Diplomarbeit, 2007
86 Seiten, Note: 2
A) Theoretischer Teil
0 Einleitende Gedanken
0.1 Titelinterpretation
0.2 Übersicht über die vorliegende Arbeit
1 Thematische Reflexion
1.1 Abklärung der verwendeten Termini
1.2 Versuch einer Abgrenzung der Begriffe Volks- bzw. Kunstmärchen vs. Buchmärchen
2 Abriss der Geschichte der Märchen innerhalb der einschlägigen Forschung
3 Typische Formalia und Aufbau der Märchen
4 Analytische Darstellung von ausgewählten Frauenmärchen in der Literatur
4.1 Der gegensätzliche Reifeweg der Protagonistinnen Rapunzel und Aschenputtel
4.1.1 Die Ausgangssituationen der beiden Märchenheldinnen
4.1.2 Unterdrückung der Protagonistinnen: „Turm-Gefangenschaft“ vs. „Erniedrigung in der Asche“
4.1.3 Die Befreiung aus der Gefangenschaft: passive vs. aktive Lösungsstrategien
4.2 Interpretation der Bilder in Schneewittchen
4.2.1 Das Familiendrama: Sneewittchen als Opfer der einer mordlustigen Stiefmutter
4.2.2 Loslösung von der Familie: Sneewittchen entwickelt sich vom Kind zur Frau
4.3 König Drosselbart: Analyse der Aufenthaltsorte
4.3.1 Im väterlichen Schloss: Beleuchtung der Persönlichkeit der Prinzessin
4.3.2 Im Hause des Bettelmanns
4.3.3 Im Schloss des Königs Drosselbart
B) Empirischer Teil
1 Analyse der ausgewählten Märchen
1.1 Rapunzel, „die unbewegte Märchenheldin“ vs. Aschenputtel, „Eine Frau geht ihren Weg“
1.2 Schneewittchen: Familienaspekte
1.3 König Drosselbart: Bedeutungsmöglichkeiten der Aufenthaltsorte
2 Untersuchung zur Frage „Inwieweit beeinflusst das Märchen die Frauen der Moderne?“
2.1 Auswertung der allgemeinen Fragen zu den Märchen: „Teil A des Fragebogens“
2.2 Auswertung der „Fragen zu ausgewählten Märchen mit Protagonistinnen“: „Teil B des Fragebogens“
2.3 Auswertung des Teils mit den Fragen, die die aktuellen Eindrücke zum Märchen König Drosselbart betreffen: „Fragenbogen Teil B. 2“
3 Ausgewählte Märchen im vergleichenden Moment: Ihr Einfluss auf die Frauen der Moderne
C) Resümee und Schlussbemerkung
Diese Arbeit untersucht den diachronen und synchronen Einfluss der Märchen der Brüder Grimm auf das Selbstverständnis und die Lebenswelt moderner Frauen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, inwieweit Frauenmärchen, die einer vergangenen Zeit entstammen, heute noch in den Vorstellungen und Gefühlen von Frauen präsent sind und deren Lebenssicht oder Einstellungen beeinflussen.
4.1.2 Unterdrückung der Protagonistinnen: „Turm-Gefangenschaft“ vs. „Erniedrigung in der Asche „
Der Begriff Aschenputtel „bezeichnet (diachronisch betrachtet) ursprünglich eine niedrige, schmutzige Küchenmagd, die sich um die Asche im Herd zu kümmern hatte.“ Ihrem staubigen und schmutzigen Aussehen, das durch ihre Arbeit in der Küche herrührt, zu der sie von ihren Stiefschwestern gezwungen wird, verdankt sie diesen Namen. Zwischen den Orten der Asche am Herd und dem Turm Rapunzels ist nach DREWERMANN (1994: 187) „ (...), symbolisch betrachtet, an sich gewiß kein Unterschied – beide Chiffren stehen für ein Leben, das kein Leben mehr ist, für ein Dasein in Einsamkeit und Gefangenschaft, (...)“, denn beide Heldinnen werden von ihrer Außenwelt ausgegrenzt und in ihrer Entwicklung blockiert.
„Aber die Art und die Ursache der seelischen Einengung sind hier wie dort auf charakteristische Weise verschieden.“ So wird Aschenputtel nach BETTELHEIM (2006: 275) aus einer Geschwisterrivalität heraus an den Herd verbannt, und das „zu einem Zeitpunkt an dem bereits ein gewisses Maß an Selbstständigkeit auf seiten des heranwachsenden Mädchens vorauszusetzen ist.“, wie DREWERMANN (1994: 188). Durch den Tod ihrer leiblichen Mutter, muss Aschenputtel lernen, für sich selbst zu sorgen und folglich Verantwortung zu übernehmen. Das Leben in der Asche symbolisiert nach BETTELHEIM (2006: 302) auch die Trauer über den Tod der Mutter, mit der der innere Entwicklungsprozess der Protagonistin ins Rollen gebracht wird.
Für Rapunzel hingegen stellt das Erlangen dieser Selbstständigkeit durch eine innere Entwicklung eine größere Hürde dar, da die Ursache ihrer Gefangenschaft im Turm nach DREWERMANN die Beziehung zwischen der Zauberin oder der „ (...) (Stief-)Mutter und Tochter hier nach Art einer Dualunion auf Identifikationen beruht, die noch weit unterhalb der Schwelle angesiedelt sind, an der es so etwas wie Konkurrenz und Eifersucht geben könnte.“ (ebd., 1994: 188). Das erklärt schließlich auch die Tatsache weshalb Rapunzel, im Gegensatz zu Aschenputtel, schön sein darf und die Zauberin auf diese Eigenschaft stolz ist: Sie identifiziert sich völlig mit ihrer Tochter.
0 Einleitende Gedanken: Einführung in den Reifeprozess weiblicher Märchenfiguren und Darstellung der Relevanz dieser Geschichten für das moderne Frauenleben.
1 Thematische Reflexion: Definition der Gattung Märchen sowie Abgrenzung zwischen Volks-, Kunst- und Buchmärchen.
2 Abriss der Geschichte der Märchen innerhalb der einschlägigen Forschung: Überblick über die historische Entwicklung der Märchenerzählkultur vom Altertum bis zur Romantik.
3 Typische Formalia und Aufbau der Märchen: Beschreibung der strukturellen Merkmale und des „roten Fadens“ in europäischen Volksmärchen.
4 Analytische Darstellung von ausgewählten Frauenmärchen in der Literatur: Psychologische und literaturwissenschaftliche Analyse von Rapunzel, Aschenputtel, Schneewittchen und König Drosselbart.
B) Empirischer Teil: Durchführung und quantitative sowie qualitative Auswertung der Befragung von 20 Frauen zu ihrem Märchenbezug.
C) Resümee und Schlussbemerkung: Zusammenführung der theoretischen Befunde mit den empirischen Ergebnissen und Reflexion der erarbeiteten Schlussfolgerungen.
Märchen, Gebrüder Grimm, Reifeprozess, Frauenbild, Rapunzel, Aschenputtel, Schneewittchen, König Drosselbart, Sozialverhalten, Tiefenpsychologie, Weiblichkeit, Geschlechterrolle, Identifikation, Erziehung, Patriarchat
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss Märchen der Gebrüder Grimm auf das Selbstverständnis und die Einstellungen von Frauen der Moderne haben.
Zentral sind der Reifeprozess weiblicher Protagonistinnen, die Bedeutung von Symbolen in Märchen sowie die Identifikation moderner Frauen mit klassischen Märchenfiguren.
Das Ziel ist es, diachronisch und synchron zu eruieren, inwieweit traditionelle Märchenstoffe auch heute noch Vorstellungen, Gefühle und Lebensentwürfe von Frauen prägen.
Die Arbeit verknüpft eine theoretische Literaturanalyse (psychologisch/literaturwissenschaftlich) mit einem empirischen Teil, bestehend aus einer Befragung von 20 Frauen unterschiedlicher Altersgruppen und Lebensphasen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter "Frauenmärchen" und eine darauf aufbauende empirische Untersuchung, die das heutige Rezeptionsverhalten widerspiegelt.
Schlüsselwörter sind unter anderem Märchen, Reifeprozess, Weiblichkeit, Geschlechterrollen, Identifikation und psychologische Symbolik.
Im Gegensatz zu den anderen untersuchten Zaubermärchen ist König Drosselbart den meisten Befragten kaum bekannt. Er wird als "Erziehungsmärchen" und "Zähmung der Widerspenstigen" analysiert, wobei die Prinzessin eine massive Transformation durchläuft.
Die Stiefmutter wird von den befragten Frauen meist als Inbegriff von Bosheit und Neid wahrgenommen und dient oft als negatives Projektionsfeld für Erfahrungen mit Konkurrenz unter Frauen.
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