Examensarbeit, 2003
66 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Das methodische Konzept „Lernen durch Lehren“ (LdL) nach MARTIN (1982)
2.2 LdL im Sportunterricht
3 Konzeption des Unterrichtsversuchs
3.1 Die Lerngruppe
3.2 Begründung der Lerngruppenauswahl bezüglich des Unterrichtsversuchs
3.3 Thema des Unterrichtsversuchs
3.4 Inhalte des Unterrichtsversuchs
3.5 Ziele des Unterrichtsversuchs
3.6 Abstimmung der Inhalte und Ziele mit dem Rahmenplan
3.7 Didaktische Überlegungen
3.8 Methodische Überlegungen
3.9 Arbeitshypothesen
3.10 Lernziele
3.11 Geplante Lernerfolgskontrolle
4 Darstellung und Reflexion der Unterrichtseinheit
4.1 Übersicht über den geplanten Verlauf der Unterrichtseinheit
4.2 Darstellung ausgewählter Stunden
4.2.1 Darstellung und Reflexion der ersten Unterrichtsstunde
4.2.2 Darstellung und Reflexion der zweiten Unterrichtsstunde
4.2.3 Darstellung und Reflexion der vierten Unterrichtsstunde
5 Gesamtreflexion
5.1 Zusammenfassende Auswertung der gesamten Unterrichtseinheit
5.2 Überprüfung der Arbeitshypothesen
5.3 Überprüfung der Lernziele
5.4 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des primär für den Fremdsprachenunterricht entwickelten schülerorientierten Konzepts „Lernen durch Lehren“ (LdL) nach J.P. Martin auf den Sportunterricht einer 5. Klasse, mit dem Ziel, die Handlungsfähigkeit, soziale Kompetenz und Selbstbestimmung der Schüler durch die eigenständige Planung und Durchführung von Unterrichtseinheiten zu fördern.
4.2.1 Darstellung und Reflexion der ersten Unterrichtsstunde
Die erste Unterrichtsstunde bündelte nicht nur die Spannung der Schüler und der unterrichtenden „Lerner-Lehrer“, sondern auch ich war gespannt auf die „Pilotstunde“, die zweifelsohne die Maßstäbe setzen würde für die zu folgenden Stunden. Ich habe die erste Stunde daher ausgewählt, weil sich an ihr exemplarisch eine Reihe von Schwierigkeiten aufzeigen lassen, die sowohl die Planung als auch die Durchführung betreffen und die bereits in der darauffolgenden Stunde erheblich reduziert werden konnten.
Im Vorfeld waren, wie in Kap. 3.7 beschrieben, bereits die Grobstruktur des Unterrichtsversuchs mit den Schülern besprochen und die Themen der einzelnen Stunden vorgestellt worden. Die Jungen der Klasse (bis auf einen, Thimo, der auch bei den Mädchen stärker integriert ist als die anderen vier Jungen) haben sich gleich konkurrenzlos für die erste Stunde gemeldet. Ich habe ihnen das Material, bestehend aus den vorher mit der Klasse erarbeiteten Richtlinien für den Unterricht (s. Anhang) sowie den Regeln zweier Fangspiele, von denen nur eines auszuwählen war, und denen eines Völkerballspiels, in diesem Fall dem „Original“, ausgehändigt.
In einer zusätzlich vereinbarten Gesprächsrunde teilten sie mir ihre Aufgabenverteilung mit und erklärten die Regeln zu den betreffenden Spielen. Am Tage des Treffens wurde mir – freiwillig und völlig eigenverantwortlich initiiert – ein genauer computerbearbeiteter Ablaufplan vorgelegt, in dem neben den vorgesehenen Aufgaben und der benötigten Zeit auch die Verteilung der Unterrichtstätigkeit verzeichnet war. Dieser Einsatz hat mich völlig überrascht, weil es sich bei Justus, Leon und vor allem Tom um eher „chaotische“ Schüler handelt. Es stellte sich heraus, dass sie sich im Vorfeld verabredet hatten („Am Freitag Abend, da dürfen wir lange aufbleiben!“), um das Material durchzugehen und die Aufgaben zu verteilen.
1 Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation sowie der Zielsetzung des Unterrichtsversuchs zur Anwendung von LdL im Sportunterricht.
2 Grundlagen: Erläuterung des methodischen Konzepts „Lernen durch Lehren“ und Diskussion der Übertragbarkeit auf den Schulsport.
3 Konzeption des Unterrichtsversuchs: Detaillierte Planung der Lerngruppe, der inhaltlichen Ziele, der didaktischen Überlegungen sowie der methodischen Vorgehensweise.
4 Darstellung und Reflexion der Unterrichtseinheit: Exemplarische Analyse dreier ausgewählter Unterrichtsstunden hinsichtlich Planung, Durchführung und Reflexion.
5 Gesamtreflexion: Zusammenfassende Auswertung der gesamten Unterrichtseinheit inklusive der Überprüfung der Arbeitshypothesen und Lernziele sowie ein Ausblick.
Lernen durch Lehren, LdL, Sportunterricht, Schülerorientierung, Handlungsfähigkeit, Kleingruppenarbeit, Team-Teaching, Methodenvielfalt, Selbstverantwortung, Sozialkompetenz, Völkerball, Didaktik, Schlüsselqualifikationen, Unterrichtsplanung, Reflexion.
Die Arbeit dokumentiert einen unterrichtspraktischen Versuch, bei dem Fünftklässler im Sportunterricht das Konzept „Lernen durch Lehren“ anwenden, um den Unterricht eigenständig zu planen und zu gestalten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Schüleraktivierung, dem eigenverantwortlichen Lernen und der Entwicklung sozialer sowie fachlicher Kompetenzen im Sportunterricht.
Es soll untersucht werden, ob das ursprünglich für den Fremdsprachenunterricht entwickelte Konzept LdL auf den Sportunterricht einer 5. Klasse übertragbar ist und ob Kinder dieses Alters in Kleingruppen eine ganze Sportstunde eigenständig durchführen können.
Es handelt sich um einen praxisorientierten Unterrichtsversuch, der durch teilnehmende Beobachtung, Protokolle der Vorbereitungstreffen, Schüler-Bewertungsbögen und eine abschließende Auswertung evaluiert wird.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Konzeption des Versuchs sowie eine detaillierte Darstellung und Reflexion von drei ausgewählten, von Schülern geleiteten Unterrichtsstunden.
Die Arbeit dreht sich primär um LdL, Sportunterricht, Handlungsfähigkeit, Team-Teaching und soziale Kompetenzentwicklung.
Der Lehrer nimmt eine beratende und moderierende Rolle ein, greift jedoch regulierend ein, um Sicherheit zu gewährleisten und bei Überforderung oder ineffektiven Lernwegen helfend zu unterstützen.
Die Schüler zeigen trotz anfänglicher Schwierigkeiten bei der Regelerklärung oder Gruppenführung eine hohe Lernbereitschaft und entwickeln durch die Reflexionsphasen zunehmend Verständnis für die Struktur von Unterricht.
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