Bachelorarbeit, 2007
63 Seiten, Note: 1,0
1.Einleitung
2. Grundlagen der Friedenssicherung – Die Vereinten Nationen als System kollektiver Sicherheit
2.1. Institutionelle Organe der Friedenssicherung
2.1.1. Der Sicherheitsrat
2.1.2. Die Generalversammlung
2.1.3. Das Sekretariat
2.2. Friedenssicherung gemäß der UN – Charta: Grundsätze und Maßnahmen
2.2.1. Maßnahmen nach Kapitel VI: Friedliche Konfliktlösung
2.2.2. Maßnahmen nach Kapitel VII: Zwangsmaßnahmen
3. Das „Klassische“ UN – Peacekeeping
3.1. Entstehung des Peacekeeping als „Kapitel VI ½“
3.2. Grundsätze des Peacekeeping
3.3. Die ersten vier Jahrzehnte der Friedenssicherung
4. Die Funktionsevolution der Friedenseinsätze nach Ende des Ost – West - Konflikts
4.1. Die Zweite Generation: Multidimensionale Einsätze
4.2. Die dritte Generation: „Robuste“ Einsätze
4.2.1. Fallbeispiel I: Somalia
4.2.2. Fallbeispiel II: Das ehemalige Jugoslawien
4.3. Erfahrungen aus den gescheiterten Einsätzen
4.4. Die Krise der Friedenssicherung
4.5. Eine vierte Generation: Komplexe Einsätze
5. Reformbestrebungen
6. Friedenseinsätze im 21. Jahrhundert – Herausforderungen und Probleme
6.1. Mandatierung
6.2 Truppenbereitstellung
6.3. Finanzierung
7. „Outsourcing“ der Friedenseinsätze: Eine mögliche Alternative?
7.1. Konfliktlösung durch Regionalorganisationen
7.2. Privatisierung der Friedenssicherung?
8. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Entwicklung und Effektivität der Friedenseinsätze der Vereinten Nationen über einen Zeitraum von 59 Jahren. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob diese Einsätze angesichts medialer Kritik und historischer Krisen als gescheitert angesehen werden müssen oder ob sie trotz negativer Erfahrungen als wertvolles Instrument zur Wahrung des Weltfriedens weiterentwickelt werden konnten.
3.1. Entstehung des Peacekeeping als „Kapitel VI ½“
Aufgrund der Machtverhältnisse nach Ende des Zweiten Weltkrieges, welche sich, wie bereits angesprochen auch im UN - Sicherheitsrat widerspiegelten, waren die Vereinten Nationen im Prinzip nicht in der Lage, ihrer Friedenssicherungsfunktion in ausreichendem Maße nachzukommen. Da insbesondere die kollektiven Zwangmaßnahmen gemäß Kapitel VII nicht derart zur Anwendung kommen konnten, wie es in der Charta vorgesehen war, war die Organisation schon früh gezwungen, eine angemessene Alternative zu finden, welche weder den Interessen der ständigen Mitglieder entgegenlief, noch der in der Charta verankerten souveränen Gleichheit der übrigen Mitglieder widersprach.
Daher entstand vor dem Hintergrund der Uniting for Peace - Resolution mit dem Einsatz von Friedenstruppen durch die Vereinten Nationen ein neues Instrument der Friedenssicherung: Das so genannte Peacekeeping. Dieser Terminus wurde erstmalig 1956 im Rahmen der Suez - Krise verwendet. Damals hatte Ägypten die Suez - Kanal - Gesellschaft verstaatlicht und wurde daraufhin von Israel, Großbritannien und Frankreich angegriffen, die den ägyptischen Staatspräsidenten Gamal Abdel Nasser stürzen und die Kontrolle über den strategisch wichtigen Suez - Kanal zurückgewinnen wollten. Da zwei der ständigen Mitglieder involviert waren und gegen Vermittlungsversuche ihr Veto einlegten, konnte der Sicherheitsrat nicht angemessen handeln, sodass auf Grundlage der Uniting for Peace - Resolution die Entsendung einer multinationalen Friedenstruppe, der United Nations Emergency Force (UNEF I), beschlossen wurde. Diese sollte die Feuerpause, die kurz zuvor auf Druck der USA durchgesetzt worden war und den Abzug der Streitkräfte Frankreichs, Großbritanniens und Israels aus dem ägyptischen Staatsgebiet überwachen.
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, die Effektivität von UN-Friedensmissionen seit 1945 kritisch zu hinterfragen und deren Entwicklung nachzuzeichnen.
2. Grundlagen der Friedenssicherung – Die Vereinten Nationen als System kollektiver Sicherheit: Dieses Kapitel erläutert das Prinzip der kollektiven Sicherheit sowie die rechtlichen und institutionellen Grundlagen gemäß der UN-Charta.
3. Das „Klassische“ UN – Peacekeeping: Hier werden die Entstehung des Peacekeepings als "Kapitel VI ½" sowie die Grundsätze und Erfahrungen der ersten vier Jahrzehnte dargelegt.
4. Die Funktionsevolution der Friedenseinsätze nach Ende des Ost – West - Konflikts: Das Kapitel behandelt den Wandel zu multidimensionalen und "robusten" Einsätzen anhand von Fallbeispielen und analysiert die daraus resultierende Krise.
5. Reformbestrebungen: Dieser Teil untersucht die verschiedenen Reformbemühungen, insbesondere den "Brahimi-Bericht" und die Einrichtung der Peacebuilding Commission.
6. Friedenseinsätze im 21. Jahrhundert – Herausforderungen und Probleme: Es werden die zentralen Schwierigkeiten wie Mandatierung, Truppenbereitstellung und Finanzierung in der heutigen Zeit beleuchtet.
7. „Outsourcing“ der Friedenseinsätze: Eine mögliche Alternative?: Das Kapitel diskutiert die Rolle von Regionalorganisationen und die Privatisierungstendenzen als mögliche Optionen der Friedenssicherung.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsperspektiven der UN-Friedenseinsätze.
Vereinte Nationen, Peacekeeping, Friedenssicherung, Konfliktmanagement, Sicherheitsrat, Peacebuilding, Robuste Einsätze, Friedenskonsolidierung, Reformen, Krisenprävention, Regionalorganisationen, Privatisierung, Mandatierung, Blauhelme, Kollektive Sicherheit.
Die Arbeit analysiert die Friedenseinsätze der Vereinten Nationen von ihrer Entstehung bis in die Gegenwart, um deren Wirksamkeit als Instrument des internationalen Konfliktmanagements zu bewerten.
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Grundlagen (UN-Charta), die historische Entwicklung verschiedener Generationen von Friedenseinsätzen, die Reformbemühungen sowie aktuelle Herausforderungen wie Finanzierung und Outsourcing.
Das Ziel ist es, die Frage zu klären, ob die UN-Friedenseinsätze als gescheitert betrachtet werden müssen oder ob aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt wurde, um das Instrument für die Zukunft zu optimieren.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die den Wandel von Instrumenten und Strategien anhand von Literatur und Fallbeispielen historisch-analytisch aufarbeitet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die Evolution der Friedensmissionen, eine vertiefende Analyse der Krisen der 90er Jahre und eine Untersuchung von Reformbemühungen sowie neuen Ansätzen wie dem Outsourcing an Regionalorganisationen.
Zu den zentralen Begriffen zählen Peacekeeping, Peacebuilding, das Prinzip der kollektiven Sicherheit, die Rolle des Sicherheitsrats und die Entwicklung hin zu komplexen, robusten Missionen.
Dieser von Dag Hammarskjøld geprägte Begriff beschreibt das klassische Peacekeeping, das konzeptionell zwischen den "weichen" Maßnahmen zur friedlichen Konfliktlösung (Kapitel VI) und den "harten" Zwangsmaßnahmen (Kapitel VII) angesiedelt ist.
Somalia dient als Paradebeispiel für einen "failed state", in dem die ursprüngliche Konsens-Logik des Friedenssicherung versagte und die Mission zwangsweise in einen "robusten" Einsatz mit militärischen Befugnissen umgewandelt wurde.
Der Brahimi-Bericht wird als eine der gründlichsten Analysen gewertet, die wichtige Anstöße für institutionelle Reformen und eine realistischere Mandatierung lieferte, wenngleich er nicht alle Probleme lösen konnte.
Der Autor sieht in PMCs zwar eine kostengünstigere und oft besser ausgerüstete Alternative für logistische Aufgaben, warnt jedoch vor völkerrechtlichen Risiken und psychologischen negativen Effekten, die entstehen könnten, wenn Staaten ihre Verantwortung delegieren.
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