Bachelorarbeit, 2007
42 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zur Notwendigkeit historischen Lernens in der Grundschule
2.1. Was heißt „Historisches Lernen“ bzw. „Geschichtsbewusstsein“?
2.2. Können Kinder schon „historisch Lernen“?
2.3. Erklärungen zu den Forderungen der Rahmenlehrpläne „Sachunterricht“ (Klassenstufen 1-4) und „Geschichte“ (Klassenstufen 5/6) in Berlin/Brandenburg bzgl. auszubildender Kompetenzen
3. Zur Methodenarbeit und den Inhalten im historischen Lernen
3.1. Einzelne wissenschaftspropädeutische Methoden und ihre mögliche Verknüpfung mit ausgewählten Themen/Inhalten des Sachunterrichts
3.1.1. Bildquellen (Familie, Schule)
3.1.2. Sachquellen (Arbeit)
3.1.3. Oral History (Kindheit, Krieg, Nationalsozialismus)
3.1.4. Museen (Technik, Schule)
3.2. Einzelne wissenschaftspropädeutische Methoden und ihre mögliche Verknüpfung mit ausgewählten Themen/Inhalten des Geschichtsunterrichts
3.2.1. Handlungsorientierte Formen (Vor- und Frühgeschichte)
3.2.2. Textquellen (Antikes Griechenland)
3.2.3. Internet, CD-ROM (Altes Ägypten)
4. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht Möglichkeiten, wie Grundschulkindern ein wissenschaftspropädeutischer Zugang zu zentralen historischen Kompetenzen ermöglicht werden kann. Dabei wird analysiert, wie historisches Lernen trotz des jungen Alters der Schüler durch gezielte Methoden und altersgerechte Unterrichtsinhalte gefördert werden kann, um ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein aufzubauen.
3.1.2 Sachquellen (Arbeit)
Bei Kinder ist es oft so, dass besonders die Themengebiete besonders interessant wirken oder werden, in denen reale Gegenstände auftauchen, also „Dinge“ die man anfassen, ertasten oder erfühlen kann. Für die Unterrichtspraxis sind daher Sachquellen eine willkommene Form der Ausbildung des historischen Lernens. Zunächst sollte aber geklärt werden, worum es sich bei Sachquellen überhaupt handelt und warum diese für unsere Geschichtsbewusstsein so eminent wichtig erscheinen. „Sachquellen ([…] gegenständliche, dingliche, materiale oder materielle, haptische, taktile Quellen […]) sind unmittelbar überlieferte Gegenstände bzw. Überreste, aus denen historische Informationen über die Zeit ihrer Entstehung und Verwendung gewonnen werden können. Zur Unterscheidung von vorfindlichen natürlichen Relikten (z. B. Fossilien) werden vom Menschen in der Vergangenheit hergestellte Objekte in der Begrifflichkeit der Archäologie auch als Artefakte bezeichnet. Sachquellen sind Zeugnisse der materiellen Kultur des Menschen [...]. Unentbehrlich ist die historische Sachüberlieferung zur wissenschaftlichen Erforschung schriftloser oder schriftarmer Epochen [...]; vermehrt genutzt wird sie inzwischen auch bei der Beschäftigung mit Fragestellungen zur Alltagsgeschichte, Technikgeschichte oder Kulturgeschichte aus anderen Epochen.“
Der hier zitierte Stadtmüller verrät uns zugleich eine für die Unterrichtspraxis wichtige Unterscheidung: „Während die klassische Quellenkunde gegenständliche und bildliche Quellen gleichermaßen und undifferenziert den Sachgütern zuordnet, erscheint im Bereich der Didaktik eine Trennung der beiden Quellengattungen aus Gründen ihrer andersartigen didaktischen Qualität und Zugangsweise unabdingbar.“
Zu den Sachquellen zählen Werkzeuge, Geräte, Instrumente, Maschinen, Fahrzeuge, Waffen, Spielzeug, Mobiliar, Kleidung, Schmuck, Kult- und Sakralgegenstände, Wappen und Hoheitszeichen, Münzen, Orden, Medaillen, Abzeichen, Grenzsteine, Bildstöcke, Grabsteine, Denkmäler, körperliche Überreste oder alle Arten von Baulichkeiten. Nach Unterrichtsaspekten wird eine Unterscheidung in mobile (solche, die man ohne große Probleme mit in die Schule bringen kann) und immobile (nur am Originalschauplatz oder im Museum zu besichten) Sachquellen vorgeschlagen. Replikate werden als „sachquellennah“ tituliert, es fehlt zwar das Moment der Authentizität, allerdings sind sie im Gegensatz zum oft einmaligen Original durchaus in die Hände der Kinder zu geben.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Möglichkeiten eines wissenschaftspropädeutischen Zugangs zu historischen Kompetenzen im Grundschulalter vor.
2. Zur Notwendigkeit historischen Lernens in der Grundschule: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Geschichtsbewusstseins geklärt und die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen für historisches Lernen bei Grundschulkindern diskutiert.
3. Zur Methodenarbeit und den Inhalten im historischen Lernen: Der Hauptteil erläutert konkret, wie verschiedene wissenschaftspropädeutische Methoden wie Quellenarbeit und Mediennutzung mit Inhalten des Sach- und Geschichtsunterrichts verknüpft werden können.
4. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und betont erneut die Notwendigkeit und Umsetzbarkeit historischen Lernens in der Grundschule.
Historisches Lernen, Geschichtsbewusstsein, Grundschule, Sachunterricht, Geschichtsunterricht, Wissenschaftspropädeutik, Quellenarbeit, Methodenkompetenz, Handlungsorientierung, Zeitverständnis, Oral History, Sachquellen, Bildquellen, Identitätsbewusstsein, Didaktik
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Förderung des historischen Lernens im Grundschulalter und untersucht, wie ein wissenschaftspropädeutischer Zugang zu Geschichte gestaltet werden kann.
Neben der theoretischen Einbettung des Geschichtsbewusstseins stehen die praktische Methodenarbeit, wie der Einsatz von Quellen und Medien, sowie die fachdidaktische Analyse der Rahmenlehrpläne im Fokus.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie bereits in der Primarstufe durch geeignete Methoden historische Kompetenzen angebahnt und ein Verständnis für Geschichte entwickelt werden kann.
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung der geschichtsdidaktischen Literatur und der offiziellen Rahmenlehrpläne basiert.
Im Hauptteil werden konkrete Methoden wie die Arbeit mit Bild- und Sachquellen, Oral History, der Museumsbesuch sowie der Einsatz neuer Medien (Internet/CD-ROM) praxisnah an spezifischen Themenbeispielen demonstriert.
Historisches Lernen, Geschichtsbewusstsein, Grundschule, Methodenkompetenz und Wissenschaftspropädeutik sind die prägenden Begriffe.
Der Autor argumentiert, dass Grundschulkinder bereits über Potenziale für historisches Denken verfügen und die frühzeitige Förderung wichtig für den späteren Geschichtsunterricht sowie für die Identitätsbildung ist.
Die Nutzung von Internet und CD-ROM wird als wertvolle Ergänzung gesehen, erfordert jedoch eine gezielte Schulung der Medienkompetenz und eine didaktische Strukturierung durch die Lehrkraft, um eine Überforderung zu vermeiden.
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