Magisterarbeit, 2004
95 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 SOZIALE SELBSTPOSITIONIERUNG
2.1 ZUM BEGRIFF DER SOZIALEN SELBSTPOSITIONIERUNG
2.2 DIE GENESE DER BEGRIFFE KLASSE UND SCHICHT IN DER SOZIOLOGIE
2.3 DIE SCHICHTSTRUKTUR DER HEUTIGEN GESELLSCHAFT
3 FAMILIE ALS DIALEKTISCHER PROZESS VON BINDUNG UND ABLÖSUNG
4 METHODE
4.1 DATENERHEBUNG (INTERVIEWS)
4.2 AUSWERTUNG
5 INTERVIEWAUSWERTUNG
5.1 INTERVIEW MIT HERRN UND FRAU L.
5.1.1 Allgemeiner Eindruck von Frau und Herrn L.
5.1.2 Milieuzugehörigkeit/Soziale Selbstpositionierung/Aufstiegschancen
5.1.3 Ihre Rolle als Schuleltern und das Verhältnis zu anderen Eltern
5.1.4 Informationsbeschaffung
5.1.5 Faktoren für „gute Schule“/Zufriedenheit versus „schlechte Schule“
5.1.6 Gründe für die Schulwahl
5.1.7 Haltung zu Schulleistungen
5.1.8 Verhältnis der Eltern zu ihren Kindern/Zukunftserwartungen
5.1.9 Eigene Schulerfahrungen
5.2 INTERVIEW MIT FRAU B.
5.2.1 Allgemeiner Eindruck von Frau B.
5.2.2 Soziale Milieuzugehörigkeit/Selbstpositionierung/Aufstiegschancen
5.2.3 Eigene Ansicht zum System der Schulwahl
5.2.4 Informationsbeschaffung
5.2.5 Faktoren für „gute Schule“/Zufriedenheit versus „schlechte Schule“
5.2.6 Gründe für die Schulwahl
5.2.7 Verhältnis zu anderen Eltern/zu Lehrern
5.2.8 Haltung zu Schulleistungen
5.2.9 Mutterrolle und Bindung/Ablösung im Verhältnis zur Tochter
5.2.10 Zukunftserwartungen
5.2.11 Eigene Schulerfahrungen
5.3 INTERVIEW MIT FRAU F. UND IHRER TOCHTER
5.3.1 Bemerkungen vorab und allgemeiner Eindruck
5.3.2 Milieuzuordnung und soziale Selbstpositionierung
5.3.3 Informationsbeschaffung
5.3.4 Kriterien für „gute Schule“/Zufriedenheit versus „schlechte Schule“
5.3.5 Gründe für die Schulwahl
5.3.6 Bedeutung von Schulleistung
5.3.7 Prozess von Bindung und Ablösung im Mutter-Kind-Verhältnis
5.3.8 Eigene Schulerfahrungen
5.3.9 Zukunftsvorstellungen
5.4 INTERVIEW MIT FRAU A.
5.4.1 Allgemeiner Eindruck von Frau A.
5.4.2 Milieuzuordnung/eigene soziale Positionierung
5.4.3 Informationsbeschaffung
5.4.4 Faktoren für „gute Schule“/Zufriedenheit versus „schlechte Schule“
5.4.5 Gründe für die Schulwahl
5.4.6 Haltung zu Schulleistungen
5.4.7 Prozess von Bindung und Ablösung im Verhältnis zur Tochter
5.4.8 Zukunftserwartungen für die Tochter
5.5 ZENTRALE THEMEN UND WIEDERKEHRENDE MOTIVE IM VERGLEICH
5.5.1 Soziales Milieu und Selbstpositionierung mittels Schulwahl
5.5.2 Bedeutung der Schulleistung
5.5.3 Bindungs-/Ablösungsthematik
6 SCHLUSSBEMERKUNGEN UND AUSBLICK
Die Arbeit analysiert das Schulwahlverhalten deutscher Eltern als innerfamiliären Prozess. Das zentrale Ziel ist es, mittels qualitativer Interviewanalysen zu verstehen, welche Rolle soziale Herkunft, Bildungsaspiration und familiäre Dynamiken (Bindung und Ablösung) bei der Entscheidung für eine weiterführende Schule am Übergang zur Sekundarstufe I spielen.
5.1.1 Allgemeiner Eindruck von Frau und Herrn L.
Zu meiner Überraschung wurde ich nicht von Frau L. allein, sondern zusammen mit ihrem Mann empfangen. Sie hatten sich merklich auf das Treffen vorbereitet, die Essecke für das Interview frei geräumt und wirkten anfangs leicht nervös. Wir benötigten eine kurze Aufwärm- und Entspannungsphase, bis wir mit dem Interview beginnen konnten.
Frau L. ist allgemein auf eine positive, unproblematische Darstellung bedacht. Ihre Antworten sind meist recht kurz und oft nicht sehr aussagekräftig, sondern bleiben eher im Vagen, auf Allgemeinplätzen. So antwortet sie zum Beispiel auf die Frage nach den bisherigen Erfahrungen mit der Grundschule: „Ja, was ham wa für Erfahrungen gemacht. Eigentlich gute.“ (Z. 3). Oder auf mein Nachfragen, was bei der Auswahl der Schule außer dem bereits genannten eine Rolle gespielt hat, sagt sie: „Die Hugo wollten wa irgendwie nich’ mehr.“ (Z. 99)
Zwischen solchen kurzen, unkonkreten Aussagen tauchen aber auch aussagekräftige Passagen auf, aus denen zum Beispiel die Sorge herauszulesen ist, ob die Entscheidungen, die sie als Eltern fällen, auch die richtigen für ihre Söhne sind. Dies wird vor allem in einer Anekdote deutlich, in der sie erzählt, wie der ältere Sohn sich eines Tages bei seinen Eltern dafür bedankt, dass sie ihn auf die Realschule geschickt haben. Das hat sie sehr gerührt („’S fanden wa ganz niedlich, ja.“, Z. 53 ff.). Solche Bestätigungen braucht sie, um das eigene Tun zu rechtfertigen. So bemerkt sie auch an späterer Stelle noch einmal, dass es eine „ganz gute Schule“ für ihn gewesen sei, da er es geschafft hat, sich dort zu behaupten. Es bestärkt sie sichtlich in dieser Entscheidung, dass sie auch im Interview noch einmal davon erzählen kann.
1 EINLEITUNG: Darstellung der Relevanz des Themas Schulwahl in Deutschland und der Forschungsfragen im Kontext von Bildungschancengleichheit und sozialer Herkunft.
2 SOZIALE SELBSTPOSITIONIERUNG: Theoretische Einführung in Begriffe wie Klasse, Schicht und Milieu sowie die Erläuterung des verwendeten Milieumodells.
3 FAMILIE ALS DIALEKTISCHER PROZESS VON BINDUNG UND ABLÖSUNG: Beleuchtung der Adoleszenzphase und ihrer Bedeutung für familiäre Konflikte und die Beziehung zum Kind bei der Schulentscheidung.
4 METHODE: Erläuterung der qualitativen Interviewführung und der interpretativen Auswertungstechniken.
5 INTERVIEWAUSWERTUNG: Detaillierte Analyse der vier Fallbeispiele mit Fokus auf Milieu, Leistungsorientierung und Bindungs-/Ablösungsprozessen.
6 SCHLUSSBEMERKUNGEN UND AUSBLICK: Zusammenführung der Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung der Schulwahl sowie Vorschläge für weiterführende Forschung.
Schulwahl, Bildungsaspiration, soziale Milieus, Adoleszenz, Bindung und Ablösung, Bildungschancen, soziale Herkunft, Interviewanalyse, Erziehungswissenschaften, Familie, Leistungsbegriff, soziale Positionierung, Deutschland.
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Eltern den Prozess der Schulwahl für ihre Kinder am Übergang zur Oberschule gestalten und welche Faktoren dabei ihr Handeln beeinflussen.
Die zentralen Themen sind soziale Milieuzugehörigkeit, die Bedeutung von schulischer Leistung sowie die familiären Prozesse der Bindung und Ablösung in der Pubertät.
Die Studie geht der Frage nach, wie Schulwahlentscheidungen als innerfamiliäre Prozesse ablaufen und inwieweit soziale Milieus und die Entwicklungsphase des Kindes diese Entscheidungen prägen.
Es handelt sich um eine qualitative Untersuchung, bei der Eltern von Kindern am Übergang zur Sekundarstufe I anhand von ausführlichen Interviews befragt und diese mittels eines analytischen Interpretationsverfahrens ausgewertet wurden.
Im Hauptteil werden vier verschiedene Familien (Fallbeispiele) detailliert analysiert und anschließend im Hinblick auf zentrale Motive und Themen verglichen.
Schlüsselwörter sind Schulwahl, soziale Milieus, Adoleszenz, Bildungschancen, soziale Herkunft und Bildungsaspiration.
Familie L. zeichnet sich durch eine sehr distanzierte, funktionalistische Haltung gegenüber der Schule aus, bei der der Vater, aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit im Schulamt, eine entscheidende Expertenrolle einnimmt.
Die Autorin betrachtet soziale Milieus als entscheidenden Filter für die Wahrnehmung von Schule und das Handeln der Eltern, da sie davon ausgeht, dass Lebensstile und Wertorientierungen die Entscheidung für eine bestimmte Schule maßgeblich mitbestimmen.
Frau A. nutzt den Schulwechsel als bewusste Strategie, um ihre Tochter aus einem von ihr negativ bewerteten sozialen Umfeld (Kreuzberg) herauszuholen und ihr ein leistungsstärkeres Schulklima in einem anderen Bezirk zu ermöglichen.
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