Diplomarbeit, 2007
78 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Inhalt des Unternehmenswertes nach IDW S 1
2.2 Bewertungsanlässe
2.3 Funktionale Bewertungslehre des IDW
2.3.1 Funktionen des Wirtschaftsprüfers
2.3.2 Objektivierter Unternehmenswert
2.3.3 Subjektiver Unternehmenswert
2.3.4 Kritik am objektivierten Unternehmenswert
2.4 Bewertungsmethodik
2.5 Abgrenzung der Verfahren
3 Berücksichtigung persönlicher Steuern bei der objektivierten Unternehmensbewertung
4 Weiterentwicklung der Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen und Neufassung des IDW S 1
4.1 Relevanz der Ausschüttungspolitik
4.2 Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes auf Basis einer Alternativinvestition in Unternehmensanteile
4.2.1 Abbildung des Risikos und Kapitalmarktrenditen
4.2.2 Berücksichtigung der Besteuerung im Kapitalisierungszinssatz
4.2.3 Anpassung an ein realistisches Ausschüttungsverhalten
5 Wirkungen der Unternehmenssteuerreform 2008 auf die Ertragswertmethode und objektivierte Unternehmenswerte
5.1 Unternehmenssteuerreform 2008 im Überblick
5.2 Ermittlung der finanziellen Überschüsse
5.3 Objektivierter Unternehmenswert einer ausschließlich eigenfinanzierten Kapitalgesellschaft
5.3.1 Auswirkung auf zukünftige Nettoausschüttungen
5.3.1.1 Unternehmensebene
5.3.1.2 Ebene des Unternehmenseigners
5.3.2 Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes
5.3.3 Auswirkungen auf den objektivierten Unternehmenswert
5.4 Einfluss der Fremdfinanzierung auf den objektivierten Unternehmenswert
5.5 Anwendung des Tax-CAPM unter veränderten Äquivalenzbedingungen
5.5.1 Einperiodenfall
5.5.2 Mehrperiodenfall
5.5.3 Steuerinduzierter Werteinfluss der Ausschüttungspolitik
5.5.3.1 Halbeinkünfteverfahren
5.5.3.2 Abgeltungssteuer
5.6 Auswirkungen auf den objektivierten Unternehmenswert bei Thesaurierung und Wiederanlage
6 Schluss
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform 2008 auf die Ermittlung des objektivierten Unternehmenswertes von Kapitalgesellschaften. Im Zentrum steht die Frage, wie die neuen steuerlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Senkung der Unternehmenssteuersätze und die Einführung der Abgeltungsteuer, in den Bewertungsprozess integriert werden müssen und welchen Einfluss sie auf die Höhe des Unternehmenswertes aus Sicht der Anteilseigner haben.
2.3.2 Objektivierter Unternehmenswert
Ziel der objektivierten Unternehmensbewertung ist die Ermittlung eines Wertes, der unabhängig von den individuellen Wertvorstellungen der Parteien ist. Der WP übernimmt dabei die Funktion eines neutralen Gutachters, in welcher er als Sachverständiger mit nachvollziehbarer Methodik den objektivierten Unternehmenswert ermittelt. Ein solcher objektivierter Unternehmenswert stellt einen typisierten und intersubjektiv nachprüfbaren Zukunftserfolgswert dar, der sich ausgehend von der Fortführung des Unternehmens in unveränderter Form ergibt. Dabei sind sämtliche als realistisch zu erachtenden Zukunftserwartungen in den Bewertungsprozess einzubeziehen, die sich unter Berücksichtigung der Marktchancen und -risiken, den finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens, sowie aus sonstigen Einflussfaktoren ergeben.
Ergreift ein Unternehmen Maßnahmen zur Steigerung der Ertragskraft, dürfen daraus erzielbare Überschüsse nur in die Bewertung miteinbezogen werden, sofern sie am Bewertungsstichtag hinreichend konkret sind. Die bloße Möglichkeit eines Mehrgewinns reicht hierbei nicht aus. Gleiches gilt für Maßnahmen zur Erzeugung von Synergieeffekten, die am Bewertungsstichtag nicht in konkretisierter Form vorliegen. Die objektivierte Unternehmensbewertung berücksichtigt darüber hinaus nur so genannte unechte Synergieeffekte. Unechte Synergieeffekte sind nicht abhängig von speziellen Eigenschaften des Käufers bzw. des akquirierenden Unternehmens und folglich mit einer nahezu beliebigen Zahl von Akquisitionspartnern erreichbar. Hiermit im direkten Zusammenhang steht die Unabhängigkeit des Unternehmenswertes von den subjektiven Wertvorstellungen des Käufers.
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Relevanz der Unternehmenssteuerreform 2008 für die Bewertung von Kapitalgesellschaften und definiert den Fokus der Analyse auf das Bewertungskalkül und die Höhe des Unternehmenswertes.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den Rahmen der Unternehmensbewertung gemäß IDW S 1, differenziert zwischen objektivierten und subjektiven Unternehmenswerten und diskutiert die funktionale Bewertungslehre sowie gängige Bewertungsmethoden.
3 Berücksichtigung persönlicher Steuern bei der objektivierten Unternehmensbewertung: Hier wird die Notwendigkeit der Einbeziehung persönlicher Ertragsteuern theoretisch begründet und die Entwicklung der diesbezüglichen Grundsätze im IDW S 1 aufgezeigt.
4 Weiterentwicklung der Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen und Neufassung des IDW S 1: Dieses Kapitel thematisiert die Anpassung der Bewertungsgrundsätze an die Steuerreform 2001 und die Einführung der Alternativinvestition in Unternehmensanteile.
5 Wirkungen der Unternehmenssteuerreform 2008 auf die Ertragswertmethode und objektivierte Unternehmenswerte: Der Hauptteil analysiert detailliert die Auswirkungen der Reform 2008, inklusive der Zinsschranke und Abgeltungsteuer, auf die Ermittlung finanzieller Überschüsse, Kapitalisierungszinssätze und Unternehmenswerte.
6 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und konstatiert, dass trotz der steuerlichen Änderungen keine konzeptionelle Überarbeitung des IDW S 1 erforderlich ist, auch wenn die individuellen Gegebenheiten der Anteilseigner und Unternehmen an Bedeutung gewinnen.
Unternehmenssteuerreform 2008, Unternehmensbewertung, IDW S 1, Objektivierter Unternehmenswert, Kapitalisierungszinssatz, Tax-CAPM, Abgeltungsteuer, Thesaurierung, Ausschüttungspolitik, Ertragswertverfahren, Fremdfinanzierung, Steuerstundungseffekt, Zinsschranke, Halbeinkünfteverfahren
Die Diplomarbeit analysiert, wie sich die Unternehmenssteuerreform 2008 auf die Ermittlung des objektivierten Unternehmenswertes für Kapitalgesellschaften auswirkt.
Die zentralen Themen umfassen die Anpassung von Bewertungskalkülen an neue Steuersätze, die Einführung der Abgeltungsteuer, die Behandlung der Zinsschranke sowie die methodische Berücksichtigung von Thesaurierung und Fremdfinanzierung.
Ziel ist es zu untersuchen, wie steuerliche Reformänderungen in den Bewertungsprozess integriert werden müssen und unter welchen Bedingungen sie zu einer Steigerung oder Minderung des objektivierten Unternehmenswertes führen.
Die Arbeit basiert auf der funktionalen Bewertungslehre des IDW, nutzt das Ertragswertverfahren und wendet das Tax-CAPM zur Ermittlung des risikoadäquaten Kapitalisierungszinssatzes an.
Der Hauptteil befasst sich mit der quantitativen und theoretischen Analyse der Reformwirkungen, inklusive der Ermittlung finanzieller Überschüsse und der Auswirkungen von Thesaurierung und Wiederanlage auf den Unternehmenswert.
Kernbegriffe sind Unternehmenssteuerreform 2008, IDW S 1, objektivierter Unternehmenswert, Tax-CAPM und Abgeltungsteuer.
Die Zinsschranke begrenzt die Abziehbarkeit von Zinsaufwendungen bei der Gewinnermittlung, was die Steuerbelastung erhöhen kann, sofern keine Ausnahmeregelungen wie die Escape-Klausel greifen.
Sie verliert im aktuellen Steuerrecht ihre Berechtigung, da Thesaurierungen steuerliche Vorteile bieten, die in der Bewertung durch realistische Ausschüttungsannahmen abgebildet werden müssen.
Er resultiert aus der zeitlichen Verlagerung der Steuerbelastung durch Thesaurierung, die zu höheren abzuzinsenden Zahlungsströmen führt, verglichen mit einer unmittelbaren Besteuerung in einer Alternativanlage.
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