Auseinandersetzung
2.2 Bayern, der casus foederis und die Mobilmachung
2.3 Zur Diskussion um die Bewilligung der Kriegskredite im bayerischen Landtag
3. Bayerische Forderungen und preußische Zugeständnisse während des Krieges
V. Abschluss der Reichsgründung
1. Die Initiative Bayerns in der deutschen Frage
2. Die Münchner Vorverhandlungen im September 1870
3. Bismarcks Maßnahmen zur Beschleunigung der nationalen Einigung
4. Die Versailler Verträge
4.1 Verhandlungen und Unterzeichnung der Verträge durch Bayern
4.2 Zur Diskussion um die Ratifizierung der Verträge im bayerischen Landtag
5. Zur Kaiserfrage
5.1 Initiativen zur Lösung der Kaiserfrage
5.2 Der Kaiserbrief
6. Zur Bewertung der Geldzahlungen an Ludwig II.
7. Bayerns Stellung nach der neuen Reichsverfassung
VI. Bayern nach der Gründung des Deutschen Reiches: „Finis Bavariae“?
VII. Schluss
Die Arbeit analysiert die politischen Prozesse in Bayern während der Jahre 1866 bis 1871, um nachzuvollziehen, wie der Spielraum des Königreiches sukzessive beschnitten wurde, sodass letztlich keine Alternative zum Eintritt in das Deutsche Reich bestand.
1.2.3 Die Wende in der bayerischen Politik: Annäherung an Preußen
Unter anderem aufgrund dieser zwiespältigen Politik Österreichs, das den Mittelstaaten angesichts einer immer engeren Zusammenarbeit mit Preußen die politischen Einflussmöglichkeiten entzog und sie damit zu bloßen Statisten in der deutschen Politik machte, fühlte sich der leitende Minister Bayerns gezwungen, die Zusammenarbeit mit Österreich zu lockern und einen Kurs zugunsten einer graduellen Annäherung an Bismarck einzuschlagen. Zwar brach er nicht vollständig mit Österreich – er warb bei den österreichischen Vertretern weiterhin für eine gemeinsame Linie gegen die möglicherweise bevorstehende gewaltsame Besetzung der Elbherzogtümer durch Preußen –, doch in der Erwartung, dass Österreich allein nicht die Souveränität Bayerns sichern könne, schreckte von der Pfordten auch nicht mehr vor einer Kooperation mit Bismarck zurück.
I. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den schrittweisen Reichsgründungsprozess und die Frage nach dem Erhalt der bayerischen Souveränität unter Ludwig II.
II. Quellen- und Forschungsbasis: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die verfügbaren Quellensammlungen wie die Bismarcks sowie die relevante Forschungsliteratur zur bayerischen Geschichte.
III. Bayerische Schritte auf dem Weg ins Bismarckreich: Die Analyse der Außenpolitik von 1866 beleuchtet das Scheitern der Triaspolitik und die resultierende Annäherung an Preußen.
IV. Bayern im Angesicht des deutsch-französischen Krieges von 1870/71: Hier werden die politischen Entwicklungen unter Bray-Steinburg im Vorfeld und während des Krieges von 1870/71 untersucht.
V. Abschluss der Reichsgründung: Der Prozess der Vertragsverhandlungen, die Kaiserfrage und die Ratifizierung der Verträge im Landtag bilden den inhaltlichen Schwerpunkt.
VI. Bayern nach der Gründung des Deutschen Reiches: „Finis Bavariae“?: Ein kritisches Resümee über den Souveränitätsverlust und die Sonderstellung Bayerns im neuen Reich.
VII. Schluss: Zusammenfassung der Faktoren, die Bayern trotz Partikularismus in die Abhängigkeit von Preußen und schließlich in das Deutsche Reich führten.
Bayern, Reichsgründung, Ludwig II., Bismarck, Preußen, Österreich, Souveränität, von der Pfordten, Hohenlohe, Bray-Steinburg, Zollverein, Schutz- und Trutzbündnis, Versailler Verträge, Kaiserfrage, 1870/71
Die Arbeit untersucht, wie das Königreich Bayern in den Jahren zwischen 1866 und 1871 politisch in den Sog Preußens geriet und schließlich gezwungen war, dem Deutschen Reich beizutreten.
Zentrale Themen sind die bayerische Außenpolitik, das Scheitern der großdeutschen Lösung, die ökonomische und politische Integration Bayerns in preußische Strukturen sowie die Rolle König Ludwigs II.
Die Arbeit analysiert, ob die bayerische Regierung Möglichkeiten hatte, ihre Souveränität zu bewahren, oder ob der Beitritt zum Reich aufgrund der politischen Zwänge alternativlos war.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer breiten Auswertung von zeitgenössischen Quellen, diplomatischen Berichten, Protokollen des Landtages sowie einschlägiger Forschungsliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Außenpolitik von 1866, die Rolle Bayerns im deutsch-deutschen Krieg, die Politik unter Hohenlohe und Bray-Steinburg sowie den eigentlichen Reichsgründungsprozess 1870/71.
Die wichtigsten Begriffe sind Bayern, Reichsgründung, Bismarck, Souveränität, Ludwig II., Triaspolitik, Zollverein und Versailler Verträge.
Obwohl Ludwig II. ein Gegner der Souveränitätseinbußen war, wurde er durch das politische Umfeld und die Handlungen seiner Minister de facto vor vollendete Tatsachen gestellt, wobei er am Ende der Ausstellung des Kaiserbriefes und der Ratifizierung zustimmte.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Zahlungen nicht der "Kaufpreis" für den Beitritt Bayerns waren, sondern lediglich eine Erleichterung darstellten, da die objektiven politischen Zwänge Bayern ohnehin zum Beitritt drängten.
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