Doktorarbeit / Dissertation, 2007
282 Seiten, Note: 1
1 Einführung
1.1 Relevanz und Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Unternehmen im interkulturellen Kontext
2.1 Interkulturelles Management
2.2 Nationalkultur als Einflussfaktor
2.2.1 Begriffsklärung
2.2.2 Differenzierende Kulturmodelle
2.3 Kulturvergleichende Forschung
2.3.1 Kulturdimensionen nach KLUCKHOHN&STRODTBECK
2.3.2 Kulturdimensionen nach HALL
2.3.3 Kulturdimensionen nach HOFSTEDE
2.3.4 Kulturdimensionen nach TROMPENAARS
2.3.5 Kulturgliederung nach PINTO
2.3.6 Kulturdimensionen nach DEMORGON
2.3.7 Kulturdimensionen nach ADLER
2.3.8 Kulturdimensionen nach SCHWARTZ
2.3.9 Kulturdimensionen nach der GLOBE-Studie
2.3.10 Vergleichende Betrachtung ausgewählter Kulturmodelle
2.4 Interkulturelle Kommunikation
2.4.1 Sprache und Identität
2.4.2 Interkulturelle Kommunikationsarten
2.4.3 Kommunikationsstile von Deutschen und Tschechen
2.4.4 Stereotype
2.4.5 Interkulturelle Kommunikation und interkulturelle Kompetenz
2.5 Diversity Management und Synergiepotenziale in der interkulturellen Zusammenarbeit
3 Teamarbeit
3.1 Die Bedeutung von Teams in Unternehmen
3.2 Begriffsklärung
3.3 Anlässe zur Bildung von Teams
3.4 Formen von Teamarbeit
3.5 Chancen und Risiken von Teamarbeit
3.6 Effektivitätsmodelle
3.7 Prozesse innerhalb von Teams
3.7.1 Herausforderungen multinationaler Teams
3.7.2 Teamentwicklungsprozess
3.7.2.1 Das Modell der Teamentwicklung von Tuckman (1965)
3.7.2.2 Das Modell der interkulturellen Teamentwicklung von Smith&Noakes (1996)
3.7.2.3 Das Modell der Entwicklungsstufen interkultureller Kooperation von Zeutschel (1999)
3.7.2.4 Weitere Modelle des interkulturellen Teambuilding
3.7.3 Vertrauen im Team
3.7.4 Teamkommunikation
3.8 Zusammenfassung
4 Diversitätsforschung
4.1 Theoretische Erklärungsansätze
4.2 Ausgangshypothese zur Wirkung von Diversität in multinationalen Teams
4.3 Empirische Befunde der Diversitätsforschung
4.3.1 Überblick über die empirischen Arbeiten zu Diversität multikultureller Teams
4.3.2 Messgrößen der empirischen Arbeiten
4.3.3 Ausgewählte Untersuchungen multikultureller Teams
4.3.3.1 Laborstudien
4.3.3.2 Feldstudien
4.4 Diskussion und Zusammenfassung der Ergebnisse für interkulturelle Teams
4.5 Ein integratives Modell der Performance multinationaler Teams
5 Hypothesen zur interkulturellen Zusammenarbeit in multinationalen Teams
5.1 Forschungsbedarf und Ziele der Untersuchung
5.2 Untersuchungshypothesen und Modell
5.2.1 Untersuchungshypothesen
5.2.2 Modell
6 Das Forschungsdesign der empirischen Untersuchung
6.1 Fragestellungen der empirischen Studie
6.2 Gegenstand der Untersuchung
6.2.1 Deutsche Unternehmen als Hauptgrundlage
6.2.2 Tschechien als lokaler Ausgangspunkt
6.2.3 Länderspezifische Wertorientierungen
6.2.4 Untersuchungspersonen
6.3 Methodenvielfalt der Forschung
6.4 Untersuchungsinstrument: Fragebogen
6.5 Auswertungsmethoden
7 Ergebnisse
7.1 Beschreibung der Untersuchungspopulation
7.1.1 Beteiligte Unternehmen und Rücklaufquote
7.1.2 Merkmale der Befragten
7.1.3 Merkmale der beschriebenen Teams
7.1.4 Arbeitsprozesse der Teams
7.2 Überblick über die weitere statistische Analyse
7.2.1 Skalenbildung der unabhängigen Variablen
7.2.2 Skalenbildung der abhängigen Variablen
7.3 Hypothesenprüfung
7.3.1 Hypothesenprüfung Ebene Individuum
7.3.1.1 Sprachkenntnisse
7.3.1.2 Interkulturelle Bewusstheit
7.3.1.3 Zeitverständnis
7.3.1.4 Beziehungsorientierung
7.3.1.5 Erkundungshypothesen Ebene Individuum
7.3.2 Hypothesenprüfung Ebene Gruppe
7.3.2.1 Kommunikation
7.3.2.2 Nationalitätenverhältnis
7.3.2.3 Aufgabentyp
7.3.2.4 Interkulturelles Lernen
7.3.2.5 Vertrauen
7.3.2.6 Erkundungshypothesen Ebene Gruppe
7.3.3 Hypothesenprüfung Ebene Unternehmen
7.3.4 Zusammenfassung Hypothesenprüfung zum Teamerfolg
7.3.5 Multiple Einflüsse
7.4 Auswertung der qualitativen Daten
8 Diskussion der Ergebnisse und Schlussfolgerungen
8.1 Zusammenfassende Diskussion
8.2 Implikationen für die Forschung
8.3 Implikationen für die Praxis
Die Arbeit analysiert die Prozesse und Ergebnisse der interkulturellen Zusammenarbeit in multinationalen Teams innerhalb von Unternehmen. Dabei wird untersucht, wie kulturelle Diversität als Erfolgsfaktor oder Herausforderung fungiert und welche Bedeutung dabei der Teamkommunikation und dem individuellen Bewusstsein für interkulturelle Unterschiede zukommt.
1.1 Relevanz und Problemstellung
Auf Grund der zunehmenden Vielfalt der Kundenbedürfnisse auf den Absatzmärkten, der geographischen Erweiterung der Beschaffungsmärkte („global sourcing“) und geöffneten Arbeitsmärkten (Mobilität) sind Unternehmen sehr häufig mit einer externen und internen Vielfalt konfrontiert, auf die es adäquat zu reagieren gilt. Unterstützt werden diese Entwicklungen durch neue Kommunikationstechnologien (Internet) und politische Faktoren wie der Entstehung supranationaler Wirtschaftsräume (z.B. EU). Die Globalisierung und die Gestaltung von Arbeitsprozessen in Teams sind zwei bestimmende Trends im 21. Jahrhundert. Beide Trends gemeinsam leiteten einen Boom der interkulturellen Zusammenarbeit in multinationalen Teams ein. Kulturübergreifende Teams bilden das Herzstück des Globalisierungsprozesses (vgl. Snow et al., 1996). Viele multikulturelle organisationale Einheiten wie Teams, Projektgruppen, Task Forces, Abteilungen oder Geschäftsführungen sind heute fester Bestandteil der Arbeitswelt (vgl. Podsiadlowski, 2002).
Die wachsende Popularität von multikulturellen Teams ist mit der Hoffnung verbunden, dass eine höhere Innovation und Kreativität sowie Wissensbereicherung auf Grund der heterogenen und diversen Gruppenzusammensetzungen mit einer größeren Auswahl an Fähigkeiten, Vorstellungen und Erfahrungen ermöglicht werden. Werden diese multikulturellen Teams effektiv gemanagt, dienen sie dem Unternehmen, eine größere Flexibilität und Autonomie zu entwickeln - Bedingungen für ein erfolgreiches Bestehen am globalen Markt (vgl. Snell et al., 1998).
Es ist allerdings die Frage zu stellen, ob sich diese Hoffnung automatisch erfüllt. So belegt eine Studie über 70 globale Arbeitsteams, dass zwar 18 Prozent sehr erfolgreich arbeiteten, andererseits aber ein Drittel gänzlich unerfolgreich miteinander kooperierte (vgl. Govindarajan/Gupty, 2001). Zahlreiche Beispiele von misslungenen internationalen Mergers&Acquisitions zeigen, dass Schwierigkeiten auftreten können, wenn Individuen aus unterschiedlichen Kulturen miteinander zusammenarbeiten (vgl. Maugain, 2003). Neben der Kompatibilität der Unternehmenskulturen stellen die kulturell begründeten Unterschiede zwischen den Teammitgliedern einen relevanten Faktor für die Schwierigkeiten dar (vgl. Cseh, 2003).
1 Einführung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung und die Herausforderungen interkultureller Zusammenarbeit in modernen Unternehmen dar und definiert das Ziel der Arbeit.
2 Unternehmen im interkulturellen Kontext: Das Kapitel erläutert den Kulturbegriff sowie verschiedene kulturwissenschaftliche Modelle und beleuchtet die Rolle der Kommunikation in interkulturellen Settings.
3 Teamarbeit: Hier werden Grundlagen, Formen und Effektivitätsmodelle von Teamarbeit behandelt, wobei Prozesse wie Teambuilding und Vertrauensaufbau analysiert werden.
4 Diversitätsforschung: Dieses Kapitel diskutiert theoretische Ansätze zur Wirkung von Diversität in Teams und wertet empirische Studien zu den Vor- und Nachteilen diverser Arbeitsgruppen aus.
5 Hypothesen zur interkulturellen Zusammenarbeit in multinationalen Teams: Basierend auf der Theorie werden Hypothesen zur individuellen, gruppenspezifischen und unternehmensorientierten Ebene formuliert und das zugrunde liegende Modell präsentiert.
6 Das Forschungsdesign der empirischen Untersuchung: Das Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise, den Gegenstand der Untersuchung und die Konstruktion des verwendeten Fragebogens.
7 Ergebnisse: Die erhobenen Daten aus der Befragung werden deskriptiv dargestellt, statistisch ausgewertet und die aufgestellten Hypothesen werden geprüft.
8 Diskussion der Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Eine zusammenfassende Diskussion bewertet die Ergebnisse und leitet daraus Implikationen für die zukünftige Forschung sowie die praktische Unternehmensführung ab.
Interkulturelle Zusammenarbeit, multinationale Teams, Diversität, Diversity Management, Kulturmodelle, Teamarbeit, interkulturelle Kommunikation, Vertrauen im Team, Teameffektivität, Arbeitszufriedenheit, interkulturelle Kompetenz, Nationalkultur, Unternehmenskultur, empirische Untersuchung, Gruppenprozesse.
Die Arbeit befasst sich mit den Prozessen und Ergebnissen der interkulturellen Zusammenarbeit in multinationalen Teams in Unternehmen.
Die zentralen Themen sind der Einfluss von Nationalkultur auf die Arbeit, die Dynamik von interkultureller Kommunikation, Konzepte der Teamarbeit sowie die Auswirkungen von Diversität auf die Teamperformance.
Das Ziel ist es, Einflussfaktoren für eine erfolgreiche interkulturelle Zusammenarbeit zu eruieren, diese empirisch zu überprüfen und daraus Implikationen für die Praxis abzuleiten.
Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen mit einer quantitativen Feldforschung (Fragebogen) in multinationalen Teams, ergänzt durch eine qualitative Auswertung offener Fragen.
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen zu Kultur und Teamarbeit, eine fundierte Diversitätsforschung, die Hypothesenbildung sowie die Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Schlüsselwörter sind u.a. Interkulturelle Zusammenarbeit, Diversität, multinationale Teams, Teameffektivität, Unternehmenskultur und Kommunikation.
Tschechien dient als lokaler Ausgangspunkt der Untersuchung, wobei insbesondere die Zusammenarbeit in deutschen Unternehmen in Tschechien sowie der kulturelle Vergleich zwischen beiden Ländern analysiert wird.
Die Arbeit zeichnet sich durch den Fokus auf reale, multinationale Teams in Mitteleuropa aus und trennt gezielt zwischen verschiedenen Formen der Diversität, um präzisere Aussagen über deren Wirkmechanismen zu treffen.
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