Examensarbeit, 2007
124 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen des Therapeutischen Reitens
2.1 Der Unterschied zwischen Reiten als Reitsport und Therapeutischem Reiten
2.2 Entwicklung und Organisation des Therapeutischen Reitens in Deutschland
2.3 Die Bereiche des Therapeutischen Reitens
2.3.1 Die Hippotherapie
2.3.2 Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
2.3.3 Reitsport für Behinderte
2.4 Zusammenfassung der drei Bereiche des Therapeutischen Reitens
3 Verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche als eine Zielgruppe des Heilpädagogischen Reitens
3.1 Begriffsklärung Verhalten
3.2 Auffälliges Verhalten
3.3 Ursachen von Verhaltensauffälligkeiten
3.3.1 Die medizinische Sichtweise
3.3.2 Die soziologische Sichtweise
3.3.3 Die pädagogische Sichtweise
3.4 Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche
3.5 Symptome/ Erscheinungsformen auffälligen Verhaltens
3.6 Diagnose von Verhaltensauffälligkeiten
3.7 Präventionsmöglichkeiten
3.8 Therapiemöglichkeiten und Lernangebote
3.9 Verhaltensauffällige Kinder in der Schule
3.10 Warum ist Heilpädagogisches Reiten eine Therapiemöglichkeit für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche?
3.11 Zusammenfassung
4 Ziele und Zielgruppen beim Heilpädagogischen Reiten
4.1 Ziele des Heilpädagogischen Reitens
4.1.1 Emotional-kognitiver Bereich
4.1.2 Körperlicher und motorischer Bereich
4.1.3 Sozialer Bereich
4.1.4 Aufbau anderer positiver Verhaltensweisen
4.2 Zielgruppen – Indikationen und Kontraindikationen
4.2.1 Zielgruppen beim Heilpädagogischen Reiten
4.2.2 Kontraindikationen
4.3 Zusammenfassung
5 Heilpädagogisches Reiten in der Praxis
5.1 Die Reitpädagogin
5.1.1 Qualifikation
5.1.2 Konstruktives Verhalten
5.2 Das Beziehungsdreieck Kind-Pferd-Pädagoge
5.2.1 Kind und Pferd
5.2.2 Reitpädagogin und Pferd
5.2.3 Reitpädagogin und Kind
5.3 Der Einfluss der Gruppe
5.4 Rahmenbedingungen
5.5 Stundenplanung und Stundenaufbau
5.6 Abläufe und methodisches Vorgehen beim Heilpädagogischen Reiten
5.6.1 Kontakt zum Pferd vom Boden aus
5.6.2 Kontakt vom Pferderücken aus
5.7 Übungen beim Heilpädagogischen Reiten
5.7.1 Allgemeine Übungen
5.7.2 Spezielle Übungen im Heilpädagogischen Reiten
5.8 Zusammenfassung
6 Eigene Erfahrungen und Interviewergebnisse aus dem Praktikum
6.1 Vergleich der Interviewergebnisse mit den theoretischen Zielen aus Kapitel 4.1
6.2 Eigener Erfahrungsbericht
6.3 Zusammenfassung
7 Zusammenfassung
7.1 Die wichtigsten Ergebnisse
7.2 Therapeutisches Reiten in der Regelschule?
7.3 Die Grenzen des Heilpädagogischen Reitens
Die Arbeit untersucht das Potenzial des Heilpädagogischen Reitens als Interventionsmethode für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche, um durch eine ganzheitliche Förderung den Aufbau positiven Verhaltens zu unterstützen und motorische sowie psychische Defizite zu kompensieren.
Die Hippotherapie
„Hippotherapie ist krankengymnastische Behandlung auf neurophysiologischer Grundlage mit Hilfe vom Pferd (griech. Hippos)“ (Strauß, 1991, S.26). Die Therapie wird vom Arzt verordnet und von einem Krankengymnast mit Zusatzausbildung durchgeführt.
Ich werde in diesem Kapitel erklären, was das Besondere an der Hippotherapie ist. Die folgenden Beschreibungen sind auf die Gangart Schritt bezogen, weil sie die häufigste Gangart in der Hippotherapie ist. Für die Therapie macht man sich die Schwingungen, die das Pferd auf den Reiter überträgt zu Nutze. Der Reiter bewegt sich (siehe Abbildung 2) vor und zurück (durch die Beschleunigung und das Abbremsen des Pferdes) und hoch und tief (durch das Aufwölben und Senken des Pferderückens). Zusätzlich gibt es eine Seit-zu-Seit-Bewegung des Reiters (durch das Absinken der nicht gestützten Seite des Pferdekörpers) (vgl. Strauß, 1991, S.12). Außerdem führen die Beine des Pferdes Diagonalbewegungen durch, die der Reiter durch feine gegensinnige Rotationsbewegungen der Wirbelsäule auf verschiedenen Höhen beantwortet (vgl. Strauß, 1991, S.27). „Die Fazilitation dieser Diagonalbewegungen in Aufrichtung und rhythmischer gangtypischer Vorwärtsbewegung durch das Pferd ist keiner anderen krankengymnastischen Methode möglich“ (Strauß, 1991, S.27).
1 Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage nach den Lernmöglichkeiten des Heilpädagogischen Reitens für verhaltensauffällige Kinder und stellt den aktuellen Bedarf an solchen Ansätzen im Schulkontext dar.
2 Theoretische Grundlagen des Therapeutischen Reitens: Dieses Kapitel definiert und differenziert die medizinisch, pädagogisch und sportlich orientierten Bereiche des Therapeutischen Reitens.
3 Verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche als eine Zielgruppe des Heilpädagogischen Reitens: Hier werden Ursachen, Formen und diagnostische Verfahren bei Verhaltensauffälligkeiten erörtert sowie deren Bedeutung für das schulische Umfeld erläutert.
4 Ziele und Zielgruppen beim Heilpädagogischen Reiten: Das Kapitel beschreibt detailliert die emotional-kognitiven, körperlich-motorischen und sozialen Förderziele dieser Methode sowie die Indikationen und Kontraindikationen.
5 Heilpädagogisches Reiten in der Praxis: Dieser Teil beleuchtet die nötige Qualifikation der Fachkraft, das Beziehungsdreieck zwischen Kind, Pferd und Pädagoge sowie methodische Abläufe und Übungen.
6 Eigene Erfahrungen und Interviewergebnisse aus dem Praktikum: Eine qualitative Untersuchung anhand von Interviews mit Therapeuten und Müttern vergleicht die theoretischen Förderziele mit der praktischen Realität im Wildpark Sommerhausen.
7 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die Integrationsmöglichkeiten in Regelschulen sowie die systemimmanenten Grenzen des Heilpädagogischen Reitens.
Heilpädagogisches Reiten, Therapeutisches Reiten, Verhaltensauffälligkeit, Hippotherapie, Psychomotorik, Sonderpädagogik, Wahrnehmungsstörung, Beziehungsaufbau, Lernförderung, Inklusion, Mototherapie, Sozialverhalten, Sensorische Integration.
Die Arbeit untersucht, wie Heilpädagogisches Reiten als pädagogisches Erziehungsmittel dazu beitragen kann, verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung positiv zu fördern.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Therapeutischen Reitens, die Definition und Ursachen von Verhaltensstörungen sowie die praktische Umsetzung der pädagogischen Arbeit mit dem Pferd.
Das Hauptziel ist zu klären, in welchem Maße durch den Kontakt zum Pferd Lernmöglichkeiten geschaffen und negative Verhaltensweisen abgebaut werden können.
Neben einer umfangreichen Literaturanalyse wird eine qualitative empirische Untersuchung in Form von Interviews mit Reitpädagoginnen und Eltern durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse der Zielgruppe der verhaltensauffälligen Kinder, die Zielsetzung des Reitens sowie einen umfangreichen Praxisteil zu Methoden und Techniken.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Heilpädagogisches Reiten, Verhaltensauffälligkeit, Psychomotorik und soziale Integration aus.
Eine fundierte Zusatzqualifikation ist laut der Autorin essenziell, um das Pferd sicher einzusetzen und Lernprozesse professionell zu initiieren, statt lediglich sportliche Fortschritte zu fokussieren.
Ja, die Autorin diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen, dieses therapeutische Angebot als Ergänzung oder Kooperation in Regelschulen zu etablieren, um beispielsweise motorisch auffällige Schüler gezielt zu fördern.
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