Bachelorarbeit, 2007
46 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Erkenntnisinteressen, Ansätze und Vorgehensweisen der Angewandten Gesprächsforschung
2.1 Erkenntnisinteressen
2.2 Ansätze
2.3 Vorgehensweisen
2.3.1 Methodologische Prinzipen der Gesprächsforschung
2.3.1.1 Die Sequenzanalyse
2.3.1.2 Die Muster- bzw. Schemaanalyse
2.3.2 Arbeitsweisen der Angewandten Gesprächsforschung
2.4 Untersuchungsbereiche
2.4.1 Linguistische Gesprächselemente
2.4.2 Ebenen der Interaktionskonstitution
3. Zum Forschungsstand von Verkaufsgesprächen als Gegenstand der Angewandten Gesprächsforschung
3.1 Forschungshintergrund und Literaturüberblick
3.2 Kommunikative Grundeigenschaften
3.2.1 Strukturbeschreibung
3.2.2 Die Problematik der Beziehungsarbeit im Direktmarketing
3.2.3 Glaubwürdigkeit
4. Fragestellung
5. Untersuchung
5.1 Methodologie
5.2 Material und Hintergrund
5.3 Versuch einer Phasierung des Gesprächsverlaufs
5.4 Sequenzanalyse
5.5 Systematische Zusammenfassung der Ergebnisse
5.5.1 Allgemeine Ergebnisse
5.5.2 Ergebnisse im Hinblick auf die Fragestellung
5.6 Ansatz zur Problemanalyse
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, kommunikative Strukturen und die Beziehungsarbeit innerhalb von Verkaufsgesprächen im außendienstlichen Direktmarketing mithilfe der Angewandten Gesprächsforschung zu analysieren und kritisch zu bewerten.
Die Problematik der Beziehungsarbeit im Direktmarketing
Ein Grundproblem beim Direktmarketing besteht bereits darin, dass der Verkäufer in die Privatsphäre des Kunden eindringt. Er erscheint unangemeldet an der Haustür und bittet um Einsicht in persönliche Daten, sofern sich der Kunde auf ein Verhandlungsgespräch einlässt
Bei einem Verkaufsgespräch handelt es sich um betriebsexterne Experten Laien-Kommunikation (vgl. Brünner 2000: 16), d.h. der Repräsentant einer Firma spricht zu einem fachexternen Kunden. Ähnlich wie in einer Beratungssituation besteht hier eine Perspektivdivergenz, die es zu überwinden gilt. Ziel der Beratung im Verkaufsgespräch ist eine Vermittlung zwischen den Perspektiven und damit zumindest eine partielle Übernahme des Verkäuferstandpunkts (vgl. Nothdurft 1994: 90). Dies kann beispielsweise durch die gemeinsame Erarbeitung der Bedürfnislage des Kunden geschehen. Brons-Albert ist der Meinung, dass Verkäufer nicht als Berater bezeichnet werden können. Sie versuchen zwar, dem Kunden ein passendes Produkt zu präsentieren, dennoch schlagen sie äußerst selten Lösungen vor, die keinen Vertragsabschluss zur Folge haben. Den Verkäufer als Berater zu bezeichnen, würde die tatsächliche Interessenlage verschleiern (vgl. Brons-Albert 1995b: 15).
Dieser These liegt ein grundsätzliches Beziehungsproblem zwischen Käufer und Verkäufer zugrunde. Brünner dazu:
„Vom ökonomischen Standpunkt aus ist beim Austausch auf dem Warenmarkt die Beziehung zwischen Verkäufer und Käufer eine im Grundsatz anonyme und gleichgültige. Sie sind füreinander bloß als Besitzer von Ware bzw. Geld von Bedeutung und benutzen den jeweils anderen nur, um das eigene Interesse an dem Tauschgegenstand zu realisieren.“ (Brünner 1994: 332).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Kommunikation als Schlüsselqualifikation ein und definiert das Verkaufsgespräch im Direktmarketing als spezifischen Diskurstyp, der das Erkenntnisinteresse der Arbeit bildet.
2. Erkenntnisinteressen, Ansätze und Vorgehensweisen der Angewandten Gesprächsforschung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, die methodischen Prinzipien wie die Sequenz- und Musteranalyse sowie die Analysebereiche der Gesprächsforschung.
3. Zum Forschungsstand von Verkaufsgesprächen als Gegenstand der Angewandten Gesprächsforschung: Hier wird der aktuelle Forschungsstand aufgearbeitet, wobei insbesondere die Problematik der Beziehungsarbeit und Glaubwürdigkeit in der spezifischen Verkaufssituation diskutiert wird.
4. Fragestellung: Das Kapitel definiert den Fokus auf die praktische Analyse, insbesondere im Hinblick auf Überzeugungsstrategien und die Konstruktion von Glaubwürdigkeit durch den Verkäufer.
5. Untersuchung: Im Praxisteil wird ein konkretes Verkaufsgespräch anhand der GAT-Methode transkribiert und nach strukturellen sowie sequenzanalytischen Gesichtspunkten ausgewertet.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und diskutiert die Herausforderungen für die Entwicklung von Trainingskonzepten im Direktmarketing.
Angewandte Gesprächsforschung, Verkaufsgespräch, Direktmarketing, Sequenzanalyse, Musteranalyse, Beziehungsarbeit, Glaubwürdigkeit, Persuasion, Kommunikation, Gesprächsstruktur, Interaktionskonstitution, Vertrauensaufbau, Gesprächsstrategien, Diskursanalyse, Verkäufer-Kunden-Interaktion.
Die Arbeit untersucht die kommunikative Struktur und die Interaktionsdynamik von Verkaufsgesprächen im außendienstlichen Direktmarketing mittels methodischer Instrumente der Angewandten Gesprächsforschung.
Im Zentrum stehen die Analyse von Gesprächsmustern, die Strategien zur Überzeugung (Persuasion), die Konstruktion von Glaubwürdigkeit durch den Verkäufer sowie die spezifische Beziehungsdynamik zwischen Verkäufer und Kunde an der Haustür.
Die Arbeit untersucht, wie ein Verkäufer in einer einseitigen Interessenkonstellation versucht, ein Gespräch zu lenken, Glaubwürdigkeit aufzubauen und den Kunden trotz bestehender Vorbehalte zum Vertragsabschluss zu bewegen.
Es wird eine linguistische Gesprächsanalyse durchgeführt. Dabei werden die Phasenstruktur des Gesprächs, die Sequenzanalyse (nach GAT-Transkriptionsmodell) und die Analyse der Interaktionskonstitution nach Deppermann verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Gesprächsforschung sowie eine detaillierte empirische Untersuchung eines exemplarischen, transkribierten Direktmarketing-Gesprächs.
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Angewandte Gesprächsforschung, Verkaufsgespräch, Direktmarketing, Sequenzanalyse, Beziehungsarbeit und Glaubwürdigkeitsattribution gekennzeichnet.
Da der Verkäufer unangemeldet auftritt und keine komplementäre Interessenlage vorliegt, ist der Aufbau von Vertrauen ohne vorherige Erfahrungswerte extrem schwierig, was die Untersuchung der Interaktionsbedingungen besonders aufschlussreich macht.
Die Strategien werden als ambivalent bewertet: Während sie kurzfristig Gesprächsbereitschaft erzeugen können, wirken sie im Verlauf oft manipulativ und dysfunktional, was einen Vertragsabschluss bei kritischen Kunden erschwert.
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