Examensarbeit, 2007
110 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Erich Maria Remarque
2.1 Erich Maria Remarque: Ein biografischer Aufriss
2.2 Unpolitischer Autor – politischer Mensch ?
3. Kriegs- und Anti-Kriegsliteratur
4. Gewaltdarstellung in „Im Westen nichts Neues“
4.1 Gewalt
4.1.1 Formen der Gewalt
4.1.2 Wirkung der Gewalt in Poesie und bildender Kunst
4.2 „Im Westen nichts Neues“ - Roman und Film
4.2.1 Der Roman „Im Westen nichts Neues“
4.2.1.1 Inhalt des Romans
4.2.1.2 Literaturwissenschaftliche Grundlagen
4.2.2 Der Film „Im Westen nichts Neues“
4.2.2.1 Inhalt des Films – Sequenzprotokoll
4.2.2.2 Formale und strukturelle Umsetzung des Films
4.2.3 Unterschiede zwischen Roman und Film
4.2.3.1 Inhaltliche Unterschiede
4.2.3.2 Entfallene Gewaltszenen
4.3 Analyse von Gewaltszenen
4.3.1 Kemmerichs Lazarettaufenthalt
4.3.2 Bäumers Lazarettaufenthalt
4.3.3 Beispiel eines Artilleriebeschusses
4.3.4 Beispiel eines Angriffes
4.3.5 Die Duval-Szene
4.4 Problem des Medienwechsels
5. Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Wirkung von Gewalt in Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ sowie dessen filmischer Umsetzung aus dem Jahr 1930. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie Gewalt in den jeweiligen Medien konzipiert ist, ob sie zur pazifistischen Wirkung des Werkes beiträgt und welche Unterschiede sich aus dem Medienwechsel vom Roman zum Film hinsichtlich der Gewaltpräsentation und deren Einfluss auf den Rezipienten ergeben.
Die latente Gewalt
Die latente Gewalt wird geprägt von einigen wenigen Merkmalen. Eines der einfachsten, aber vielleicht auch bedeutsamsten für den Soldaten und seine Zukunft, ist die ständige Bereitschaft zu töten. Während der militärischen Ausbildung darauf trainiert, einzig und allein Soldat zu sein, verliert er einen großen Teil seiner Selbstbestimmung und wird zu einem gewissen „Tötungsautomatismus“ erzogen: „Wären wir keine Automaten in diesem Augenblick, wir blieben liegen, erschöpft, willenlos. Aber wir werden wieder mit vorwärts gezogen, willenlos und doch wahnsinnig wild und wütend, wir wollen töten, denn das dort sind unsere Todfeinde jetzt, ihre Gewehre und Granaten sind gegen uns gerichtet, vernichten wir sie nicht, dann vernichten sie uns!“
Hier lässt sich zwar erkennen, dass eine latente Gewalt in Form des „Automatismus“ vorliegt, aber der genaue Verursacher und das Opfer der Gewalt lassen sich nicht eindeutig benennen. Während die Ursache der ständigen Bereitschaft zu töten noch in der militärischen Ausbildung liegt, ist die psychische Gewalt hingegen scheinbar eine Wechselbeziehung. Denn wenn „wir“ den anderen nicht töten, dann tötet er uns. „Wir“ sind folglich gezwungen zu töten. Wer ist hier Opfer, wer Verursacher?
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kriegsthematik ein und stellt die Relevanz von Remarques Roman als Standardwerk der Anti-Kriegsliteratur sowie die Forschungsfragen zur Gewalt und deren Wirkung im Roman und Film dar.
2. Erich Maria Remarque: Dieses Kapitel gibt einen biografischen Aufriss des Autors und diskutiert dessen politische Einstellung sowie die Ambivalenz zwischen dem behaupteten "unpolitischen" Schreiben und der pazifistischen Rezeption.
3. Kriegs- und Anti-Kriegsliteratur: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung und Typologisierung von Kriegs- und Anti-Kriegsliteratur durch den beispielhaften Vergleich von Remarques Werk mit Ernst Jüngers "In Stahlgewittern".
4. Gewaltdarstellung in „Im Westen nichts Neues“: Dieses umfangreiche Hauptkapitel analysiert systematisch verschiedene Formen der Gewalt (latente, physische, psychische) und vergleicht die filmische Umsetzung anhand von Einstellungsprotokollen mit dem literarischen Vorbild.
5. Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse: Die abschließenden Ausführungen resümieren die Erkenntnisse zur Gewaltwirkung und vergleichen die pazifistische Intention von Buch und Film vor dem Hintergrund des Medienwechsels.
Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues, Kriegsliteratur, Antikriegsroman, Gewaltdarstellung, Pazifismus, Filmgeschichte, Medienwechsel, verlorene Generation, Materialschlacht, psychische Gewalt, physische Gewalt, Literaturvergleich, Rezeptionsgeschichte, Ästhetik des Hässlichen.
Die Arbeit analysiert die Gewaltdarstellungen in Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ und der gleichnamigen Verfilmung von 1930, um deren Wirkung auf den Rezipienten zu vergleichen.
Die Schwerpunkte liegen auf der physischen und psychischen Gewalt im Krieg, dem Konzept der „verlorenen Generation“, der Rolle des Pazifismus in Literatur und Film sowie der Typologisierung von Kriegsliteratur.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob Gewalt das zentrale Wirkungskriterium der Werke darstellt und wie der Medienwechsel die pazifistische Botschaft sowie die Darstellung von Grausamkeit verändert hat.
Die Autorin/der Autor nutzt einen komparativen Ansatz: Inhaltsvergleiche, eine Typologisierung der Kriegsliteratur und eine detaillierte filmwissenschaftliche Analyse mittels Einstellungsprotokollen von Schlüsselszenen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Gewaltanalyse, eine Gegenüberstellung von Roman und Film, eine detaillierte Auswertung von Gewaltsequenzen (wie der Duval-Szene) und die Problematik des Medienwechsels.
Die wichtigsten Begriffe sind Gewalt, Pazifismus, Medienwechsel, Materialschlacht, Remarque, verlorene Generation, Kriegsdarstellung und psychische Belastung.
Die Kameraführung wird als sparsam, aber bewusst eingesetzt beschrieben, um den Zuschauer entweder als Beobachter zu positionieren oder ihn durch Froschperspektiven identifikatorisch in das Schützengrabengeschehen einzubinden.
Der Film verzichtet weitgehend auf die extremen physischen Detailbeschreibungen des Romans, setzt stattdessen verstärkt auf psychische Belastung und reduziert die explizite Darstellung von Blut und Verstümmelungen, was teilweise durch die technische Limitierung der damaligen Zeit bedingt ist.
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