Masterarbeit, 2006
232 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Methoden und Aufbau der Arbeit
2.1 Methodenwahl und Darstellung
2.2 Gang der Untersuchung
2.2.1 Voraussetzungen, Vorwissen und Ausgangsfragestellungen
2.2.2 Untersuchungsverlauf
2.2.3 Methodik der Dokumentenanalyse, Interviewauswertung und Untersuchung der aktuellen Kurssituation
2.3 Darstellung der Schlüsselkategorie
3. Qigong - allgemeine Darstellung und historischer Kontext
3.1 Qigong und seine Grundlagen
3.2 Konzepte im Daoismus und in Traditioneller Chinesischer Medizin
3.3 Qigong im „alten“ China
3.4 Qigong im „modernen“ China
3.5 historische Situation von Qigong im Westen und besonders der BRD
4. Explorationsstudie
4.1 Dokumentenanalyse
4.1.1 Methode zur Erfassung der Bücher
4.1.2 Anzahl und Auflagen der Buchtitel
4.1.3 Erscheinungsjahre und Auflagenzahl
4.1.4 Beginn der Rezeption in der BRD
4.1.5 Autoren
4.1.6 Buchtitel und Aufmachung
4.1.7 Adressaten
4.1.8 Inhaltliche Ausrichtungen
4.1.9 Anpassung an westliche Rezipienten
4.2 Interviewauswertung
4.2.1 Ziele, Erwartungshaltungen, Inhalte und Methoden der Übungspraxis
4.2.2 Erfahrungen mit und Wirkungen von Qigong
4.2.3 Lernen und Lehren
4.2.4 Situation im heutigen China
4.2.5 Situation in der BRD
4.2.6 Ideologischer Hintergrund
4.3 Untersuchung der aktuellen Kurssituation
4.3.1 Kursangebote
4.3.2 Qigongvereinigungen und -gesellschaften
4.3.3 Qigonglehrer und Ausbildungen
4.3.4 Kongresse und Zeitschriften
4.4 Ergebnisse und Interpretation der Exploration
4.4.1 Allgemeine Wandlungsaspekte von Qigong
4.4.2 Ziele, Wirkungen und Anwendungsbereiche
4.4.3 Verbreitung
4.4.4 Qigongmethoden
4.4.5 Lehren und Lernen
4.4.6 Anpassung
4.4.7 Kritik an Qigongrezeption
4.4.8 Vergleich China und BRD
4.5 Interpretation von „Wandlung durch Übung“ als abstrakte Schlüsselkategorie
4.6 Resümee
Die vorliegende Explorationsstudie untersucht, wie und in welchem Umfang Qigong in der Bundesrepublik Deutschland rezipiert wurde und inwieweit sich die Übungsmethoden sowie der ideologische Kontext im Vergleich zur Praxis in China verändert haben. Das primäre Ziel der Arbeit ist es zu analysieren, was von den Qigong-Übungen im Westen angekommen ist, welche Bereiche identisch oder unterschiedlich gegenüber der chinesischen Tradition sind und welche Bedeutung religiöse oder philosophische Kontexte bei der Anpassung an westliche Zielgruppen spielen.
Die Methode der Grounded Theory
Die Methode der Grounded Theory wurde von Strauss und Glaser entwickelt als qualitative Methode der Sozialforschung. „Gegründet“ im Datenmaterial sollen Theorien entwickelt werden. Hierzu werden in wiederholten zirkulären Prozessen, an Texten bzw. Materialien Kategorien entdeckt und verknüpft, Hypothesen gebildet und wieder am Material selbst verifiziert. Im Prozess des „Theoretical sampling“ wird immer wieder nach geeignetem Material für eine Erweiterung der Perspektive bis zur so genannten Sättigung der Theorie gesucht, das heißt, dass genug Daten für die entwickelte Theorie ausgewertet werden, so dass die Theorie sowohl verifiziert als auch hinreichend komplex ist.
Eine hohe Selbstreflexivität des Untersuchers und eine fortlaufende Protokollierung des Untersuchungsverlaufs sollen den Prozess der Forschung transparent und nachvollziehbar machen. Induktion, Deduktion und Verifikation wechseln sich in zirkulären Prozessen ab und greifen ineinander. Ein Bündel von Methoden hilft, diesen komplexen Prozess zu strukturieren: Kodieren der Texte (offen, selektiv, axial), Heranziehen von Vergleichen, Fragen stellen, Hypothesen bilden, Beziehungen zwischen Kategorien entdecken, Schreiben von Memos, Erstellen von Diagrammen und Sortieren der Bezüge. Für die Theoriebildung zentral ist das Auffinden der „Schlüsselkategorie“ (core category); dies dient als zentrales Bindeglied, das die Theorieglieder zu einem System verknüpft (Strauss & Corbin, 1998, S. 146f).
Die Methoden sind als hilfreiche Leitlinien konzipiert und bilden kein starres Methodenschema. (Strauss, 1998, S. 32)
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsvorhaben dar, Qigong in der BRD wissenschaftlich zu explorieren, da hierzu bisher keine globalen Studien existierten.
2. Methoden und Aufbau der Arbeit: Hier wird die Entscheidung für die Grounded Theory als qualitative Forschungsmethode begründet und der methodische Gang der Untersuchung detailliert dargelegt.
3. Qigong - allgemeine Darstellung und historischer Kontext: Dieses Kapitel liefert die notwendigen theoretischen und geschichtlichen Grundlagen über Qigong, die Traditionelle Chinesische Medizin und die historischen Entwicklungslinien, um die spätere Rezeption im Westen einordnen zu können.
4. Explorationsstudie: Das Hauptkapitel präsentiert die Ergebnisse der Dokumentenanalyse von Büchern sowie die Erkenntnisse aus Experten- und Anwenderinterviews bezüglich der aktuellen Situation, Verbreitung und Anpassung von Qigong in der BRD.
Qigong, Rezeption, Bundesrepublik Deutschland, Grounded Theory, Traditionelle Chinesische Medizin, TCM, Wandlung, Lebenspflege, Yangsheng, Dokumentenanalyse, Interkulturelle Adaption, Gesundheit, Prävention, Übungspraxis
Die Arbeit exploriert die Verbreitung und Rezeption von Qigong in Deutschland und untersucht, welche kulturellen und methodischen Veränderungen durch die Übernahme in den Westen stattgefunden haben.
Das Ziel ist es, zu verstehen, was von der chinesischen Qigong-Praxis in der BRD angekommen ist und inwiefern sich die Methoden und Kontexte bei der Anpassung an westliche Gesellschaften gewandelt haben.
Die Autorin verwendet die Methode der „Grounded Theory“, um ein breites Datenmaterial aus Büchern und Interviews systematisch in Kategorien zu gliedern und theoriebildend zu interpretieren.
Zentrale Felder sind die Verbreitung über Buchpublikationen, die Rolle von Qigong-Lehrern, die Anpassung der Übungsmethoden an westliche Bedürfnisse sowie die Einbettung von Qigong in gesundheitspolitische Präventionssysteme.
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der Dokumentenanalyse von Qigong-Büchern und der Auswertung qualitativer Interviews mit Praktizierenden, Lehrern und Experten, um ein Bild der aktuellen deutschen Qigong-Situation zu zeichnen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie „Wandlung“ als Schlüsselkategorie, „Yangsheng“ (Lebenspflege), „Akkulturation“ sowie eine kritische Auseinandersetzung mit „Wissenschaftlichkeit“ und „Tradition“.
Während Qigong in China stark politisch reglementiert ist und staatlich auf „Gesundheitssport“ reduziert wurde, zeigt sich in der BRD eine große Vielfalt, die zunehmend durch Krankenkassen und ein wachsendes Interesse an fernöstlicher Spiritualität getrieben wird.
„Wandlung“ beschreibt sowohl den Prozess der persönlichen Veränderung durch das Üben als auch die notwendigen Anpassungen der Übermittlungspraxis an den westlichen Verständnishorizont.
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