Diplomarbeit, 2007
113 Seiten, Note: 1
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Lebererkrankung und Transplantation bei Kindern
1.1 Funktion und Struktur der Leber
1.2 Leberfunktion und zentrales Nervensystem
1.3 Lebererkrankungen im Kindesalter
1.3.1 Biliäre Atresie
1.3.2 Stoffwechselerkrankungen
1.3.3 Intrahepatische cholestatische Lebererkrankungen
1.3.4 Akut-fulminantes Leberversagen
1.3.5 Maligne Tumore
1.4 Lebertransplantation als Behandlungsmethode
1.4.1 Historische Entwicklung der Lebertransplantation bei Kindern
1.4.2 Splitliver-Technik und Lebendspende
1.4.3 Überleben und Wachstum von Kindern nach LTX
2. Selbstwert und Selbstwirksamkeit
2.1 Selbstkonzept
2.2 Selbstwirksamkeit
2.3 Selbstwert
2.4 Vergleich der beiden theoretischen Konstrukte
3. Zusammenhang von Selbstwert/Selbstwirksamkeit und Lebererkrankungen bei Kindern und Jugendlichen: ein Forschungsüberblick
3.1 Selbstwirksamkeit und chronische Erkrankung
3.2 Selbstwert und chronische Erkrankung
3.3 Selbstkonzept und Lebertransplantation
4. Fragestellung und Hypothesen
4.1 Theoretischer Ausgangspunkt
4.2 „Positive Illusion“ als Abwehrprozess
4.3 Fragestellungen
4.4 Hypothesen
5. Methode
5.1 Durchführung der Untersuchung
5.1.1 Rahmenbedingungen
5.1.2 Teilnehmerauswahl
5.1.3 Untersuchungsverlauf
5.2 Stichprobenbeschreibung
5.2.1 Soziodemographische Merkmale
5.2.2 Krankheitsbezogene Merkmale
5.3 Testpsychologische Verfahren
5.3.1 Die Aussagen-Liste zum Selbstwertgefühl für Kinder und Jugendliche (ALS)
5.3.2 Rosenberg-Skala zum globalen Selbstwertgefühl (RSS)
5.3.3 Allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) /General Perceived Self-Efficacy Scale (GSE)
5.3.4 Zusätzliche Verfahren
5.4 Statistische Auswertung der Daten
6. Ergebnisse
6.1 Non-Responder Analyse
6.2 Geschlechtsspezifische Vergleiche
6.3 Überprüfung der Normalverteilungsannahme
6.4 Vergleich lebertransplantierter Kinder und Jugendlicher mit der Altersnorm
6.4.1 Normvergleich hinsichtlich des Selbstwertes
6.4.2 Normvergleich hinsichtlich der Selbstwirksamkeit
6.5 Zusammenhangsanalysen
6.5.1 Zusammenhang zwischen dem Selbstwert und der Selbstwirksamkeit lebertransplantierter Kinder und Jugendlicher mit dem postoperativen Zeitraum
6.5.2 Zusammenhang zwischen der „positiven Illusion“ lebertransplantierter Jugendlicher und der Belastung
6.6 Ergänzende Analysen
7. Diskussion
7.1 Selbstwert und Selbstwirksamkeit lebertransplantierter Kinder und Jugendlicher
7.2 Erklärungsansätze
7.3 Methodische Kritik
7.4 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Ausmaß des Selbstwertgefühls sowie der Selbstwirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen nach einer Lebertransplantation, um festzustellen, ob diese signifikant von der Norm abweichen und inwieweit Abwehrprozesse, wie die sogenannte „positive Illusion“, als Bewältigungsstrategie fungieren.
1.1 Funktion und Struktur der Leber
Die Leber erfüllt eine Reihe unterschiedlicher Aufgaben im menschlichen Körper. Sie ist das zentrale Stoffwechselorgan (Kohlenhydratstoffwechsel, Fettstoffwechsel, Eiweißstoffwechsel, Gallensäurenstoffwechsel, Bilirubinstoffwechsel) (Schulte & Spranger, 1988). Nach Goesser (2000) lassen sich die daraus resultierenden Funktionen der Leber wie folgt zusammenfassen:
• Verwertung von Nahrungsmittelbestandteilen, d. h. Aufnahme aus dem Blutkreislauf, Speicherung, regulierte Abgabe an den Körper, Beteiligung am Verdauungsprozess;
• Produktion von Eiweißstoffen, z.B. Transportproteinen, Blutgerinnungsfaktoren;
• Bildung, Aktivierung und Inaktivierung von Hormonen, z. B Wachstumshormone;
• Entgiftung und Ausscheidung von körpereigenen und körperfremden Stoffen;
• Speicherung und Bereitstellung von Vitaminen (A, B, E, K) und Spurenelementen (Eisen, Kupfer, Zink, Mangan); Unspezifische Abwehrvorgänge gegen Viren, Bakterien, Antigene, Toxine und andere Substanzen;
• Blutbildung während der Fetalzeit (Schulte & Spranger, 1988) und Blutspeicherung.
1. Lebererkrankung und Transplantation bei Kindern: Dieses Kapitel führt in die Anatomie und Physiologie der Leber ein, erläutert häufige Lebererkrankungen im Kindesalter und beschreibt die Lebertransplantation als notwendige Behandlungsmethode.
2. Selbstwert und Selbstwirksamkeit: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Selbstkonzepts, der Selbstwirksamkeit und des Selbstwerts dargelegt und in ihrer Bedeutung für die psychologische Forschung abgegrenzt.
3. Zusammenhang von Selbstwert/Selbstwirksamkeit und Lebererkrankungen bei Kindern und Jugendlichen: ein Forschungsüberblick: Dieses Kapitel fasst den bisherigen Forschungsstand zur psychosozialen Anpassung chronisch kranker Kinder zusammen und beleuchtet die spezifische Situation nach einer Transplantation.
4. Fragestellung und Hypothesen: Basierend auf der Theorie werden die zentralen Forschungsfragen sowie vier spezifische Hypothesen zur Untersuchung der Selbstwerteinschätzung bei transplantierten Kindern und Jugendlichen aufgestellt.
5. Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das Untersuchungsdesign, die Stichprobenauswahl, die eingesetzten testpsychologischen Verfahren (ALS, RSS, SWE, SDQ) und die statistischen Auswertungsmethoden.
6. Ergebnisse: Hier werden die empirischen Befunde zur Non-Responder Analyse, zu Geschlechtsunterschieden und die Überprüfung der Hypothesen hinsichtlich des Normvergleichs und der Zusammenhangsanalysen detailliert dargestellt.
7. Diskussion: Das abschließende Kapitel setzt die Ergebnisse in Bezug zur theoretischen Literatur, entwickelt Erklärungsansätze für die Befunde, übt methodische Kritik und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Lebertransplantation, Kinder, Jugendliche, Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit, positive Illusion, Abwehrmechanismen, psychosoziale Belastung, Krankheitsverarbeitung, chronische Erkrankung, Adaptation, Sozial-Kognitive Theorie, psychische Gesundheit, Anpassungsprozess, Pädiatrie.
Die Arbeit untersucht das psychische Befinden, insbesondere das Selbstwertgefühl und die Selbstwirksamkeit, von Kindern und Jugendlichen nach einer Lebertransplantation im Vergleich zur gesunden Normbevölkerung.
Die zentralen Felder sind die psychologische Anpassung an chronische Krankheiten, die Bedeutung von Selbstkonzept-Facetten und die Rolle von psychischen Abwehrmechanismen wie der „positiven Illusion“ bei der Bewältigung medizinischer Eingriffe.
Die primäre Forschungsfrage ist, ob lebertransplantierte Kinder und Jugendliche über ein der Altersnorm entsprechendes Ausmaß an Selbstwert und Selbstwirksamkeit verfügen und welche Faktoren der Krankheit und Behandlung diese Einschätzungen beeinflussen.
Es handelt sich um eine empirische Studie, die verschiedene standardisierte psychologische Testverfahren (u.a. ALS, RSS, SWE, SDQ) nutzt und die Daten mittels statistischer Verfahren (z.B. Welch-Test, Pearson-Korrelation, Kendall's Tau-b) innerhalb einer Stichprobe von 47 Teilnehmern auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Lebererkrankungen und psychologischen Konstrukten, eine Darstellung des Forschungsstands sowie den empirischen Teil mit der Beschreibung der Stichprobe, der Methoden und der detaillierten Ergebnisanalyse.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Lebertransplantation, Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit, positive Illusion, Abwehrmechanismen und Krankheitsverarbeitung bei Kindern und Jugendlichen charakterisieren.
Die „positive Illusion“ beschreibt die Tendenz der Betroffenen, sich selbst und ihre Situation positiver wahrzunehmen, als es der objektiven, psychosozialen Belastungssituation entspricht, was als unbewusste Bewältigungsstrategie zur Aufrechterhaltung des Selbstwertes dient.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass hohe Selbstwerte bei lebertransplantierten Kindern teilweise auf Abwehrprozesse zurückzuführen sein könnten. Kliniker sollten daher bei der Betreuung auf diese Mechanismen achten, um bei Bedarf gezielte psychologische Fördermaßnahmen einzuleiten.
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