Magisterarbeit, 2007
68 Seiten, Note: 1,1
I. EINLEITUNG
II. HAUPTTEIL
II.1. Grundlagen der Interpretation
1. Rationalität
2. Logik
3. Begriffe
4. Grund und Struktur der Wirklichkeit
5. Vollkommenheit
6. Compossibilität
7. Der Panlogismus und seine Prämissen
8. Die Logik als immanenter Maßstab zur Beurteilung des Systems
9. Weitere interpretative Ansätze
II.2. Die Substanz an sich
1. Von der Vielheit zu vielen Einfachen
2. Die geschlossene Substanz „Monade“
3. Die in ihren Eigenschaften veränderliche Monade
4. Veränderung, Kontinuität und Perzeption
5. Perzeption und Appetition als Momente der permanenten Tätigkeit der Monade
6. Die Monade als Prinzip ihrer eigenen Individuation
7. Verschiedene Zugangsweisen zum Konzept der Monade
1. Die Monade als Begriff
2. Die Monade als Kraftsubjekt
3. Die Monade als Geist
II.3. Die logisch-ontologische Ebene
1. Von der Metaphysik zu den Phänomenen
1. Die Ordnung des Universums auf zwei Ebenen
2. Die Schöpfung
a) Creatio continuata
b) Die Schöpfung als Paradoxie?
3. Perzeptionen als Repräsentation des Universums
a) Der konkrete Gehalt der Perzeptionen und die Individuation der Monaden
b) Definition des Begriffs „Perzeption“ nach Gurwitsch
2. Eine mathematische Metapher zur Illustration der formalen Verhältnisse, die zwischen den Monaden und Gott bestehen
3. Die Monade als System
1. Perzeptionen als vereinzelte Eigenschaften der tätigen Substanz
2. Die Monade als Einheit ihrer finalkausal determinierten Perzeptionen
4. Das System der Monaden
1. Universelle und prästabilierte Harmonie
2. Die systematische Einheit einer Welt und die substantielle Einheit einer Monade
3. Die einzelnen Monaden und ihre Körper
4. Unendlichkeit
5. Kontingente und notwendige Wahrheit
II.4. Das lebendige Universum
1. Lebewesen
2. Typologie der Monaden
3. Perzeptionen
1. Hierarchie der Perzeptionen
2. Der Irrtum als Paradoxie?
4. Hierarchie der Monaden
5. Handeln und Leiden der Monaden
1. Monadeninternes Handeln und Leiden
2. Interaktion der Monaden − Handeln und Leiden als relative Begriffe
3. Handeln als Ausdruck von Vollkommenheit
6. Gott als Urmonade
III. SCHLUSS
1. Die Individuation der Monade
2. Leibniz und die Geschichte des Idealismus
Die vorliegende Arbeit untersucht das Problem der Individuation der Monade innerhalb des metaphysischen Systems von G.W. Leibniz. Das zentrale Ziel besteht darin, die These zu bestätigen, dass jedes Individuum durch seinen gesamten Seinsgehalt individuiert ist und sich als eine Folge von Zuständen, den sogenannten Perzeptionen, entfaltet, um auf diese Weise das harmonische Gesamtkonzept des Leibnizschen Idealismus zu erläutern.
II.2.7.1. Die Monade als Begriff
Der begriffslogische Zugang zum Substanzbegriff ist der systematisch aufschlussreichste. Gemäß der panlogistischen Interpretation etabliert Leibniz in seinem System die Äquivalenz zwischen Logik und Ontologie, so dass alle Wirklichkeit und Möglichkeit logischen Begriffen entspricht. Nun genügen Begriffe allerdings dem Anspruch der Substanzialität nicht unbedingt: Theoretisch kann eine ganze Welt einem einfachen Begriff entsprechen. Doch tatsächlich realisiert Gott im Interesse der Vollkommenheit ein vielheitliches Universum. Sobald allerdings mehrere Begriffe in einem Universum realisiert sind, enthalten diese auch mehrere Komponenten, da sie in Gottes Denken logisch aufeinander bezogen sind. Das heißt, dass die Welt nicht bloß mehreren einfachen Begriffen entsprechen kann.
Den Status der individuellen Substanz können aber grundsätzlich nur diejenigen Begriffe haben, die vollständig bestimmt sind, so dass sie dem Prinzip der Identität des Ununterscheidbaren entsprechend nicht mehreren Individuen als deren Bestimmungen zukommen können. Diese vollständigen Begriffe enthalten daher keinerlei Unbestimmtheiten, was umgekehrt heißt, dass sie maximal bestimmt sind, da ihnen keine Bestimmungen sinnvoll hinzugefügt werden können. Aufgrund ihrer Eigenschaft auf jeweils ein konkretes Individuum zuzutreffen, bezeichnet man diese Begriffe auch als Individualbegriffe.
II.1. Grundlagen der Interpretation: Dieses Kapitel erläutert die methodischen und philosophischen Voraussetzungen, wie Rationalität und Logik, die für das Verständnis des Leibnizschen Systems grundlegend sind.
II.2. Die Substanz an sich: Hier wird der Begriff der Monade als individuelle, geschlossene Substanz eingeführt, die durch ihre interne Tätigkeit, die Perzeption, ihre eigene Individuation vollzieht.
II.3. Die logisch-ontologische Ebene: Dieses Kapitel untersucht, wie aus dem System der Monaden die phänomenale Welt konstituiert wird, unter anderem durch Konzepte wie die prästabilierte Harmonie und die unendliche Anzahl der Monaden.
II.4. Das lebendige Universum: Hier wird die lebendige Natur der Monaden erörtert, eine Typologie von einfachen Monaden über Seelen bis hin zu Geistern erstellt und die scheinbare Interaktion der Monaden als Ausdruck ihrer Vollkommenheit gedeutet.
Monade, Individuation, Leibniz, Perzeption, Substanz, Harmonie, Rationalität, Panlogismus, Appetition, Idealismus, Vollkommenheit, Schöpfung, Geister, Logik, Ontologie
Die Arbeit analysiert, wie Leibniz die Einzigartigkeit eines Individuums (Individuation) innerhalb seines philosophischen Systems der Monaden erklärt.
Im Fokus stehen die logischen Strukturen der Welt, die Konstitution der Monade als Substanz, ihre Wahrnehmungsfähigkeit (Perzeption) und ihr Platz in einem harmonischen, durch Gott erschaffenen System.
Das Ziel ist der Nachweis, dass Leibniz' These, jedes Individuum sei durch seinen gesamten Seinsgehalt individuiert, auch in seiner reifen Philosophie Bestand hat.
Der Autor nutzt eine rationalistisch-panlogistische Rekonstruktion des Systems, gestützt auf die Interpretation der Leibniz-Texte und unter Einbeziehung prominenter Forschungsbeiträge (wie etwa von Aron Gurwitsch und Klaus Erich Kaehler).
Der Hauptteil gliedert sich in vier Abschnitte: die Grundlagen der Interpretation, die Substanz an sich (Monade), die logisch-ontologische Ebene des Systems und das lebendige Universum inklusive einer Typologie der Monaden.
Neben dem zentralen Begriff der "Monade" sind "Individuation", "Perzeption", "Substanz", "Harmonie" und "Rationalität" die prägenden Konzepte.
Dies geschieht durch die "prästabilierte Harmonie", die besagt, dass Gott die Welt von Anfang an so eingerichtet hat, dass die Perzeptionen der verschiedenen Monaden harmonisch korrespondieren, ohne dass ein physischer Einfluss stattfindet.
Der Irrtum wird als unvermeidliche Folge der perspektivischen Begrenztheit eines geschaffenen Wesens erklärt und ist somit kein Fehler im System, sondern ein notwendiger Bestandteil der endlichen Sichtweise innerhalb der vollkommenen göttlichen Ordnung.
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