Diplomarbeit, 2005
44 Seiten, Note: 1,75
1 Einleitung
2 Theoretische Modelle zu Survivor-Reaktionen
2.1 Der psychologische Vertrag
2.2 Das prozessuale Modell von Noer
2.3 Das strukturelle Modell von Brockner
3 Emotionale Reaktionen der Survivors
4 Veränderungen: Befunde bei den Survivors
4.1 Veränderung der Einstellungen
4.2 Veränderung des Verhaltens
5 Einflussfaktoren auf die Stärke der Reaktionen
5.1 Bestimmungsfaktoren mit geringem Einfluss der Organisation
5.2 Bestimmungsfaktoren mit deutlichem Einfluss der Organisation
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und verhaltensorientierten Auswirkungen von Entlassungen auf die im Unternehmen verbleibenden Beschäftigten, die sogenannten "Survivors", um aufzuzeigen, wie ein Personalabbau den psychologischen Vertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber nachhaltig verändert und welche Faktoren diese Reaktionen beeinflussen.
Angst und Furcht
Diese Emotionen unterscheiden sich bezüglich der Konkretisierungsgrade der Gefahren- und Bedrohungsquellen. Angst entsteht ohne einen greifbaren Gegenstands- oder Situationsbezug, Furcht hingegen ist eher episodischer Natur und tritt bei konkreten Gefahren- oder Bedrohungsquellen auf. Beide Emotionen weisen jedoch die gleichen Merkmale der Spannung, Betroffenheit und Erregung auf, und werden unter dem Begriff der „Zustandsangst“ (state anxiety) zusammengefasst.
Besonders häufig sind unter Survivors folgende Zustandsängste zu finden: Angst, etwas falsch zu machen - bzw. generell vor Misserfolgen, die Arbeitsverdichtung nicht bewältigen zu können, sich (berechtigt) krank zu melden, bei der nächsten Abbauwelle unter den zu Entlassenden zu sein, vor finanziellen Einbußen, längeren Arbeitszeiten, fehlenden Beförderungsmöglichkeiten durch flachere Hierarchien, bei einer evtl. folgenden Entlassungswelle selbst Opfer zu werden, aber auch vor Übernahme negativ besetzter Rollen (wie beispielsweise als Führungskraft restriktive Maßnahmen durchführen zu müssen). Verbleibende Führungskräfte zeigen zudem weitere Ängste, u.a. vor Verlust der eigenen Glaubwürdigkeit, vor Imageverlust bei den Verbleibenden, ob sie die richtige Auswahl / Entscheidung treffen etc.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Praxis des Personalabbaus in Unternehmen und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf die verbleibenden Beschäftigten.
2 Theoretische Modelle zu Survivor-Reaktionen: Dieses Kapitel führt zentrale Konzepte wie den psychologischen Vertrag sowie Modelle von Noer und Brockner ein, um die Reaktionen der Verbleibenden theoretisch zu fundieren.
3 Emotionale Reaktionen der Survivors: Hier werden die durch Entlassungen ausgelösten Emotionen wie Angst, Furcht und Schuldgefühle detailliert analysiert.
4 Veränderungen: Befunde bei den Survivors: Dieses Kapitel dokumentiert die konkreten negativen Einstellungs- und Verhaltensänderungen bei den verbleibenden Mitarbeitern, wie etwa Arbeitszufriedenheit und Fluktuationsneigung.
5 Einflussfaktoren auf die Stärke der Reaktionen: Die Analyse konzentriert sich auf Variablen, die das Ausmaß der Reaktionen verstärken oder abschwächen, unterteilt in individuelle und organisationale Faktoren.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die negativen Folgen für die Unternehmenskultur zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer humanen und professionellen Kommunikation bei Abbauprozessen.
Personalabbau, Survivors, psychologischer Vertrag, Arbeitsplatzunsicherheit, innere Kündigung, Unternehmenskultur, Gerechtigkeitsempfinden, Angst, Motivation, Führung, Arbeitszufriedenheit, Commitment, Fluktuationswille, Downsizing, emotionale Reaktionen
Die Arbeit analysiert die Effekte von betriebsbedingten Entlassungen auf die im Unternehmen verbleibenden Mitarbeiter, die sogenannten Survivors.
Zentrale Themen sind der psychologische Vertrag, emotionale Reaktionen der Mitarbeiter, Veränderungen im Arbeitsverhalten sowie die Einflussfaktoren auf die Intensität dieser Reaktionen.
Das Ziel ist es, die Gründe für die negativen Folgen von Personalabbau für Organisationen aufzuzeigen, indem die Auswirkungen auf individueller Ebene systematisch dargestellt werden.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Literaturarbeit, die verschiedene Modelle zur Analyse von Survivor-Reaktionen (Noer, Brockner) integriert und diskutiert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, die emotionale Verarbeitung der Mitarbeiter, die daraus resultierenden Einstellungs- und Verhaltensänderungen sowie die Moderatoren dieser Prozesse.
Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie Survivor-Problematik, psychologischer Vertrag, innere Kündigung und Unternehmenskultur charakterisiert.
Das Modell von Noer überträgt das Trauerprozessmodell von Kübler-Ross auf die Situation von verbleibenden Mitarbeitern nach einer Entlassungswelle.
Brockner unterscheidet primär zwischen Verteilungsgerechtigkeit (Fairness des Ergebnisses) und Verfahrensgerechtigkeit (Fairness des Prozesses der Entscheidungsfindung).
Das Verhalten der Vorgesetzten ist ein entscheidender Faktor; distanziertes oder unklares Verhalten kann bestehende Ängste und Misstrauen bei den Verbleibenden massiv verstärken.
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