Bachelorarbeit, 2005
60 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Zum Thema Höflichkeit
1.2 Zum Material
1.3 Forschungsstand
1.4. Der Zivilisationsprozess und die Entstehung der Höflichkeit
1.4.1 Der Prozess der Zivilisation in Europa nach Norbert Elias
1.4.2 Der Zivilisationsprozess in Lateinamerika
2. Carreños Manual de Urbanidad y Buenas Maneras
2.1. Der Entstehungszusammenhang des Manual
2.1.1 Historischer Kontext
2.1.2 Der Autor
2.2 Aufbau, inhaltliche Schwerpunkte und Stil
2.2.1 Aufbau und Schwerpunkte
2.2.2. Stil
2.3. Idealtypus des höflichen und zivilisierten Menschen
2.3.1 Überlegungen zur Zielgruppe
2.3.2. Der Umgang mit sich selbst – Disziplin als oberstes Gebot
2.3.2.1 Die Kontrolle über den eigenen Körper
2.3.2.2 Kontrolle der eigenen Gefühle
2.3.2.3 Kontrolle über die Umwelt: Ordnung und Effizienz
2.3.3 Zum Umgang mit der Gesellschaft – Respekt und Gehorsam
2.3.3.1 Die Achtung der gesellschaftlichen Hierarchien
2.3.3.2 Der Respekt gegenüber den Mitmenschen
2.3.3.3 Der Umgang mit den Autoritäten Gott/ Kirche und Vaterland
2.4 Das Manual heute
3. Zwei Beispiele für Benimmratgeber des 20./21. Jahrhunderts: Ese dedo meñique und Buenas Maneras en el siglo 21
3.1 Der Entstehungszusammenhang
3.1.1 Überblick über die Publikationen des 20./21. Jahrhunderts
3.1.2 Der politische und kulturelle Hintergrund von Ese dedo meñique und Buenas Maneras en el siglo 21
3.2 Aufbau, inhaltliche Schwerpunkte und Stil
3.2.1 Aufbau und Schwerpunkte
3.2.2 Graphische Gestaltung und Stil
3.3 Der höfliche Mensch von heute
3.3.1 Überlegungen zur Zielgruppe
3.3.2 Zum Umgang mit sich selbst – wie hinterlässt man einen guten Eindruck?
3.3.2.1 Das positive Selbstbild
3.3.2.2 Die gute Erziehung
3.3.2.3 Aufrichtigkeit und Korrektheit
3.3.2.4 Disziplin und Selbstkontrolle
3.3.3 Zum Umgang mit der Gesellschaft –persönliche Freiheit versus Engagement für andere
3.3.3.1 Die Freiheit des anderen
3.3.3.2 Das Engagement für die Gesellschaft
4. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Beständigkeit von Höflichkeitsnormen in Lateinamerika anhand eines Vergleichs zwischen dem historischen Klassiker "Manual de Urbanidad y Buenas Maneras" von Antonio Manuel Carreño und zeitgenössischen Benimmratgebern des 20. und 21. Jahrhunderts.
2.3.2.1 Die Kontrolle über den eigenen Körper
Wenn es Carreño, wie González Stephan ausführt, darum geht, Bürger für die neu entstandenen Nationalstaaten zu formen, ist es hilfreich zu ermitteln, wie der Idealtypus eines solchen Bürgers aussieht. Picard sucht in seinem Buch Politesse, savoir-vire et relations sociales nach konstanten Faktoren der Höflichkeit, also Eigenschaften, die Höflichkeitsregeln unterschiedlicher Epochen und Kulturen miteinander verbinden, und kommt zu dem Ergebnis, dass Höflichkeit immer aus den Faktoren „présentation de soi“ und „respect d’autrui“ bestehe, d.h. einerseits stelle man sich selbst auf eine bestimmte Art und Weise dar, und andrerseits behandele man den anderen so, dass es von ihm als angemessen empfunden werde, wodurch die Gesellschaft sich insgesamt in einem Gleichgewichtszustand befinde. Nach Picard ist es kultur- und zeitabhängig, wie dies im Einzelnen geschieht, was also eine gute „présentation de soi“ oder einen respektvollen Umgang mit anderen ausmacht.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Höflichkeit als ungeschriebenes Gesetz ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Wandel der Umgangsformen in Lateinamerika über 150 Jahre.
2. Carreños Manual de Urbanidad y Buenas Maneras: In diesem Kapitel wird Carreños Klassiker historisch verortet und sein autoritärer Stil als Mittel zur Formung eines idealen, zivilisierten Bürgers analysiert.
3. Zwei Beispiele für Benimmratgeber des 20./21. Jahrhunderts: Ese dedo meñique und Buenas Maneras en el siglo 21: Das Kapitel untersucht moderne Ratgeber, die den klassischen Ansatz von Carreño adaptieren, jedoch den Stil anpassen, um heutige Leser mit weniger Zwang zur Höflichkeit zu bewegen.
4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung zieht das Fazit, dass sich zwar die thematischen Schwerpunkte und die Darstellung der Normen gewandelt haben, die soziale Funktion der Höflichkeit zur Harmonie und Distinktion jedoch fortbesteht.
Höflichkeit, Anstandsliteratur, Manual de Urbanidad, Zivilisationsprozess, Lateinamerika, Antonio Manuel Carreño, soziale Normen, Etikette, Identitätsmerkmal, Gesellschaftsstruktur, Verhaltenscodex, Moderne, Historischer Wandel, Selbstkontrolle, Distinktion.
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und den Wandel von Höflichkeitsformen in Lateinamerika durch den Vergleich historischer und moderner Anstandsliteratur.
Im Fokus stehen die Konzepte von Höflichkeit, Zivilisation, die Rolle von Anstandsbüchern als Erziehungsinstrumente sowie soziale Hierarchien und Verhaltensnormen.
Das Ziel ist es zu ergründen, warum ein 150 Jahre altes Werk wie das "Manual" von Carreño in Lateinamerika weiterhin rezipiert wird und wie sich dieses im Vergleich zu modernen Benimmratgebern verhält.
Es wird eine interpretative Analyse der Anstandsliteratur durchgeführt, die Entstehungskontexte, Zielgruppen und inhaltliche Schwerpunkte vergleichend gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse des klassischen "Manual" von Carreño und eine Untersuchung zweier modernerer Benimmratgeber, wobei Aspekte wie Körperkontrolle, Tischmanieren und soziale Etikette beleuchtet werden.
Zu den prägenden Begriffen zählen Höflichkeit, Zivilisationsprozess, Anstandsliteratur, Identitätsstiftung durch Normen und sozialer Aufstieg durch Etikette.
Carreño sieht in der Beherrschung körperlicher Regungen einen essenziellen Mechanismus, um den "zivilisierten Bürger" von den als "vulgär" betrachteten unteren Schichten abzuheben und soziale Harmonie zu wahren.
Moderne Ratgeber wie "Ese dedo meñique" verzichten auf den autoritären, gesetzestextartigen Stil Carreños und versuchen stattdessen, die Leser durch Plauderton, Anekdoten und praktische Tipps zur freiwilligen Einhaltung der Etikette zu motivieren.
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