Fachbuch, 2007
151 Seiten
1. Einleitung
2. Historie
3. Venopathie und Hominisation
4. Anatomie und Funktion der venösen Muskelpumpe in den unteren Extremitäten
5. Zum venösen System in den unteren Extremitäten
6. Morphologie der venösen Gefässwand
7. Endothel der Extremitätenvenen
8. Morphologie des subendothelialen Raumes
9. Zum kollagenen Fasergerüst der Venenwand
10. Pathogenese und Pathophysiologie der chronischen venösen Insuffizienz - CVI
11. Pathogenese und Formen der Varikosis
12. Zur Ödementstehung in den unteren Extremitäten
13. Venöse Hämodynamik der unteren Körperregion
14. Grundlagen zur photoradiometrischen Volumen - Plethysmographie
15. Methodik der optischen Bestimmung von Abfluss - Störungen in den unteren Extremitäten
16. Anforderung und Konzeption des IrRR – Transducers
17. Entstehung und Generierung der IrRR - Signale
18. LRR - Messwert Interpretation
19. Determination und Interpretation von IrRR - Flächenintegralen
20. Grundlagen zur Makro- und Mikrozirkulation
21. Formanalytische Betrachtung der Pulsdruckwelle
22. Akustisch evozierte Prüfung der terminalen Strombahn
23. ABI - Knöchel-Arm-Index und dessen Bestimmung
24. Mathematische Grundlagen des MABPDET©- Verfahren
25. Noninvasive Bestimmung des absoluten Venendrucks
26. Winkelbestimmung des Fussgelenkes während der IrRR
27. Wadenumfang & Volumenimpedanz vs. Dorsalextension
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Möglichkeiten der funktionellen Diagnostik bei venösen Zu- und Abflussstörungen in den unteren Extremitäten durch die Zusammenführung von Physiologie, Hämodynamik und Technik zu verbessern und zu erweitern. Dabei wird insbesondere untersucht, wie mathematische und graphische Erweiterungen sowie zusätzliche Sensorik den diagnostischen Stellenwert des LRR-Verfahrens erhöhen können.
4. Anatomie und Funktion der venösen Muskelpumpe in den unteren Extremitäten
Während die in der Tiefe des Körpers verlaufenden Venen fast immer als sog. Begleitvenen die entsprechenden Arterien flankieren, bilden die Venen der Oberfläche, die sog. extrafaszialen Venen, in mehreren Etagen angeordnete Netze, deren oberste und kaliberstärksten Anteile deutlich durch die Haut schimmern. Dies lässt sich durch Erzeugen einer geringen Stauung noch beträchtlich intensivieren, wovon in der täglichen Praxis ständig Gebrauch gemacht wird. Die Venen der unteren Extremitäten werden, verglichen mit denen der Arme, wesentlich stärker mechanisch belastet, schon allein deswegen, weil sie bis zu 150 cm unter Herzniveau liegen und infolgedessen hier dem venösen Rückstrom wesentlich höhere Kräfte entgegenstehen, als dies im Arm der Fall ist. Die Extremitätenfaszie trennt die oberflächlichen selbstständigen Venennetze vom tiefen, vorwiegend der Muskulatur zugeordneten Venensystem, in dessen Leitvenen letztlich auch die Venen der Oberfläche drainiert werden.
Für den venösen Rückstrom, gerade aus den unteren Extremitäten, spielt die Funktionstüchtigkeit der Klappen, die sog. Gelenkmuskelpumpe, die Verbindungen der oberflächlichen mit den tiefen Venen und der Einbau der Venen in ihre Umgebung mit Hilfe des straffen kollagenen Fasergerüsts ihrer Adventitia, eine entscheidende Rolle. Daneben werden Mechanismen, wie die atembedingten Druckunterschiede zwischen Brust- und Bauchraum oder die Sogwirkung der Kammerdiastole auf Vorhöfe und herznahe Venenstämme, wirksam. Die in diesem Zusammenhang immer wieder genannte „arteriovenöse Kopplung“, d.h. die Einscheidung von Begleitvenen und Arterie in eine gemeinsame undehnbare bindegewebige Hülle, wodurch sich die Druckpulswelle auf die anliegenden Venen übertragen sollte, spielt – wenn überhaupt – nur eine unwesentliche Rolle.
1. Einleitung: Beschreibt die historische Relevanz von Venopathien und ordnet die chronische venöse Insuffizienz als medizinisches Problem ein.
2. Historie: Gibt einen geschichtlichen Überblick über die Lehre vom Blutkreislauf, insbesondere ausgehend von den Arbeiten William Harveys.
3. Venopathie und Hominisation: Beleuchtet den evolutionären Aspekt der aufrechten Haltung und deren Belastung für das venöse System des Menschen.
4. Anatomie und Funktion der venösen Muskelpumpe in den unteren Extremitäten: Erläutert die anatomischen Gegebenheiten und die mechanischen Funktionsweisen der venösen Muskelpumpe am Bein.
5. Zum venösen System in den unteren Extremitäten: Definiert das anatomische Substrat des Niederdrucksystems von den Kapillaren bis zum rechten Herzvorhof.
6. Morphologie der venösen Gefässwand: Analysiert den Wandbau der Venen und deren bindegewebige Konstruktionselemente im Vergleich zu Arterien.
7. Endothel der Extremitätenvenen: Untersucht die Beschaffenheit des Endothels und dessen spezifische Zellstrukturen in den Extremitätenvenen.
8. Morphologie des subendothelialen Raumes: Erörtert die Bedeutung der subendothelialen Strukturen für die Biomechanik und den Stofftransport.
9. Zum kollagenen Fasergerüst der Venenwand: Detailliert die Zusammensetzung und Funktion des kollagenen Netzwerks in der Venenwand.
10. Pathogenese und Pathophysiologie der chronischen venösen Insuffizienz - CVI: Erläutert das Krankheitsbild der CVI und die zugrunde liegenden Störungen des Blutrückflusses.
11. Pathogenese und Formen der Varikosis: Behandelt die Ursachen und Erscheinungsformen der Varikosis unter Berücksichtigung genetischer und mechanischer Faktoren.
12. Zur Ödementstehung in den unteren Extremitäten: Analysiert die Mechanismen, die zu Ödemen als Folge gestörter Abflussverhältnisse führen.
13. Venöse Hämodynamik der unteren Körperregion: Beschreibt die hämodynamischen Druckverhältnisse im venösen System unter dem Einfluss der Gravitation.
14. Grundlagen zur photoradiometrischen Volumen - Plethysmographie: Führt in die physikalischen Grundlagen des photoradiometrischen Verfahrens zur Perfusionmessung ein.
15. Methodik der optischen Bestimmung von Abfluss - Störungen in den unteren Extremitäten: Beschreibt die praktische Durchführung des LRR- bzw. IrRR-Verfahrens am Patienten.
16. Anforderung und Konzeption des IrRR – Transducers: Spezifiziert die technischen Anforderungen an den Infrarot-Transducer.
17. Entstehung und Generierung der IrRR - Signale: Erläutert das Zustandekommen der optischen Signale und deren Signalaufbereitung.
18. LRR - Messwert Interpretation: Diskutiert die diagnostische Interpretation der LRR-Kurvenverläufe und deren Grenzen.
19. Determination und Interpretation von IrRR - Flächenintegralen: Stellt die rechnerische Auswertung der Flächenintegrale zur erweiterten Diagnostik vor.
20. Grundlagen zur Makro- und Mikrozirkulation: Definiert die anatomischen und funktionellen Bereiche der terminalen Strombahn.
21. Formanalytische Betrachtung der Pulsdruckwelle: Analysiert die morphologische Form der Pulsdruckwelle als diagnostischen Parameter.
22. Akustisch evozierte Prüfung der terminalen Strombahn: Beschreibt ein Verfahren zur Prüfung der vasomotorischen Reaktivität.
23. ABI - Knöchel-Arm-Index und dessen Bestimmung: Erläutert die Durchführung und Bedeutung der ABI-Messung als Basisdiagnostik.
24. Mathematische Grundlagen des MABPDET©- Verfahren: Umreißt das mathematische Verfahren zur indirekten Bestimmung des Blutdrucks.
25. Noninvasive Bestimmung des absoluten Venendrucks: Stellt ein Verfahren zur absoluten Druckmessung in oberflächlichen Venen vor.
26. Winkelbestimmung des Fussgelenkes während der IrRR: Erläutert die messtechnische Erfassung der Fussbewegung zur Synchronisierung der Messdaten.
27. Wadenumfang & Volumenimpedanz vs. Dorsalextension: Beschreibt Verfahren zur Messung von Umfangsänderungen und der Impedanz des Wadensegments.
Venen, Veneninsuffizienz, CVI, Varikosis, Muskelpumpe, IrRR, Photoplethysmographie, Hämodynamik, Mikrozirkulation, Pulsdruckwelle, ABI, Venendruck, Gewebeperfusion, Gefässmorphologie
Die Arbeit behandelt die Grundlagen der funktionellen Diagnostik bei venösen Abflussstörungen in den unteren Extremitäten, wobei der Fokus auf apparativen und mathematischen Erweiterungen der Infrarot-Remissions-Rheographie (IrRR) liegt.
Die Themen umfassen die Anatomie und Physiologie des venösen Systems, die Pathophysiologie der chronischen venösen Insuffizienz sowie moderne messtechnische Verfahren zur Erfassung von Durchblutungsparametern.
Das Ziel ist die signifikante Erhöhung der diagnostischen Aussagekraft von LRR-Untersuchungen durch die Integration mathematischer Flächenintegrale und zusätzlicher Sensorik für eine präzisere hämodynamische Beurteilung.
Es werden photoradiometrische Messmethoden (LRR/IrRR), Verfahren zur segmentalen Impedanzgraphie sowie mathematische Analysen von Pulsdruckwellen angewandt.
Der Hauptteil erstreckt sich von der morphologischen Beschreibung der Venenwände und des Endothels über die Pathogenese von Varizen bis hin zu spezifischen technischen Konzeptionen von Transducern und deren Anwendungsgebieten.
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem chronische venöse Insuffizienz, Muskelpumpe, IrRR, Pulsdruckwellenanalyse und ABI.
Der HIP ist der Punkt im venösen System, an dem sich der Druck beim Positionswechsel vom Liegen zum Stehen nicht ändert, und ist somit ein entscheidender Referenzpunkt für die Bewertung venöser Druckverhältnisse.
Im Gegensatz zu Standard-LRR-Systemen, die primär auf der Zeitmessung basieren, integriert das IrRR-Verfahren eine umfassende mathematische Flächenanalyse sowie die Messung der Grundremission, um den tatsächlichen hämodynamischen Status besser erfassen zu können.
Die noninvasive Bestimmung ermöglicht eine direkte Quantifizierung der venösen Druckbelastung in mmHg, was eine präzisere Beurteilung des Schweregrads venöser Abflussstörungen erlaubt als rein qualitative oder rein zeitbasierte Verfahren.
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