Diplomarbeit, 2006
95 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Zum Begriff Freundschaft
2.1. Problemdarstellung der Freundschaftsdefinition
2.2. Definitionen von Freundschaft
2.3. Freundschaftsdefinition im Kindes- und Jugendalter
2.3.1. Stufenmodell nach Selman
2.3.2. Zum Freundschaftskonzept von Youniss
2.3.3. Zur Entwicklung des sozialen Verständnisses
3. Freundschaften im Kindes- und Jugendalter
3.1. Untersuchung von Valtin
3.1.2. Vorstellungen über einen guten Freund
3.1.1. Motive zur Freundschaft
3.1.3. Entstehung von Freundschaften
3.1.4. Zum Ende einer Freundschaft
3.1.5. Geschlechtsspezifische Unterschiede
3.1.6. Zum Freundschaftskonzept von Jugendlichen
3.2. Auswahlkriterien eines potentiellen Freundes
3.3. Kontaktstrategien
3.3.1. Individuelle Voraussetzungen
3.3.2. Zur Bedeutung des Umfelds
3.3.3. Kontaktaufnahme
3.4. Entfaltung von Freundschaften
3.4.1. Motivation von Freundschaften
3.4.2. Formen von Freundschaften
3.4.3. Entwicklung von Freundschaften
3.4.4. Konflikte in Freundschaften
3.4.5. Geschlechtsunterschiede in Freundschaften
3.4.5.1. Mädchenfreundschaften
3.4.5.2. Jungenfreundschaften
3.4.5.3. Mädchen- und Jungenfreundschaften im Vergleich
3.5. Zur Bedeutung von Freundschaft
3.5.1. Bedeutung von Freundschaft im Kindesalter
3.5.2. Bedeutung von Freundschaft im Jugendalter
4. Außenseiter – Abgelehnte Kinder und Jugendliche
4.1. Externalisierungs- und Internalisierungsprobleme
4.2. Externe und interne Ursachen von Ablehnung
4.3. Auswirkungen von Ablehnung
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Freundschaft im Kindes- und Jugendalter. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Rolle Freundschaftsbeziehungen für die sozial-kognitive Entwicklung, die Identitätsbildung und das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen spielen.
3.1.1. Motive zur Freundschaft
In der Untersuchung von Valtin (vgl. Valtin 1991, S.34ff) wurden die Kinder nach den Motiven gefragt, weshalb sie Freundschaften eingehen, beziehungsweise wofür ein Freund oder eine Freundin benötigt wird. Die fünfjährigen Kinder waren sich darin einig, dass ein Freund oder eine Freundin zum Spielen benötigt wird. Sie gehen Freundschaften ein, um jemanden zum Spielen zu haben, denn Spielen ist eine spezifisch kindliche Ausdrucks- und Kommunikationsform. Die Sechsjährigen fühlen sich ohne einen Freund allein und traurig und suchen sich daher einen meist gleichaltrigen Spielgefährten. Ihnen ist aber auch wichtig, dass der Freund dabei auf die eigenen Wünsche und Bedürfnisse eingeht. Auch die Achtjährigen brauchen einen Freund zum Spielen, einen Unterhalter oder Gesellschafter gegen Langeweile. Zusätzlich tritt in dieser Altersgruppe noch eine weitere Qualität eines Freundes in den Vordergrund. So nennen gerade Jungen das Motiv der Helferfunktion eines Freundes beim Kämpfen mit anderen oder bei den Hausaufgaben. Sowohl bei den Fünf- und Sechsjährigen als auch bei den Achtjährigen spielen emotionale Faktoren wie Sympathie bei den Motiven kaum eine Rolle.
Die zehnjährigen Kinder geben als Motive der Freundschaftsaufnahme an, dass sie ansonsten ganz alleine wären und einen Freund zum Spielen und als Helfer bei den Schularbeiten oder beim Aufräumen bräuchten. Außerdem sei der Freund auch ein intimer Vertrauter, der als Ratgeber fungiere. In dieser Altersgruppe werden die Freundschaftsmotive vielfältiger, so tritt erstmals auch ein Bedürfnis nach Austausch und emotionaler Unterstützung auf. Das Hauptmotiv bei den Zwölfjährigen eine Freundschaft einzugehen besteht darin, sich dem Freund anvertrauen zu können, wenn man ein Problem hat, ihm Geheimnisse zu erzählen und sicher sein zu können, dass er sie nicht verrät. Einen Freund zum Spielen und als Helfer wird eher zweitrangig. Ein Freund sollte als Gesprächspartner dienen, als Vertrauensperson, der seelischen Beistand in schwierigen Situationen leistet, aber auch als Komplize und Gefährte bei Normübertretungen und als Mittel gegen Langeweile. Bei den Zwölfjährigen tritt somit im Gegensatz zu den jüngeren Kindern die sprachliche Interaktion in den Vordergrund.
1. Einleitung: Darstellung der Bedeutung von sozialen Beziehungen und die Zielsetzung der Arbeit zur Analyse der Freundschaft im Kindes- und Jugendalter.
2. Zum Begriff Freundschaft: Erläuterung der Definitionsproblematik und theoretischer Konzepte, ergänzt durch Modelle von Selman und Youniss.
3. Freundschaften im Kindes- und Jugendalter: Detaillierte Analyse der Entstehung, Auswahlkriterien, Kontaktstrategien und geschlechtsspezifischen Ausprägungen von Freundschaften.
4. Außenseiter – Abgelehnte Kinder und Jugendliche: Untersuchung von Ursachen für soziale Ablehnung sowie deren psychische und soziale Auswirkungen auf Betroffene.
5. Fazit: Zusammenfassende Resümee über die essentielle Funktion von Freundschaften als Entwicklungsraum und Sozialisationsinstanz.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.
Freundschaft, Kindesalter, Jugendalter, Soziale Entwicklung, Peergroup, Clique, Sozialisation, Identitätsbildung, Kontaktstrategien, Selman, Youniss, Sozialpsychologie, Entwicklungspsychologie, Außenseiter, soziale Unterstützung.
Die Arbeit analysiert die Bedeutung von Freundschaften für Kinder und Jugendliche, insbesondere deren Einfluss auf die soziale und psychische Entwicklung.
Die Arbeit deckt die Definition von Freundschaft, die Faktoren der Freundschaftsentstehung, geschlechtsspezifische Unterschiede, die Rolle von Peergroups und Cliquen sowie die Problematik von sozialen Außenseitern ab.
Das Ziel ist es zu klären, welche Effekte Freundschaften haben, welche Bedingungen für ihr Entstehen nötig sind und wie sich das Freundschaftsverständnis im Laufe der Entwicklung verändert.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien wie denen von Valtin und Modellen der Entwicklungspsychologie (z. B. Selman, Youniss).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Freundschaftskonzepten in verschiedenen Altersstufen, Kontaktstrategien und die Dynamik innerhalb von Freundesgruppen.
Freundschaft, Kindesentwicklung, Peergroup, Sozialisation, Identität und soziale Unterstützung sind zentrale Begriffe.
Die Arbeit hebt hervor, dass Mädchenfreundschaften stärker auf Intimität, Austausch und Exklusivität ausgerichtet sind (Face-to-Face), während Jungenfreundschaften oft durch gemeinsame Aktivitäten, Wettbewerb und größere Gruppenkontexte geprägt sind (Side-by-Side).
Es ist ein theoretisches Modell, das beschreibt, wie sich das Verständnis von Freundschaft von einer reinen, instabilen Spielgemeinschaft bei Kleinkindern bis hin zu einer tiefen, autonomen Interdependenz bei Jugendlichen stufenweise entwickelt.
Soziale Ablehnung kann zu Externalisierungs- oder Internalisierungsproblemen wie Einsamkeit, Depressionen und einer Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls führen, was oft eine langfristige negative Auswirkung auf die psychosoziale Anpassung hat.
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