Diplomarbeit, 2004
185 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Untersuchungsrahmen und Interviewmethode
1.3.1 Auswahl der ExpertInnen
1.3.2 Auswertung der Interviews
2 Gemeinwesenmediation
2.1 Mediation
2.2 Methoden und Techniken
2.3 Begriffsklärung: Gemeinwesenmediation in Abgrenzung zu Stadtteilmediation, Nachbarschaftsmediation und Mediation im öffentlichen Bereich
2.3.1 Welche Konflikte sind Gegenstand von Gemeinwesenmediation?
2.3.2 Der räumliche Bezug
2.3.3 MediatorInnen
2.3.4 Die weiteren Ziele von Gemeinwesenmediation
3. Gesellschaftspolitischer Rahmen für Gemeinwesenmediation
3.1 Mediation und Demokratie
3.1.1 Legitimität von Mediation
3.1.1.1 Interne Legitimation
3.1.1.2 Externe Legitimation
3.2 Mediation und Verwaltungsverfahren
3.3 Mediation und Recht
3.4 Mediation als Partizipation
3.4.1 Partizipation als zivilgesellschaftlicher Prozess
3.4.2 Partizipation an repräsentativ legitimierter Entscheidungsgewalt
4 GWM im Kontext sozialer Arbeit
4.1 Gesellschaftliche Funktion Sozialer Arbeit
4.2 Gemeinwesenarbeit – Überlegungen zur Bedeutung der Methodendiskussion
4.3 Konzepte der Gemeinwesenarbeit
4.3.1 Konzeptionelle Grundpositionen in der Entwicklung der Gemeinwesenarbeit
4.3.2 Leitstandards der Gemeinwesenarbeits-Ansätze
4.4 Möglichkeiten von GWM innerhalb sozialer Arbeit
4.4.1 Mediation als Beteiligungsform – Konfliktbearbeitung als Aktivierungs- und Vitalisierungschance
4.4.2 Mediation als Deeskalation
4.4.3 Mediation als Netzwerkarbeit und konkrete Kooperation
4.4.4 Mediation als „Empowerment“
5 Vorschläge zu Gestaltungsmöglichkeiten an der Schnittstelle zwischen privater und öffentlicher Konfliktregelung
5.1 Freiwillige Selbstbindung der Beteiligten
5.2 Beteiligte und Stakeholder
5.2.1 Mitsprache- und Entscheidungskompetenzen in der Mediation
5.2.2 Mandatsklärung und Rückkopplung
5.2.3 Rollenkonflikte
5.2.4 Akteure vor Ort – Teilnehmer oder potentielle MediatorInnen?
5.3 Ziel- und Ergebnisvorstellungen
5.3.1 Ergebnisoffenheit
5.3.2 Art der Vereinbarung
5.4 Transparentes Verfahrensdesign – „Geschäftsordnung“
5.5 Unterstützende Rahmenbedingungen
5.6 Unabhängigkeit
5.7 Konfliktanalyse im Vorfeld
6 Ergebnisse der ausgewerteten Interviews
6.1 Beteiligung am Mediationsverfahren
6.2 Freiwillige Selbstbindung
6.3 Reichweite der Bemühungen, Verhandlungsrahmen und Ziele von GWM
6.4 Erhöhung der Wahrscheinlichkeit des Eingangs von Mediationsergebnissen in Verwaltungsentscheidungen
6.5 Wenn Entscheidungsträger die Ergebnisse mitnehmen ...
6.6 Auswirkungen der Letztentscheidungskompetenz in der Mediation auf die Beteiligten
6.7 Rollenkonflikte und Funktionsüberschneidungen
6.8 SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen als MediatorInnen
6.9 Konfliktanalyse
6.10 Verfahrensdesign
6.11 Öffentlichkeitsarbeit
6.12 Setting
6.13 Unabhängigkeit, Allparteilichkeit
6.14 Unterstützende Rahmenbedingungen und Ressourcen im Mediationsfall
6.15 Unterstützende Rahmenbedingungen und Ressourcen für ein GWM-Projekt
6.16 Rolle der SozialarbeiterInnen/SozialpädagogInnen
7 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, wie bei Mediationsfällen im Gemeinwesen die Wahrscheinlichkeit erhöht werden kann, dass von Bürgerinnen und Bürgern erarbeitete Veränderungswünsche bei öffentlichen Regelungsansprüchen durch Politik und Verwaltung berücksichtigt und umgesetzt werden. Das Ziel ist es, handlungsorientierte Gestaltungsvorschläge für die Schnittstelle zwischen privater und öffentlicher Konfliktregelung zu entwickeln, basierend auf Experteninterviews mit Mediatoren.
1. Einleitung
Ein Fall aus eigener Mediations-Praxis, wie er sich in vielen Städten ähnlich ereignen könnte:
Vor einer Kita in einem Plattenbaugebiet endet eine Straße mit Wendeschleife, in der sich schon seit Jahren eine Jugendclique traf. Seit fast einem Jahr wandelte sich die Gruppenzusammensetzung. Viele kamen nicht mehr aus dem Stadtteil, kamen mit Autos, tranken Bier, hörten Musik und wurden immer mehr von den BewohnerInnen und der Kita als Ärgernis wahrgenommen. Die AnwohnerInnen fühlten sich gestört und hatten Ängste, da die Jugendlichen auf Bitten und Ermahnungen provozierend reagierten, ein Anwohner mit einer Pistole bedroht wurde und die Polizei und Stadtverwaltung anscheinend nichts ausrichtete. Die Kita-Mitarbeiterinnen waren sauer wegen der Verunreinigungen und Scherben, die einigen Autoreifen den Garaus machten. Also baten sie MediatorInnen um Unterstützung, die nach zwei orientierenden Vorgesprächen eine Idee vom Ausmaß des Konfliktes und den schon involvierten Personen und Institutionen bekommen hatten. Nachdem Streetworker mit den Jugendlichen Kontakt aufgenommen hatten, waren diese auch bereit, sich zusammen mit der Kita, den Anwohnern, Vertretern der Wohnungsunternehmen und einigen Ämtern zu einer Mediation zu treffen. Themen hier: Lärm, Scherben, Müll, Umgang bzw. Nicht-Umgang miteinander, Ängste, Beleidigungen, Mauerschäden an der Kita durch regelmäßiges Urinieren, Angst vor Vertreibung der Jugendlichen, Rufschädigung der Kita.
Die Mediationssitzungen verliefen nach anfänglich starken Schuldzuweisungen und verbalen Angriffen sehr konstruktiv. Fast alle Beteiligten arbeiteten aktiv mit, entwickelten Verständnis für- und Lösungsvorschläge miteinander. Es wurden Ideen erarbeitet, die räumliche Situation vor der Kita zu entzerren, um die Nutzungen durch die unterschiedlichen Interessengruppen besser gewährleisten zu können. Die Jugendlichen, BewohnerInnen, Hausmeister und die Kita-Mitarbeiterinnen einigten sich über den Umgang miteinander und die Jugendlichen entwarfen, von den Streetworkern begleitet, hochmotiviert für den Rand des Platzes eine einfache Unterstellmöglichkeit, die sie selbst bauen wollten.
1. Einleitung: Stellt das Erkenntnisinteresse der Arbeit dar, die Frage der Einbindung von Mediation in Verwaltungsprozesse sowie den Aufbau der Untersuchung mittels Experteninterviews.
2 Gemeinwesenmediation: Definiert Gemeinwesenmediation, grenzt sie von anderen Mediationsformen ab und erläutert Ziele, Methoden sowie die Rolle der MediatorInnen.
3. Gesellschaftspolitischer Rahmen für Gemeinwesenmediation: Analysiert das Verhältnis von Mediation zu Demokratie, Recht und Verwaltungsverfahren unter Berücksichtigung von Legitimitätsaspekten.
4 GWM im Kontext sozialer Arbeit: Verortet GWM in der Sozialen Arbeit, diskutiert Konzepte der Gemeinwesenarbeit und deren Leitstandards.
5 Vorschläge zu Gestaltungsmöglichkeiten an der Schnittstelle zwischen privater und öffentlicher Konfliktregelung: Formuliert handlungsorientierte Ansätze wie freiwillige Selbstbindung, Mandatsklärung und Verfahrensdesign.
6 Ergebnisse der ausgewerteten Interviews: Präsentiert die praktischen Erfahrungen der ExpertInnen in verschiedenen thematischen Kategorien zur Anwendung von Mediation im Gemeinwesen.
Gemeinwesenmediation, GWA, Mediation, Soziale Arbeit, Demokratie, Partizipation, Konfliktbearbeitung, Politisch-administratives System, Verwaltung, Stadtteilentwicklung, Empowerment, Legitimität, Selbstbindung, Stakeholder, Gemeinwesenarbeit
Die Arbeit befasst sich mit den Gestaltungsmöglichkeiten der Gemeinwesenmediation an der Schnittstelle zwischen privaten Konflikten im Gemeinwesen und dem politisch-administrativen System (Verwaltung und Politik).
Zentral sind die Abgrenzung von Gemeinwesenmediation zu anderen Verfahren, ihre demokratische Legitimität, die Einbettung in die Soziale Arbeit sowie Möglichkeiten einer effektiven Verzahnung mit behördlichen Entscheidungsprozessen.
Die zentrale Frage ist, wie bei Mediationsfällen im Gemeinwesen die Wahrscheinlichkeit erhöht werden kann, dass von Bürgerinnen und Bürgern erarbeitete Veränderungswünsche auch von Politik und Verwaltung berücksichtigt und umgesetzt werden.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung und die Auswertung von sieben problemzentrierten Experteninterviews mit Fachleuten aus dem Bereich der Mediation und Gemeinwesenarbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung (Demokratie, Recht, Soziale Arbeit), die Analyse von GWM-Konzepten sowie die Erarbeitung konkreter Gestaltungsvorschläge, die anschließend durch die Experteninterviews validiert werden.
Die Arbeit zeichnet sich durch einen explorativen, praxisnahen Ansatz aus, der sowohl zivilgesellschaftliche als auch systemtheoretische Perspektiven integriert.
Die Verwaltung ist als Stakeholder essenziell für die Umsetzung von Ergebnissen. Die Autorin betont, dass ihre Einbindung sowohl legitimatorisch wichtig ist als auch neue Wege der kooperativen Stadtteilentwicklung eröffnet.
Empowerment wird als Stärkung der Selbst- und Handlungskompetenz der Betroffenen verstanden, um Konflikte eigenverantwortlich und nachhaltig zu bearbeiten, ohne dabei strukturelle Machtungleichgewichte auszublenden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

