Magisterarbeit, 2006
140 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen der Beweglichkeit
2.1 Beweglichkeit in der Struktur der motorischen Fähigkeiten
2.2 Formen der Beweglichkeit
2.3 Leistungsbestimmende Faktoren der Beweglichkeit
2.3.1 Faktoren des passiven Bewegungsapparates – die konstitutionelle Komponente
2.3.2 Faktoren des aktiven Bewegungsapparates – die koordinative und die konditionelle Komponente
2.3.2.1 Beeinflussung der Dehnfähigkeit durch die zentralnervöse Versorgung der Muskulatur – Steuerung des Muskeltonus, Funktionsweise von Muskel- und Sehnenreflexen
2.3.2.2 Die Dehnfähigkeit der Muskulatur als physiologische Grundlage der Beweglichkeit
2.3.3 Weitere leistungsbestimmende Faktoren der Beweglichkeit
2.3.4 Zusammenfassung
2.4 Verschiedene Methoden für das Training der Beweglichkeit
2.4.1 Entwicklung verschiedener Methoden zur Muskeldehnung
2.4.2 Differenzierung der Dehnungsmethoden und –techniken
2.4.3 Belastungsfaktoren und Beweglichkeitstraining
2.4.4 Erwartete und tatsächliche Effekte von Dehnungstechniken
3 Grundlagen von Evidence- based Medicine
3.1 Ursprung der Evidence- based Medicine
3.2 Begriffsbestimmung und Vorgehensweise
3.3 Anwendungsgebiete von EBM
3.4 Kritische Stellungnahmen
3.5 Zusammenfassung
4 Methodik
4.1 Der systematische Review
4.2 Forschungsziel und Hypothesen
4.3 Durchführung des Reviews
4.3.1 Auswahlkriterien zur Studienselektion
4.3.2 Literatursuche und Methoden der Datenbeschaffung
4.3.3 Ergebnisse der Literatursuche
4.3.4 Studienbewertung – methodische Qualität
4.3.4.1 Bewertungssysteme
4.3.5 Studienbewertung – statistische Bearbeitung und Darstellung
4.4 Darstellung der Ergebnisse
4.4.1 Dehnung und Verletzungsprävention
4.4.2 Dehnung und Leistungsfähigkeit
4.5 Diskussion
5 Zusammenfassung
Ziel dieser Magisterarbeit ist es, mittels eines systematischen Reviews den wissenschaftlichen Kenntnisstand zum Einfluss verschiedener Dehnungsmethoden auf die Verletzungsprävention und die sportliche Leistungsfähigkeit zu untersuchen. Die Arbeit geht dabei der zentralen Forschungsfrage nach, ob die in der sportlichen Praxis weit verbreitete Dehnung einen nachweisbaren Einfluss auf diese beiden Parameter hat und welche Rolle dabei die angewendete Technik sowie der Zeitpunkt der Durchführung spielen.
Aufbau und Funktion der Muskulatur
Jeder Muskel der quergestreiften Skelettmuskulatur, die für Bewegungen verantwortlich ist und im Gegensatz zur glatten Muskulatur der Organe willentlich gesteuert werden kann, besteht aus vielen einzelnen Muskelzellen. Die Muskelzellen sind die kleinste selbständige Baueinheit des Muskels und werden als Muskelfasern bezeichnet. Sie können bis zu 15cm lang und damit wesentlich größer als andere Körperzellen sein (vgl. Tittel, 2003, S. 52) und sind zu Hunderten von primären und sekundären Muskelfaserbündeln zusammengefasst, die den Muskel in Längsrichtung durchziehen. Primäre Faserbündel werden von einer bindegewebigen Hülle, dem Epimysium, umschlossen und wiederum zu Sekundärbündeln zusammengefasst, die vom Perimysium ummantelt sind (Tittel, 2003, S. 53, Klee & Wiemann, 2005, S. 28). Die Zusammenfassung aller Bündel ergibt den eigentlichen Muskel, der von einer sehr straffen und zugfesten Bindegewebshülle, der sogenannten Faszie, umschlossen wird, die den Muskel gegenüber der Umgebung abgrenzt.
Durch die Bindegewebshüllen wird eine freie Verschiebbarkeit der Faserbündel bei Verkürzung oder Dehnung gewährleistet und ein Kraftverlust durch die Herabsetzung der Reibung reduziert (Klee & Wiemann, 2005, S. 28).
Innerhalb des Perimysiums entspringen die meisten Muskelfasern und an ihren Enden gehen sie in die sehr dehnungsfesten, kollagenen Fasern der Sehne über, die den Muskel mit dem Skelett verbindet.
Auch die einzelnen Muskelfasern werden außen von einem dehnungsfähigen, gitterähnlich verwobenen Bindegewebsschlauch, dem sogenannten Sarkolemm, abgeschlossen (Klee & Wiemann, 2005, S. 28). Darüber liegt mit dem Endomysium eine weitere zarte Bindegewebsschicht, die Nervenfasern und Blutgefäße (Kapillaren) enthält, die sich eng an die Zellwand bzw. das Sarkolemm anschmiegen, um den Stofftaustausch mit der Muskelfaser zu gewährleisten (Albrecht, Meyer & Zahner, 1997, S. 22, Hollmann & Hettinger, 2000, S. 40, Tittel, 2003, S. 53).
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die weite Verbreitung von Dehnungsübungen im Sport trotz fehlender wissenschaftlicher Beweiskraft und definiert das Ziel, durch einen systematischen Review Empfehlungen für die Praxis abzuleiten.
2 Theoretische Grundlagen der Beweglichkeit: Dieses Kapitel erläutert die Einordnung der Beweglichkeit in die motorischen Fähigkeiten und analysiert detailliert die leistungsbestimmenden Faktoren, insbesondere das Zusammenspiel von passiven Strukturen und aktiver nervöser Steuerung.
3 Grundlagen von Evidence- based Medicine: Das Kapitel führt in das Konzept der EBM ein, um das methodische Vorgehen für die kritische Würdigung wissenschaftlicher Studien zu begründen.
4 Methodik: Der Methodenteil beschreibt den systematischen Review als formalen Prozess zur Identifikation, Selektion und Bewertung relevanter Studien anhand definierter Qualitätskriterien.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die theoretischen Hintergründe, die Bedeutung des Dehnungstrainings und konstatiert den dringenden Forschungsbedarf zur wissenschaftlichen Fundierung verschiedener Dehnungstechniken.
Beweglichkeit, Dehnfähigkeit, Dehnungsmethoden, Leistungsfähigkeit, Verletzungsprävention, Evidence-based Medicine, systematischer Review, Muskeltonus, Sarkomer, Titin, motorische Fähigkeiten, Trainingswissenschaft, methodische Qualität, Effektstärke, Verletzungsrisiko.
Die Arbeit untersucht den wissenschaftlich belegten Einfluss verschiedener Dehnungsmethoden auf die Leistungsfähigkeit und die Verletzungsprävention von körperlich aktiven Personen.
Die zentralen Felder sind die theoretischen Grundlagen der Beweglichkeit, physiologische Mechanismen der muskulären Dehnfähigkeit, die Grundlagen der Evidence-based Medicine sowie die systematische Auswertung aktueller Studien.
Das primäre Ziel ist es, evidenzbasierte Antworten auf die Frage zu finden, ob Dehnung einen Einfluss auf Verletzungsprävention und Leistungsfähigkeit hat und welche Rolle die gewählte Dehntechnik spielt.
Es wird die Methode des systematischen Reviews angewandt, bei der Literatur gezielt recherchiert, nach definierten Kriterien selektiert und in ihrer methodischen Qualität bewertet wird.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen und Mechanismen der Beweglichkeit erläutert, gefolgt von einer Einführung in die EBM und dem methodischen Prozess des systematischen Reviews, um schließlich die gefundenen Studienergebnisse zu analysieren.
Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Beweglichkeit, Dehnfähigkeit, Evidence-based Medicine, systematische Studienanalyse und sportliche Leistungsoptimierung charakterisieren.
Die Analyse zeigt, dass unterschiedliche Dehntechniken teils sehr gegensätzliche Wirkungen auf die muskuläre Spannung und die Leistungsfähigkeit haben, weshalb eine differenzierte Betrachtung für die praktische Anwendung unerlässlich ist.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein statisches Dehnen vor der sportlichen Belastung keinen positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit oder Verletzungsprävention hat und in Aufwärmprogrammen kritisch hinterfragt werden sollte.
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