Lizentiatsarbeit, 2006
133 Seiten, Note: summa cum laude
Diese Lizentiatsarbeit befasst sich mit der sozialpolitischen Angst in der Eidgenossenschaft. Sie untersucht, wie die Angst im Laufe der Geschichte als Mittel der sozialen Kontrolle und der Abgrenzung eingesetzt wurde. Die Arbeit analysiert die Bedeutung von Angstvorstellungen in verschiedenen Bereichen des Lebens, von der Familie und der Gemeinde bis hin zur politischen Ordnung.
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Forschungslage zur sozialpolitischen Angst beleuchtet und die methodischen Grundlagen der Arbeit erläutert. Kapitel 1 definiert die sozialpolitische Angst und analysiert die zugrunde liegenden Welt- und Menschenbilder. In diesem Kontext werden sowohl christliche Vorstellungswelten als auch soziale Abgrenzungsmerkmale beleuchtet. Kapitel 2 widmet sich der Rezeption der sozialpolitischen Angst, indem es die Kommunikation von Angst und die Entstehung von Angsträumen analysiert. Kapitel 3 untersucht die Einflüsse der sozialpolitischen Angst auf das kollektive Gedächtnis, insbesondere im Hinblick auf politische Ordnung und kirchliche Krankenheilung. Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung und einem Vergleich der sozialpolitischen Angst in der Neuzeit und der Gegenwart.
Die zentralen Schlüsselbegriffe dieser Arbeit sind: sozialpolitische Angst, christliche Vorstellungswelten, Abgrenzungsmerkmale, Kommunikation, Angsträume, kollektives Gedächtnis, Ordnungserhaltung, Krankenheilung.
Es untersucht das Angstverständnis der Neuzeit (1300-1800), wobei zwischen natürlichen Funktionen der Angst und kulturell geschaffenen Ängsten durch Religion, Politik und Recht unterschieden wird.
Obrigkeit und Klerus nutzten Angstvorstellungen (wie Sündhaftigkeit oder Strafandrohung), um soziale Abgrenzung zu schaffen und politisches Wohlverhalten zu erzwingen.
Zu den massiven Bedrohungen zählten Hungersnöte, die Pest, Kriege sowie der Glaube an Teufel und Hexen.
Durch Juristen und Mediziner erfolgte eine Neubewertung der Angst als Krankheit (z. B. Melancholie), was zu neuen Formen des kollektiven Ausschlusses führte.
Die Arbeit vergleicht historische Denkmuster mit dem heutigen Gesundheitszustand der Schweizer Bevölkerung, um Kontinuitäten und Brüche in der Angstbewältigung aufzuzeigen.
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