Diplomarbeit, 2007
140 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Globale Welt
2.1 Kultur und Gesellschaft
2.2 Integration
2.2.1 Definition
2.2.2 Integrationsdiskussion
2.3 Migration
2.3.1 Geschichtlicher Rückblick
2.3.2 Fremd sein
2.4 Stereotype, Vorurteile
2.4.1 Definition
2.4.2 Vorurteilstheorien
2.4.3 Abbau von Vorurteilen
2.5 Menschen nicht deutscher Herkunft – Eine Randgruppe?
2.6 Kausalität der sozialen Benachteiligung
2.7 Resümee
3. Interkulturelle Interaktion
3.1 Forschungsmethode und Interviewführung
3.1.1 Vorverständnis
3.1.2 Interviewkonstellation
3.1.3 Zugang zum Feld und Sample
3.1.4 Methodisches Vorgehen
3.1.5 Erkundungsbereiche der ExpertInneninterviews
3.1.6 Datenaufbereitung
3.2 Interkulturelle Soziale Arbeit
3.2.1 Definition
3.2.2 Diskussion der interkulturellen Sozialen Arbeit
3.2.3 Anforderungen der Interkulturellen Sozialen Arbeit
3.3 Interkulturelle Pädagogik in der Schule
3.4 Die Institution Schule
3.4.1 Integration im Rahmen des Schulsystem
3.4.2 Benachteiligung von SchülerInnen nicht deutscher Herkunft
3.4.3 Lehrersituation an der Schule
3.5 Interkulturelle Kompetenz
3.5.1 Stand der Fachdiskussion zum interkulturellen Lernen
3.5.2 Mögliche Inhalte interkultureller Lernprozesse
3.5.3 Notwendigkeit interkultureller Kompetenz
3.5.4 Auseinandersetzung der LehrerInnen mit dem Thema Integration
3.5.5 Bedeutsamkeit der Problemursachenanalyse
3.5.6 Interreligiöses und Bikulturelles Verständnis
3.6 Resümee
4. Gewaltprävention
4.1 Aggression bei Jugendlichen
4.1.1 Ursache von Jugendgewalt
4.2 Ethnische Gruppen und Gewalt
4.3 Die Lebenswelt heutiger Jugendlicher
4.4 Gewalt in der Schule
4.5 Arbeitsbündnisse zwischen Jugendlichen und Professionellen
4.6 Empathie im Hinblick auf Aggression
4.7 Interkulturelle Kommunikation
4.8 Resümee
5. Schluss
6. Nachwort
Die Arbeit untersucht die zwischenmenschliche Interaktion zwischen Lehrkräften und SchülerInnen aus der Perspektive der Sozialen Arbeit, um Ursachen für nicht gelingende Integration und daraus resultierende Aggressionen am Beispiel einer Berliner Schule zu analysieren.
3.1.2 Interviewkonstellation
Da der Kommunikationssituation zwischen Interviewerin und Interviewten eine entscheidende Rolle bei der Durchführung des Interviews zukommt und die Gestalt des Gesagten beeinflusst, soll hier darauf eingegangen werden.164 Zur Sozialbeziehung zwischen der Forscherin und den Befragten an der Schule ist zu bemerken, dass die Beziehungen sich auf die halbjährliche Praktikumszeit beschränkten und hier auch ausschließlich dienstlicher Kontakt, ohne erwähnenswerte Störfaktoren, bestand. Insgesamt überwiegt bei den geführten Interviews eine distanzierte Haltung, vor allem durch unterschiedliche Erfahrungs-, Wissens- und Deutungshintergründe.
Eine Ausnahme bildete hier das Teaminterview, welches durch Kollegialität geprägt war. Der kulturell-geographische Hintergrund der Befragten, war – bis auf eine Ausnahme (eine Lehrerin mit türkischer Herkunft), in nationalen Zugehörigkeiten wenig differenziert, es sei denn, man betrachtet die Herkunft aus Ost - oder Westdeutschland als Differenz. Letzteres wurde als Kriterium mit in die Thematik aufgenommen, da dies ein viel besprochenes und als subjektiv gefühltes Problem im Schulumfeld und bei den unterschiedlichen Professionen zu sein schien. Die Interviews wurden nach den Kriterien von Lamnek möglichst vorurteilsfrei, offen und neutral geführt.165 Da das Verhältnis nicht dadurch bestimmt wurde, dass sich die Forscherin als Co-Expertin, also als gleichberechtigte Kollegin mit gemeinsam geteiltem Wissensvorrat bezeichnen kann, ist hier der Praktikantenstatus, den die Interviewerin zum Zeitpunkt inne hatte von Bedeutung. Eine gewisse Autorität der Interviewerin wurde empfunden, da einige der Befragten die Interviewerin teilweise als „Werbeträgerin“ zur Bekanntmachung der Missstände an der Schule sahen. Dies war vor allem bei den einführenden Fragen zur Arbeitssituation der Fall.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen der sogenannten Multi-Kulti-Gesellschaft im Schulalltag und stellt die Notwendigkeit interkultureller Reflexion zur Gewaltprävention dar.
2. Globale Welt: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Begriffe Kultur, Integration und Migration sowie deren Einfluss auf gesellschaftliche Denkmuster.
3. Interkulturelle Interaktion: Der Hauptteil untersucht aus Sicht der Sozialen Arbeit die pädagogische Praxis an Schulen, die Bedeutung interkultureller Kompetenz sowie die Institution Schule als strukturellen Faktor.
4. Gewaltprävention: Es wird analysiert, wie fehlende interkulturelle Kompetenz und soziale Benachteiligung die Entstehung von Aggression bei Jugendlichen fördern und welche Lösungsansätze in Form von Arbeitsbündnissen existieren.
5. Schluss: Die Kernaussagen der Arbeit werden gebündelt und die Notwendigkeit einer Haltungsänderung sowie einer stufenweisen Weiterentwicklung in der Integrationsarbeit betont.
Interkulturelle Kompetenz, Soziale Arbeit, Integration, Schule, Gewaltprävention, Migration, Vorurteile, Empathie, Schulklima, Selbstreflexion, Diskriminierung, Interkulturelle Interaktion, Pädagogik, Identität, Bildungsbenachteiligung.
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen interkultureller Interaktion, fehlender pädagogischer Selbstreflexion und dem Auftreten von Jugendgewalt im schulischen Kontext.
Die zentralen Felder sind die Soziale Arbeit in der Schule, der Begriff der interkulturellen Kompetenz, Vorurteilstheorien und die Auswirkungen institutioneller Rahmenbedingungen auf Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie PädagogInnen durch eine positive Grundhaltung, Selbstreflexion und interkulturelles Verständnis zur Verbesserung der Situation in Schulen mit besonderem Entwicklungsbedarf beitragen können.
Es wurde eine qualitative Forschungsmethode gewählt, konkret leitfadengestützte Experteninterviews mit LehrerInnen und SozialpädagogInnen, die inhaltlich-reduktiv nach Lamnek ausgewertet wurden.
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der Pädagogik aus Sicht der Sozialen Arbeit, der Analyse von Experteninterviews sowie der Untersuchung von Arbeitsbündnissen zur Gewaltprävention.
Zentrale Begriffe sind neben der interkulturellen Kompetenz auch Begriffe wie Randgruppe, soziale Benachteiligung, Arbeitsbündnisse, Empathie und das System Schule.
Die Eisberg-Übung wird als methodisches Werkzeug in interkulturellen Trainings genannt, um zu verdeutlichen, dass der sichtbare Teil eines Menschen nur einen Bruchteil seiner Persönlichkeit, seiner Geschichte und seiner tief liegenden Motivationen ausmacht.
Die Arbeit diskutiert, dass das Schulsystem durch seine Struktur benachteiligte Kinder oft nicht auffängt, sondern durch Leistungsselektion und Etikettierungsprozesse zur Ausbildung von Vorurteilen und Frustration bei SchülerInnen beitragen kann.
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