Diplomarbeit, 2006
99 Seiten, Note: 1,7
1 Rationale Anforderungen an Prognosen
1.1 Rationale Erwartungen
1.2 Erwartungsnutzentheorie
1.3 Behavioral Finance
1.3.1 Repräsentativheuristik
1.3.2 Ankerheuristik
1.3.3 Overconfidence Bias
2 Finanzanalysten und ihr institutionelles Umfeld
2.1 Aufgaben der Finanzanalysten unter der Annahme einer halbstrengen Informationseffizienz
2.2 Klassifizierung der Analysten
2.3 Methoden der Aktienanalyse
2.3.1 Technische Analyse
2.3.2 Fundamentalanalyse
2.4 Empfehlungssysteme
2.5 Beobachtbare Empfehlungspraxis
2.6 Analysten Coverage
2.7 Vergütung der Analystentätigkeiten
2.8 Interessenkonflikte von Analysten
2.8.1 Generierung von Provision
2.8.2 Abhängigkeit vom Management
2.8.3 Aufbau von Reputation
3 Informationsaufnahme
3.1 Bisherige Forschungsmethodik
3.1.1 Fragebogen
3.1.2 Beobachtungen (Verbalprotokolle)
3.1.3 Vorgenommene Abgrenzungen früherer Untersuchungen
3.2 Informationsquellen der Analysten und deren Relevanz für die Bewertung
3.2.1 Geschäftsbericht
3.2.2 Investor Relations
3.2.3 Nicht-finanzielle Kennzahlen (operative)
3.2.4 Börsenmarktlage
3.2.5 Volkswirtschaftliche Größen und Brancheninformationen
4 Informationsverarbeitung
4.1 Inhaltsanalyse von Analystenreports
4.2 Ergebnisse der Inhaltsanalysen von Analystenreports
4.3 Verwendete Modelle und deren Inputgrößen
4.4 Rationalität der Gewinnprognosen
4.4.1 Prüfung auf Unverzerrtheit
4.4.2 Prüfung der Effizienz von Gewinnprognosen
4.4.3 Ergebnisse ausgewählter Studien
4.4.4 Kritik an den Studienergebnissen
4.5 Erklärungen für das Abweichen von rationalen Prognosen
4.5.1 Interessenkonflikte
4.5.2 Kommunikationsstörung
4.6 Behavioristische Erklärungsansätze
4.6.1 Repräsentativitätsheuristik
4.6.2 Ankerheuristik
4.6.3 Overconfidence Bias
5 Abgabe der Handelsempfehlung
5.1 Welches Modell erklärt die Empfehlung?
5.2 Prognosequalität der Empfehlung
5.3 Welches Modell erklärt die Aktienkursziele?
5.4 Informationsgehalt von Aktienkurszielen
5.5 Qualität der Kursziele
6 Fazit
Die Arbeit untersucht den Entscheidungsprozess von Aktienanalysten bei der Erstellung von Handelsempfehlungen und Gewinnprognosen unter Berücksichtigung von Interessenkonflikten und behavioristischen Einflüssen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob Analystenprognosen rational sind und welche Faktoren deren Qualität sowie den Informationsgehalt am Kapitalmarkt bestimmen.
1.1 Rationale Erwartungen
Es existiert kein natürliches Prüfkriterium für die Gewinnprognosen, weil anhand des Ausmaßes des Prognosefehlers keine Schlussfolgerung auf die Rationalität möglich ist. In den empirischen Arbeiten wird auf das Konzept der rationalen Erwartungen von MUTH zurückgegriffen, um die Güte von Gewinnprognosen zu bestimmen. Das Konzept wurde anhand von Preiserwartungen vorgestellt, erhielt aber nach der Veröffentlichung wenig Aufmerksamkeit. Erst als 1970 LUCAS das Konzept auf die Makroökonomie ausweitete und damit die neoklassische Makroökonomie mitbegründete, wurde das Konzept zum Standardparadigma, aus dem viele andere Theorien hervorgehen.
Die zentrale Aussage des Konzeptes ist, dass Erwartungen, die fundierte Prognosen darstellen, im Prinzip den Aussagen von ökonomischen Theorien gleichen. Diese Hypothese präzisiert MUTH noch, indem er anführt, dass die subjektive Wahrscheinlichkeitsverteilung für die Realisation der Variablen gleich der aus den verfügbaren Informationen bedingten tatsächlichen Verteilung dieser Variablen ist.
Der Hypothese unterliegt die Annahme, dass ökonomische Variablen durch einen systematischen Prozess gebildet werden. Die Wirtschaftssubjekte erlernen die objektive Wahrscheinlichkeitsverteilung der möglichen Realisationen der ökonomischen Variablen. Unter Beachtung der relevanten wirtschaftlichen Strukturbeziehungen und der objektiven Wahrscheinlichkeitsverteilung bilden sie ihre Prognosen.
1 Rationale Anforderungen an Prognosen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen rationaler Erwartungen sowie konträre Ansätze der Behavioral Finance Theorie.
2 Finanzanalysten und ihr institutionelles Umfeld: Hier werden das institutionelle Umfeld, die Aufgaben, Methoden sowie die Interessenkonflikte von Finanzanalysten beschrieben.
3 Informationsaufnahme: Dieses Kapitel analysiert die empirische Forschungsmethodik zur Informationsbeschaffung und die verschiedenen relevanten Informationsquellen für Analysten.
4 Informationsverarbeitung: Der Abschnitt befasst sich mit der Inhaltsanalyse von Analystenreports, den verwendeten Bewertungsmodellen sowie der Rationalitätsprüfung von Gewinnprognosen.
5 Abgabe der Handelsempfehlung: Hier wird untersucht, welche Modelle Empfehlungen erklären und wie der Informationsgehalt von Aktienkurszielen zu bewerten ist.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse hinsichtlich der Interessenkonflikte und der Rationalität von Analystenprognosen zusammen.
Aktienanalysten, Gewinnprognosen, Handelsempfehlungen, Rationale Erwartungen, Behavioral Finance, Informationseffizienz, Interessenkonflikte, Fundamentalanalyse, Prognosequalität, Kapitalmarkt, Investor Relations, Aktienkursziele, Institutionelle Anleger, Agency Theorie, Reputationsaufbau.
Die Arbeit analysiert den Entscheidungsprozess von Finanzanalysten, insbesondere wie sie Informationen aufnehmen, verarbeiten und in Prognosen sowie Empfehlungen umwandeln.
Die zentralen Themen sind die Rationalität von Prognosen, die Auswirkungen von Interessenkonflikten (z.B. Investmentbanking) sowie behavioristische Einflüsse wie Heuristiken.
Das Ziel ist es, die Rationalität von Gewinnprognosen zu prüfen und zu verstehen, warum Analysten von rationalen Modellen abweichen, etwa durch strategisches Verhalten.
Die Arbeit nutzt einen deskriptiven Ansatz und stützt sich auf eine umfassende Auswertung empirischer Studien zur Informationsverarbeitung und zum Analystenverhalten.
Der Hauptteil behandelt den gesamten Analystenprozess: von der Informationsbeschaffung über die Inhaltsanalyse von Reports bis hin zur Prüfung der Prognosequalität und der Erklärungsansätze für Abweichungen.
Wichtige Begriffe sind Finanzanalysten, Informationseffizienz, Behavioral Finance, Interessenkonflikte und Gewinnprognosen.
Interessenkonflikte, wie die Abhängigkeit vom Management oder Provisionserwartungen aus dem Investmentbanking, führen häufig zu einer optimistischen Verzerrung der Prognosen und Empfehlungen.
Die Behavioral Finance Theorie dient dazu, systematische Abweichungen von rationalem Verhalten durch psychologische Heuristiken wie den Overconfidence Bias oder die Ankerheuristik zu erklären.
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