Diplomarbeit, 1995
66 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Gebühren: Definition und Abgrenzung
2.1 Definition des Begriffs >Gebühren<
2.2 Verwaltungsgebühren
2.3 Benutzungsgebühren
3. Das Selbstverwaltungsrecht der Kommunen
3.1 Die Kommune als Gebührennormgeber
3.2 Grundsätze der Gebührenbemessung
4. Benutzungsgebühren in öffentlichen Bibliotheken
5. Die Entwicklung der Fachdiskussion seit Anfang der 80er Jahre
5.1 Die Einführung von Benutzungsgebühren und ihre Ursachen
5.2 Die wirtschaftlichen und bibliothekspolitischen Aspekte
5.2.1 Wirtschaftlichkeit von Benutzungsgebühren
5.2.2 Zusätzlicher Personal- und Verwaltungsaufwand
5.2.3 Benutzer- und Ausleihrückgänge
5.2.4 Mißbrauch von Benutzungsausweisen und Verfälschung von statistischen Daten
5.3 Der Gesamtvertrag zur Bibliothekstantieme und der Sammelrevers als Argumente für die Benutzungsgebührenfreiheit
5.4 Die kultur-, bildungs- und gesellschaftpolitischen Aspekte
5.4.1 Die öffentliche Bibliothek als kulturelle Einrichtung
5.4.2 Grundrecht auf freien Informationszugang
5.4.3 Chancengleichheit
5.4.4 Leseförderung durch öffentliche Bibliotheken
5.4.5 Unterstützung der Aus-, Fort- und Weiterbildung
5.5 Einfluß elektronischer Informationsdienste auf die Gebührenfrage
6. Ein aktuelles Beispiel: Einführung von Benutzungsgebühren in der Stadtbibliothek Viersen (Nordrhein-Westfalen)
7. Schlußbetrachtung
Die Arbeit analysiert die seit Anfang der 80er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland kontrovers geführte Fachdiskussion über die Einführung und Auswirkungen von Benutzungsgebühren in öffentlichen Bibliotheken unter Berücksichtigung rechtlicher, wirtschaftlicher sowie bildungs- und gesellschaftspolitischer Aspekte.
5.2.4 Mißbrauch von Benutzungsausweisen und Verfälschung von statistischen Daten
Der Rückgang der aktiven Benutzer und der Neuanmeldungen ist nach der Einführung einer Jahresbenutzungsgebühr unter anderem auf die Mehrfachnutzung eines Benutzungsausweises zurückzuführen. Um die Zahlung einer Benutzungsgebühr zu umgehen, entleihen auch Familienmitglieder oder Freunde mit einem einzigen Benutzungsausweis. Doch gehen die Meinungen über den Zusammenhang zwischen Einführung von Benutzungsgebühren und Mißbrauch in bibliothekarischen Kreisen auseinander.
Die einen sahen im Ausweismißbrauch nicht den alleinigen Faktor für den Rückgang. So war Frau Beaujean von den Stadtbüchereien Hannover 1983 überzeugt, daß viele Benutzer der Bibliothek tatsächlich wegen der Erhebung von Benutzungsgebühren einfach fernblieben und daß nur ein Teil der Benutzer den Benutzungsausweis als Gruppenausweis (>Familien- bzw. Freundesausweis<) mißbrauchte.
Anfang der neunziger Jahre sieht Reichelt in der nicht übertragbaren Jahresbenutzungsgebühr die häufig genutzte Möglichkeit einer Medienausleihe über dritte Personen, die zu einem Mißbrauch mit für Kinder und Jugendliche ermäßigten Jahresbenutzungsausweisen führe. Darüber hinaus könne der Ausweismißbrauch nicht wirksam kontrolliert werden. Infolge des Ausweismißbrauchs können keine zuverlässigen Benutzerdaten in der Bibliotheksstatistik nachgewiesen werden. Es entsteht ein verfälschtes Bild über die tatsächliche Benutzerschaft. Daraus ergeben sich Probleme für den Bestandsaufbau. Selbst der ansonsten Reichelts Thesen widersprechende Obberg sieht bei der Erhebung einer Zeitgebühr die Möglichkeit eines Ausweismißbrauchs.
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Entwicklung der Debatte um Benutzungsgebühren in öffentlichen Bibliotheken, geprägt durch kommunale Finanznöte und bibliothekspolitische Standpunkte seit den 1980er Jahren.
2. Gebühren: Definition und Abgrenzung: Dieses Kapitel klärt juristische Begriffe wie Verwaltungs- und Benutzungsgebühren und stellt den rechtlichen Rahmen für deren Erhebung in öffentlichen Bibliotheken dar.
3. Das Selbstverwaltungsrecht der Kommunen: Hier werden die verfassungsrechtlichen Grundlagen der kommunalen Selbstverwaltung und die Befugnis der Kommunen zur Gebührenerhebung als Gebührennormgeber erläutert.
4. Benutzungsgebühren in öffentlichen Bibliotheken: Das Kapitel beschreibt die verschiedenen Modelle der Gebührenerhebung, wie Zeit- oder Bandgebühren, und den damit verbundenen administrativen Aufwand.
5. Die Entwicklung der Fachdiskussion seit Anfang der 80er Jahre: Dieser zentrale Abschnitt beleuchtet detailliert die Pro- und Contra-Argumente, wirtschaftliche Aspekte, Benutzerstatistiken, sowie kultur- und bildungspolitische Implikationen der Gebührendebatte.
6. Ein aktuelles Beispiel: Einführung von Benutzungsgebühren in der Stadtbibliothek Viersen (Nordrhein-Westfalen): Anhand der Stadtbibliothek Viersen werden praktische Auswirkungen, wie Benutzerreaktionen und Einnahmen nach der Gebühreneinführung 1995, konkret analysiert.
7. Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst die kontroversen Standpunkte zusammen und reflektiert die zukünftige Entwicklung öffentlicher Bibliotheken im Spannungsfeld zwischen Finanzbedarf und gesellschaftlichem Auftrag.
Benutzungsgebühren, öffentliche Bibliothek, Kommunalverwaltung, Bibliotheksrecht, Gebührenbemessung, Bildungsauftrag, Kulturpolitik, Informationsfreiheit, Benutzerstatistik, Wirtschaftlichkeit, Bibliothekstantieme, Leseförderung, elektronische Informationsdienste, Stadtbibliothek Viersen.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die Auswirkungen der Einführung von Benutzungsgebühren in öffentlichen Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland seit den 1980er Jahren.
Zentrale Schwerpunkte sind die juristischen Grundlagen der Gebührenerhebung, die wirtschaftlichen Konsequenzen für die Bibliotheksbudgets sowie die bildungs- und gesellschaftspolitische Bedeutung der gebührenfreien Bibliotheksnutzung.
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Fachdiskussion über die Erhebung von Benutzungsgebühren aufzuzeigen und die Auswirkungen dieser Gebühren auf die Bibliotheksbenutzung zu analysieren.
Der Autor führt eine Literatur- und Fachdiskussionsanalyse durch und ergänzt diese durch eine aktuelle Fallstudie und statistische Auswertungen der Stadtbibliothek Viersen.
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Definitionen, die Analyse der Kommunalpolitik, eine ausführliche Darstellung der Fachdiskussion (inklusive der Argumente für und gegen Gebühren) sowie die Untersuchung des Einflusses elektronischer Informationsdienste.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Benutzungsgebühren, öffentliche Bibliothek, kommunale Selbstverwaltung, Informationsfreiheit und Bildungsauftrag beschreiben.
Die Studie zeigt, dass die Einführung von Benutzungsgebühren zu einem deutlichen Rückgang bei Benutzer- und Ausleihzahlen führte, während gleichzeitig der administrative Aufwand für das Personal anstieg.
Der Autor hinterfragt die oft politisch angeführte These "Was nichts kostet, ist nichts wert" kritisch und betont, dass für die öffentliche Bibliothek als Bildungseinrichtung der freie Zugang von zentraler gesellschaftspolitischer Bedeutung ist.
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