Diplomarbeit, 2005
186 Seiten, Note: 1,5
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
Zusammenfassung
1 Theoretischer Hintergrund
1.1 Die Soziale Phobie
1.1.1 Erscheinungsbild
1.1.2 Definition
1.1.3 Epidemiologie
1.1.4 Störungsbeginn
1.1.5 Verlauf und Folgen
1.1.6 Komorbidität und differentialdiagnostische Abgrenzung
1.1.7 Zusammenfassung
1.2 Modelle zur Ätiologie der Sozialen Phobie
1.2.1 Entwicklungspsychologische Theorien
1.2.1.1 Biologische Dispositionen
1.2.1.2 Verhaltenshemmung und Schüchternheit
1.2.1.3 Einflüsse durch Sozialisation
1.2.2 Lerntheoretische Erklärungen
1.2.2.1 Klassische Konditionierung
1.2.2.2 Modelllernen
1.2.2.3 Preparedness
1.2.3 Ein Informationsverarbeitungsmodell der sozialen Angst von Öhman
1.2.4 Das neuropsychologische Modell der Angst von Gray
1.2.5 Kognitive Modelle der Sozialen Phobie
1.2.5.1 Das Modell der kognitiven Vulnerabilität von Beck und Emery
1.2.5.2 Das Selbstdarstellungsmodell von Schlenker und Leary
1.2.5.3 Ein integriertes kognitiv-behaviorales Modell von Heimberg
1.2.5.4 Das kognitive Modell der Sozialen Phobie von Clark und Wells
1.2.6 Abschließende Bemerkungen zu den Modellen der sozialen Angst
1.3 Psychophysiologische Aktivierung und subjektiv empfundene Angst bei der Sozialen Phobie
1.3.1 Der Begriff der Emotion
1.3.2 Forschungsbefunde zu Herzraten, Hautleitwerten und subjektiven Empfindungen bei sozialer Angst
1.3.2.1 Untersuchungen an sozialphobischen Stichproben
1.3.2.2 Untersuchungen an sozial ängstlichen Stichproben
1.3.2.3 Zusammenfassung und Bedeutung für die vorliegende Arbeit
1.3.3 Kovariationsproblem der emotionalen Ebenen
1.3.3.1 Ursachen des Kovariationsproblems
2 Fragestellung und Hypothesen
2.1 Ableitung der Fragestellung
3 Methoden
3.1 Versuchsplan
3.2 Probanden
3.2.1 Rekrutierung der Stichproben
3.2.2 Beschreibung und Vergleich der Stichproben hinsichtlich soziodemographischer Daten
3.3 Messinstrumente
3.3.1 Strukturiertes klinisches Interview für DSM-IV
3.3.2 Social Phobia Inventory
3.3.3 Liebowitz Social Anxiety Scale
3.3.4 Beck-Depressions-Inventar
3.3.5 Beschreibung und Vergleich beider Stichprobengruppen hinsichtlich der Fragebogendaten
3.4 Stimulusmaterial
3.4.1 Überlegungen zur Auswahl des Stimulusmaterials
3.4.2 Verwendetes Stimulusmaterial
3.4.3 Quellen des verwendeten Stimulusmaterials
3.4.3.1 Das International Affective Picture System
3.4.3.2 Die Bildsammlung von Mazurski und Bond
3.4.3.3 Bilder aus anderen Quellen
3.5 Abhängige Variablen
3.5.1 Psychophysiologische Variablen
3.5.1.1 Messung der Herzfrequenz
3.5.1.1.1 Das EKG
3.5.1.2 Messung der Hautleitfähigkeit
3.5.1.2.1 Messmethode
3.5.1.3 Mini-Vitaport-System
3.5.1.3.1 Ableitung der Herzfrequenz
3.5.1.3.2 Ableitung der Hautleitfähigkeit
3.5.1.3.3 Aufbereitung der psychophysiologischen Daten
3.5.2 Erfassung der subjektiven Angst
3.5.2.1 Dimensionen der Einschätzung von Emotionen
3.5.2.2 Das Self-Assessment-Manikin in dieser Untersuchung
3.6 Versuchsdurchführung
3.7 Statistische Hypothesen
3.8 Statistische Auswertung
4 Ergebnisse
4.1 Vergleich der physiologischen Reaktionen zwischen Sozialphobikern und Kontrollpersonen hinsichtlich der Bildkategorien
4.1.1 Herzfrequenz
4.1.2 Hautleitfähigkeit
4.2 Differentielle Wirkung verschiedener Bildinhalte bei Sozialphobikern
4.2.1 Herzfrequenz
4.2.2 Hautleitfähigkeit
4.3 Weitere, nicht hypothesengeleitete Analysen
4.3.1 Differentielle Wirkung verschiedener Bildinhalte bei Kontrollpersonen
4.3.1.1 Herzfrequenz
4.3.1.2 Hautleitfähigkeit
4.3.2 Linearer Zusammenhang zwischen Angstratings und physiologischen Maßen
4.3.2.1 Ergebnisse der Analyse des subjektiven Angsterlebens
4.3.2.2 Zusammenhang zwischen Angstratings und physiologischen Maßen sozialer Angst bei Sozialphobikern
4.3.2.3 Zusammenhang zwischen Angstratings und physiologischen Maßen sozialer Angst bei Kontrollpersonen
4.3.3 Linearer Zusammenhang zwischen den beiden physiologischen Parametern
4.3.4 Geschlechtsunterschiede in der Reaktion auf die Bildreize
4.3.4.1 Herzfrequenz
4.3.4.2 Hautleitfähigkeit
4.3.5 Einfluss des Geschlechts der abgebildeten Personen
4.3.5.1 Herzfrequenz
4.3.5.2 Hautleitfähigkeit
4.3.5.3 Vergleiche zwischen den Probandengruppen
4.3.6 Einfluss des Blickkontaktes der abgebildeten Personen auf Sozialphobiker
4.3.6.1 Redebilder
4.3.6.1 Interaktionsbilder
5 Diskussion
5.1 Interpretation der zentralen Befunde
5.2 Alternativerklärungen zu den zentralen Befunden
5.3 Differentielle Wirkung verschiedener Bildinhalte
5.4 Linearer Zusammenhang zwischen Angstratings und physiologischen Maßen
5.5 Geschlechtseinflüsse
5.6 Blickkontakt
5.7 Begrenzungen dieser Untersuchung
5.8 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht physiologische Reaktionen sowie das subjektive Angsterleben von Sozialphobikern im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe bei der Konfrontation mit visuellem, sozial angstauslösendem Bildmaterial. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob durch gezielte Bildreize – etwa ärgerliche Gesichter oder soziale Interaktionsszenen – soziale Angst induziert werden kann und ob sich diese auf physiologischer Ebene von Kontrollpersonen unterscheidet.
1.1.1 Erscheinungsbild
Obwohl das Erleben eines gewissen Grades von Angst in sozialen Situationen weder atypisch noch pathologisch ist, unterscheidet sich die Soziale Phobie davon in ihrer Intensität des Angsterlebens und dem begleitenden Unbehagen bzw. ihrer Beeinträchtigung gewisser Funktionen. In den letzten Jahren hat die Erforschung der sozialen Angst beachtliche Erkenntnisfortschritte erzielt, so dass inzwischen weitgehend gesicherte Befunde über das Erscheinungsbild der sozialen Angst bzw. über deren klinisch relevante Ausprägung – die Soziale Phobie – vorliegen, die im folgenden Abschnitt beschrieben werden soll.
Das zentrale Symptom der Sozialen Phobie besteht in einer Erwartung von negativer Bewertung des eigenen Verhaltens durch eine oder mehrere andere Personen (Stangier & Fydrich, 2002). Der Betroffene selbst findet seine Angst übertrieben, kann sie aber nicht beseitigen. Daraus entsteht ein Vermeidungsverhalten, dass häufig eine eingeschränkte Lebensweise zur Folge hat. Der Sozialphobiker ist überzeugt, sozial unbeholfen, unattraktiv und minderwertig im Vergleich zu anderen zu sein. In sozialen Situationen befürchtet er, von anderen als schwach, ängstlich, dumm oder verrückt beurteilt zu werden. Besonders kritisch sind daher Situationen, in denen die Betroffenen das Gefühl haben, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen und in denen eine Handlung der möglichen Bewertung durch andere ausgesetzt ist.
Soziale Ängste manifestieren sich auf unterschiedlichen emotionalen Erfahrungsebenen: (1) der subjektiven, (2) der psychophysiologischen, (3) der Verhaltens- und (4) der kognitiven Ebene.
1 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die klinischen Merkmale der Sozialen Phobie, stellt verschiedene ätiologische Modelle vor und beleuchtet den aktuellen Forschungsstand zu physiologischen Indikatoren sozialer Angst.
2 Fragestellung und Hypothesen: Hier werden auf Basis der Literaturrecherche die konkreten Forschungsfragen sowie die statistischen Hypothesen zur psychophysiologischen Reaktivität von Sozialphobikern auf affektive Bilder abgeleitet.
3 Methoden: Das Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Stichprobenrekrutierung, die eingesetzten Messinstrumente (SKID, SPIN, LSAS, BDI), das verwendete Bildmaterial sowie die apparative Messung von Herzfrequenz und Hautleitfähigkeit.
4 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die statistische Auswertung der physiologischen Daten und analysiert Unterschiede zwischen Sozialphobikern und Kontrollpersonen sowie den Einfluss verschiedener Bildreize.
5 Diskussion: Abschließend werden die zentralen Befunde interpretiert, in den Kontext bestehender kognitiver und evolutionstheoretischer Modelle eingeordnet und Limitationen der Untersuchung diskutiert.
Soziale Phobie, soziale Angst, Physiologische Reaktion, Herzfrequenz, Hautleitfähigkeit, Bildmaterial, Psychophysiologie, Angststörung, Kognitive Modelle, Emotionsinduktion, Vermeidungsverhalten, Angsterleben, Blickkontakt, Stress, Diagnostik.
Die Arbeit untersucht, wie Menschen mit Sozialer Phobie physiologisch auf sozial bedrohliche Bilder reagieren im Vergleich zu Menschen ohne psychische Störung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Psychophysiologie der Angst, der kognitiven Verarbeitung sozialer Situationen bei Sozialphobie und der Untersuchung, ob Bildmaterial als Stimulus für soziale Angst geeignet ist.
Ziel ist es zu bestimmen, ob soziale Angst bei Sozialphobikern mittels Vorlage von sozial bedrohlichem Bildmaterial induziert werden kann und von welchen physiologischen Veränderungen (Herzrate, Hautleitfähigkeit) dies begleitet wird.
Die Autorin führte ein quasi-experimentelles Studiendesign mit 23 Sozialphobikern und 23 Kontrollpersonen durch. Gemessen wurden Herzfrequenz und Hautleitfähigkeit bei der Betrachtung von Bildern sowie das subjektive Angsterleben mittels des Self-Assessment-Manikin (SAM).
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Hintergrund, die Darstellung der methodischen Vorgehensweise, die statistische Ergebnisanalyse sowie eine abschließende Diskussion der Befunde im Licht kognitiver Modelle.
Wichtige Begriffe sind Soziale Phobie, Psychophysiologie, Herzrate, Hautleitfähigkeit, affektives Bildmaterial, Angstinduktion und Kognitive Modelle.
Nein, es konnten in dieser Studie keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Reaktivität von Herzfrequenz und Hautleitfähigkeit zwischen den Sozialphobikern und der Kontrollgruppe nachgewiesen werden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass physiologische Prozesse bei der Auslösung sozialphobischer Furcht eine untergeordnete Rolle spielen könnten. Die Autorin vermutet, dass vielmehr die individuelle Bewertung und die kognitive Verarbeitung der körperlichen Symptome entscheidend für das Angsterleben sind.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

