Diplomarbeit, 2004
116 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Zur Jugend im Kontext der heutigen Gesellschaft
2.1 Jugendalter und Jugendphase
2.2 Pubertät und Adoleszenz
2.3 Entwicklungsaufgaben
2.4 Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung
2.5 Jugendkulturen und Subkulturen
2.6 peer groups
3. Aggression und Gewalt als Formen abweichenden Verhaltens
3.1 Zur Diskussion der Begriffe: abweichendes Verhalten, Aggression und Gewalt
3.1.1 Abweichendes Verhalten
3.1.2 Aggression
3.1.3 Gewalt
3.2 Formen der Gewalt
3.2.1 Strukturelle Gewalt
3.2.2 Personale Gewalt
3.2.2.1 Psychische Gewalt
3.2.2.2 Physische Gewalt
3.3 Zu Statistiken der Jugendkriminalität und Reaktionen der Gesellschaft
3.3.1 Statistiken zur Jugendkriminalität
3.3.2 Exkurs zur Strafmündigkeit in Deutschland
3.3.3 Kritik am Prinzip der Strafe
4. Jugendliche Gewalt als Folge der Sozialisationsinstanzen
4.1 Bedeutung und Einfluß der Sozialisationsinstanzen
4.1.1 Familie
4.1.2 Schule
4.1.3 peer groups
4.1.4 Medien
4.1.5 Gesellschaft
4.2 Theorien abweichenden Verhaltens
4.2.1 Anomietheorie
4.2.2 Subkulturtheorie
4.2.3 Theorien differentiellen Lernens
4.2.4. Labeling Approach
4.3 Kreislauf der Gewalt
5. Resümee
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die theoretische Auseinandersetzung mit der Entstehung von Jugendgewalt unter der zentralen Forschungsfrage, ob jugendliche Täter primär Opfer ihrer Sozialisationsbedingungen sind und in einem Kreislauf der Gewalt gefangen sind.
3.1.1 Abweichendes Verhalten
„Unter abweichendem Verhalten sind alle diejenigen Verhaltensweisen und Handlungen zu verstehen, die nicht übereinstimmen mit den als konform angesehenen Erwartungen anderer Personen, Gruppen, Institutionen und schließlich der Gesellschaft. Statt von abweichendem spricht man auch von deviantem Verhalten (von lat. Devianz, Abweichung)“. (SCHÄFERS 2001, S. 175)
Verhaltensweisen werden von den Mitgliedern einer Gesellschaft beurteilt. Dabei kann ein und dieselbe Handlung vom gegenüber unterschiedlich bewertet und definiert werden. Die Mehrheit kann dieses Verhalten als abweichend, dagegen eine Minderheit als angemessen deuten. Der Prozeß, der bestimmt, ob jemand abweicht oder nicht, wird von der Majorität in Abhängigkeit der gesellschaftlich existierenden Werte und Normen gesteuert und weitergegeben. (vgl. WURR 1993, S. 7)
HURRELMANN (1997, S. 200) versteht unter abweichendem Verhalten alle sozial unerwünschten und normverletzenden Handlungsweisen ohne rechtliche Strafbarkeit. Kriminelles oder auch delinquentes Verhalten wird dagegen strafrechtlich verfolgt und stellt deviante Formen der Problemverarbeitung (ebd.) und Formen der biographischen Lebensbewältigung dar (vgl. BÖHNISCH 1997, S. 168).
Um ein gewünschtes Verhalten, also ein nicht abweichendes Verhalten zu erzielen, werden bei Verstößen gegen allgemeingeltende Regeln und Normen Sanktionen als Instrumente sozialer Kontrolle erteilt. Wie das Verhalten bewertet wird und ob Sanktionen erteilt werden, hängen im wesentlichen von der Häufigkeit der Abweichungen, dem Alter, der Schichtzugehörigkeit, der sozialen Umstände, in denen der Jugendliche lebt, oder auch dem Kontext, in dem die abweichende Handlung steht, ab. (vgl. SCHÄFERS 2001, S. 175 ff)
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob jugendliche Täter Opfer ihrer Sozialisation sind und wie pädagogische Wissenschaft Konzepte gegen Gewalt entwickeln kann.
2. Zur Jugend im Kontext der heutigen Gesellschaft: Dieses Kapitel definiert die Jugendphase und deren Entwicklungsaufgaben unter den Bedingungen von Individualisierung und Pluralisierung.
3. Aggression und Gewalt als Formen abweichenden Verhaltens: Es erfolgt eine theoretische Begriffsbestimmung von Gewalt und Aggression sowie eine Analyse von Kriminalstatistiken und Strafmündigkeit.
4. Jugendliche Gewalt als Folge der Sozialisationsinstanzen: Dies ist der Kern der Arbeit, in dem der Einfluss von Familie, Schule, Medien und Gesellschaft analysiert und mit soziologischen Theorien verknüpft wird.
5. Resümee: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse und Rückschlüsse auf die Ausgangsthese unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Verantwortung.
Jugendgewalt, Sozialisation, Abweichendes Verhalten, Identitätsentwicklung, Anomietheorie, Subkulturtheorie, Labeling Approach, Peer Groups, Kriminalstatistik, Prävention, Strafmündigkeit, Strukturelle Gewalt, Personale Gewalt, Sozialisationsinstanzen, Jugendkriminalität
Die Arbeit untersucht die theoretischen Hintergründe von Jugendgewalt und analysiert, ob Jugendliche als Täter zugleich Opfer ihrer Sozialisationsbedingungen innerhalb unserer heutigen Gesellschaft sind.
Die zentralen Felder umfassen die Entwicklungspsychologie des Jugendalters, die Definition und Klassifizierung von Gewalt, die Rolle der wichtigsten Sozialisationsinstanzen sowie die kritische Reflexion des aktuellen Jugendstrafrechts.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob jugendliche Gewalttäter lediglich Produkte ihrer Sozialisation sind, die in einem Kreislauf der Gewalt gefangen sind, und welche gesellschaftlichen Prozesse zu diesem abweichenden Verhalten führen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und kritischen Betrachtung der Fachliteratur zu Jugend, Gewalt und Sozialisation sowie einer Analyse polizeilicher Kriminalstatistiken.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Einflüssen von Familie, Schule, Peer Groups, Medien und Gesellschaft sowie der Analyse soziologischer Theorien, um die Entstehung von abweichendem Verhalten bei Jugendlichen zu erklären.
Wichtige Begriffe sind Sozialisationsinstanzen, Anomietheorie, Labeling Approach, strukturelle versus personale Gewalt sowie die Problematik des Jugendstrafvollzugs.
Die Autorin steht dem Ruf nach härteren Strafen skeptisch gegenüber und verweist darauf, dass dies bei Jugendlichen oft kontraproduktiv wirkt und lediglich zu weiterer Stigmatisierung und einer Verfestigung krimineller Karrieren führt.
Die Familie gilt als die wichtigste Sozialisationsinstanz. Die Autorin zeigt auf, dass innerfamiliäre Gewalterfahrungen und eine mangelhafte Eltern-Kind-Beziehung das Risiko signifikant erhöhen, dass Jugendliche später selbst zu Tätern werden.
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