Examensarbeit, 2007
130 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLEGENDE ASPEKTE DER GESUNDHEITSFÖRDERUNG BEI SOZIAL BENACHTEILIGTEN KINDERN
2.1 Gesundheit als Prozess
2.2 Gesundheitsförderung und Prävention
2.2.1 Prävention
2.2.2 Gesundheitsförderung
2.2.3 Unterscheidung von Gesundheitsförderung und Prävention
2.3 Historische Entwicklung der Gesundheitsförderung
2.4 Das Salutogenesemodell von Aaron Antonovsky
2.4.1 Gesundheits-Krankheits-Kontinuum
2.4.2 Kohärenzgefühl
2.4.3 Relevanz des Salutogenesemodells für die Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten Kindern
2.5 Setting und Setting-Ansatz
2.5.1 Setting
2.5.2 Setting-Ansatz
2.6 Soziale Ungleichheit und Armut
2.6.1 Soziale Ungleichheit
2.6.2 Absolute Armut und relative Armut
2.6.2.1 Absolute Armut
2.6.2.2 Relative Armut
2.6.2.3 Relative Armut von Familien und Kindern in Deutschland
2.6.2.4 Kumulative Armut
3 BEDINGUNGSFELDER DER GESUNDHEITSFÖRDERUNG BEI SOZIAL BENACHTEILIGTEN KINDERN IM ELEMENTARBEREICH
3.1 Konnexes zwischen sozialer Ungleichheit und gesundheitlicher Ungleichheit
3.1.1 Soziale Ungleichheit – Ausgangspunkt gesundheitlicher Ungleichheit von Kindern
3.1.2 Unterschiede in den gesundheitlichen Belastungen
3.1.3 Unterschiede in den Bewältigungsressourcen
3.1.4 Unterschiede in der gesundheitlichen Versorgung
3.1.5 Unterschiede im Gesundheits- und Krankheitsverhalten bzw. im Lebensstil
3.1.6 Gesundheitliche Ungleichheit
3.1.7 Kindliche Entwicklung zwischen Wohlergehen und multipler Deprivation
3.1.8 Bewältigung von sozialer Ungleichheit und gesundheitlicher Ungleichheit
3.2 Kognitive Voraussetzungen des Vorschulkindes
3.2.1 Selbstbildung und Eigenaktivität
3.2.2 Der Egozentrismus des Kindes nach Jean Piaget
3.2.3 Widerlegungen und Relativierungen von Piagets Auffassungen hinsichtlich des kindlichen Egozentrismus’
3.3 Das gesundheitsfördernde Setting Kindertagesstätte
3.3.1 Stärken und Chancen des Settings Kindertagesstätte
3.3.2 Schwächen und Nachteile des Settings Kindertagesstätte
4 MAßNAHMEN DER GESUNDHEITSFÖRDERUNG BEI SOZIAL BENACHTEILIGTEN KINDERN IM SETTING KINDERTAGESSTÄTTE
4.1 Zieldimensionen und Themenfelder
4.2 Interventionsdimensionen der Gesundheitsförderung
4.2.1 Interventionen laut des Gesundheits-Krankheits-Kontinuums
4.2.2 Verhaltensorientierte und verhältnisorientierte Gesundheitsförderung
4.3 Intersektoralität und Kooperation
4.3.1 Kooperationspartner der Kindertagesstätte
4.3.2 Erziehungspartnerschaft zwischen Kindertagesstätte und Eltern
4.4 Gesundheitsförderung im vorschulkindlichen Spiel und durch Modelllernen
4.4.1 Das vorschulkindliche Spiel
4.4.2 Das Lernen am Modell nach Albert Bandura
4.4.2.1 Aufmerksamkeitsprozesse
4.4.2.2 Behaltensprozesse
4.4.2.3 Motorische Reproduktionsprozesse
4.4.2.4 Motivationale Prozesse
4.4.3 Ausblick
4.5 Maßnahmen in ausgewählten Bereichen
4.5.1 Ernährung
4.5.2 Bewegung
4.5.3 Zahnpflege
4.5.4 Weitere Bereiche
5 FAZIT
Die vorliegende Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen sozialer Benachteiligung und gesundheitlichen Risiken von Vorschulkindern, um fundierte Interventionsmöglichkeiten innerhalb der Kindertagesstätte aufzuzeigen und Strategien zur Stärkung kindlicher Gesundheitsressourcen zu entwickeln.
2.4.1 Gesundheits-Krankheits-Kontinuum
Ein entscheidender Aspekt von Antonovskys Modell der Salutogenese ist, dass zwischen Gesundheit und Krankheit keine klare Grenzlinie gezogen wird, sie nicht einander ausschließende und alternative Zustände darstellen, sondern als zwei Pole eines ’Gesundheits-Krankheits-Kontinuums’ konzipiert werden, auf dem Menschen ständig die Positionen wechseln. Welche Position die Menschen auf dem Kontinuum einnehmen, ist nach Waller das Ergebnis „eines interaktiven Prozesses zwischen belastenden Faktoren (Stressoren) und schützenden Faktoren (Widerstandsressourcen) im Kontext der Lebenserfahrungen einer Person“.
Eine dichotome Klassifizierung von Menschen als gesund oder krank wird somit verworfen, stattdessen werden diese auf einem multidimensionalen ’Gesundheits-Krankheits-Kontinuum’ lokalisiert. Es gibt demnach fließende Übergänge zwischen Gesundheit und Krankheit und nicht ein ’Springen’ des Menschen von einem Pol zum nächsten. Dies wird auch in Abbildung 2 deutlich, die Antonovskys Modell der Salutogenese sehr vereinfacht und lediglich mit den Kerngedanken als Waage dargestellt.
Die beiden Gewichte der Waage sind auf der einen Seite pathogene Faktoren (= Stressoren) und auf der anderen Seite salutogene Faktoren (= Widerstandsressourcen). Überwiegen die pathogenen Faktoren, so befindet sich der Mensch mehr auf der kranken Seite des ‘Gesundheits-Krankheits-Kontinuums’. Besitzt der Mensch dagegen mehr Widerstandsressourcen als Stressoren, befindet er sich mehr auf der gesunden Seite. An jedem Punkt des Kontinuums besteht laut Franzkowiak und Lehmann eine komplexe und dynamische Balance zwischen salutogenetischen Prozessen, die die körperliche und seelische Regulationsfähigkeit sichern bzw. unterstützen, und pathogenetischen Prozessen, die die körperliche und seelische Regulations- und Anpassungsfähigkeit überlasten, überfordern bzw. hemmen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik sozialer Benachteiligung bei Kindern und die zentrale Bedeutung der Kindertagesstätte für gesundheitsfördernde Maßnahmen.
2 GRUNDLEGENDE ASPEKTE DER GESUNDHEITSFÖRDERUNG BEI SOZIAL BENACHTEILIGTEN KINDERN: Theoretische Auseinandersetzung mit Gesundheitsbegriffen, dem Salutogenesemodell und dem Setting-Ansatz im Kontext von Armut und Ungleichheit.
3 BEDINGUNGSFELDER DER GESUNDHEITSFÖRDERUNG BEI SOZIAL BENACHTEILIGTEN KINDERN IM ELEMENTARBEREICH: Analyse der Zusammenhänge zwischen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit sowie Reflexion der kognitiven Voraussetzungen von Kindern und der Bedeutung der Kita.
4 MAßNAHMEN DER GESUNDHEITSFÖRDERUNG BEI SOZIAL BENACHTEILIGTEN KINDERN IM SETTING KINDERTAGESSTÄTTE: Konkrete Interventionsansätze durch Spiel, Modelllernen, Kooperation und gezielte Förderung in Bereichen wie Ernährung, Bewegung und Zahnpflege.
5 FAZIT: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse und Bestätigung der Notwendigkeit kontinuierlicher Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten für sozial benachteiligte Kinder.
Gesundheitsförderung, Soziale Benachteiligung, Armut, Kindertagesstätte, Salutogenese, Prävention, Setting-Ansatz, Kindergesundheit, Gesundheitsrisiken, Bildungsbenachteiligung, Ressourcenstärkung, Modelllernen, soziale Ungleichheit, Elementarbereich, Gesundheitsverhalten
Die Hausarbeit untersucht, wie Kindertagesstätten durch gezielte Gesundheitsförderung dazu beitragen können, die gesundheitlichen Risiken sozial benachteiligter Kinder zu minimieren.
Die Arbeit behandelt die soziale Ungleichheit, die Auswirkungen von Armut, das Salutogenesemodell nach Antonovsky, den Setting-Ansatz sowie praktische Maßnahmen in Kita-Alltag, wie Ernährung und Bewegung.
Das Ziel ist die Erarbeitung von Strategien, um sozial benachteiligten Kindern trotz prekärer Lebensverhältnisse ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen und ihre Gesundheitsressourcen nachhaltig zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Reflexion aktueller sozialpädagogischer und gesundheitswissenschaftlicher Literatur und Studien.
Im Hauptteil werden sowohl die Bedingungen gesundheitlicher Ungleichheit analysiert als auch konkrete Interventionsmöglichkeiten wie vorschulkindliches Spiel und Modelllernen vorgestellt.
Wichtige Begriffe sind Gesundheitsförderung, soziale Benachteiligung, Armut, Kindertagesstätte, Setting-Ansatz, Salutogenese und Ressourcenstärkung.
Es bietet einen Perspektivenwechsel weg von rein pathogenen Ansätzen hin zu einer salutogenetischen Sichtweise, die danach fragt, was Menschen trotz Belastungen gesund hält.
Modelllernen ist entscheidend, um Kindern durch attraktive Vorbilder in der Kita gesundheitsförderliches Verhalten, wie Zähneputzen oder sicheres Verhalten im Straßenverkehr, zu vermitteln.
Elternarbeit wird als essenzieller Kooperationsfaktor gesehen, da die Familie die zentrale Sozialisationsinstanz ist und die Kita nur in Zusammenarbeit mit den Eltern langfristige Erfolge erzielen kann.
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