Diplomarbeit, 2004
110 Seiten, Note: 1,3
A. Theoretischer Teil
Einleitung
1. Wissenskluft
1.1 Die ursprüngliche Wissensklufthypothese
1.2 Begründung der Hypothese
1.3 Basiskonzepte
1.3.1 Wissen
1.3.2 Sozioökonomischer Status
1.3.3 Informationsfluss
1.3.4 Sozialsystem
1.4 Ceiling-Effekt
1.5 Differenz- vs. Defizitperspektive
1.6 Erweiterung der ursprünglichen These
1.6.1 Angebotsbedingte Wissensklüfte
1.6.2 Nutzungsbedingte Wissensklüfte
1.6.3 Rezeptionsbedingte Wissensklüfte
1.7 Kritik zur Wissensklufthypothese
1.8 Zusammenfassung
2. Wissen
2.1 Der Wissensbegriff
2.2 Hirnforschung
2.3 Gedächtnis
2.3.1 Ultrakurzzeitgedächtnis
2.3.2 Kurzzeitgedächtnis
2.3.3 Langzeitgedächtnis
2.4 Kognitives Modell
2.4.1 Piagets Modell im Allgemeinen
2.4.1.1 Sensomotorische Phase
2.4.1.2 Phase des präoperationalen Denkens
2.4.1.3 Phase der konkreten Operationen
2.5 Typologie von Wissen (Fakten vs. Strukturwissen)
2.6 Zusammenfassung
3. Wissen durch Sozialisation
3.1 Sozialisation allgemein
3.2 Sozialisation in der Familie
3.3 Sozialisation durch die Schule
3.4 Sozialisation durch Peers
3.5 Selbstsozialisation
3.6 Zusammenfassung
4. Wissen durch Medien
4.1 Medienfunktionen
4.2 Stadien der Medienwirkungsforschung
4.3 Das dynamisch-transaktionale Modell
4.3.1 Transaktionale Sichtweise
4.3.2 Dynamische Sichtweise
4.4 Medienwirkung bei Kindern
4.5 Zusammenfassung
5. Durch Lesen zum Wissen
5.1 Lesen in der Wissenskluftforschung
5.2 Lesen und Hirnforschung
5.3 Lesesozialisation
5.3.1 Familiale Lesesozialisation
5.3.2 Lesen und Schule
5.3.3 Lesen und Peers
5.4 Printmedien
5.5 Zusammenfassung
6. Zwischenfazit
B. Empirischer Teil
7. Kinderzeitschriften
7.1 Zeitschrift
7.1.1 Periodizität
7.1.2 Aktualität
7.1.3 Publizität
7.1.4 Universalität
7.1.5 Definition von Zeitschrift
7.2 Kindheit
7.3 Kinderzeitschrift
7.4 Kriterien der Stichprobe
7.4.1 Typologie von Kinderzeitschriften
7.4.1.1 Produzentenbezogene Merkmale
7.4.1.2 Inhaltlich-formale Aspekte
7.4.1.3 Zielgruppe
7.4.2 Zusätzliche Auswahlkriterien
7.5 Die Stichprobe
7.5.1 Schülerzeitschriften
7.5.2 Vorschulzeitschriften
8. Analyse
8.1 Umfang
8.2 Text-Bild-Verhältnis
8.3 Textverständlichkeit
8.3.1 Verständlichkeitsformel
8.3.2 Schriftgröße
8.4 Kaufwahrscheinlichkeit
8.4.1 Preis
8.4.2 Gimmick
8.5 Inhalt
8.5.1 Werbung
8.5.2 Formalien
8.5.3 Unterhaltung
8.5.4 Information
8.6 Themenverteilung
9. Fazit
Die Arbeit untersucht, ob und wie Kinderzeitschriften zur Entstehung oder Reduzierung von Wissensklüften bei Kindern beitragen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob diese Medien Kinder aus lesefernen Haushalten zum Lesen anregen können oder ob sie die bereits bestehende Schichtenspezifik in der Informationsaneignung weiter verstärken.
1.1 Die ursprüngliche Wissensklufthypothese
In dem makrotheoretischen Modell beschreibt die Minnesota Gruppe, Phillip J. Tichenor, George A. Donohue und Clarice N. Olien, dass Mediennutzung entgegen der allgemeinen Annahme nicht zur generellen Anhebung der Informiertheit und des Wissens in einer Gesellschaft führt, sondern im Sinne eines „Trendverstärkers bestehende Ungleichheiten sogar noch verstärkt“ (Bonfadelli, 1994: 41). Die Wissensklufthypothese, die 1970 formuliert wurde, besagt:
„As the infusion of mass media information into a social system increases, segments of the population with higher socio-economic status tend to acquire this information at a faster rate then the lower status segments, so that the gap in knowledge between these segments tends to increase rather than decrease” (Tichenor/Donohue/Olien, 1970: 159 f.).
„Mit dem Begriff ‚Wissenskluft’ wird also die Verteilung des Wissens in einem sozialen System bezeichnet“ (Bonfadelli, 1994: 88). Die Folge von Massenkommunikation ist keine homogenisierende Wirkung auf die Gesellschaft, sondern eine Verstärkung seiner Heterogenität und damit eine Verstärkung der Distanz zwischen sozialen Gruppen.
1. Wissenskluft: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Wissensklufthypothese sowie ihre Basiskonzepte und diskutiert die Bedeutung von Wissensungleichheiten in modernen Gesellschaften.
2. Wissen: Das Kapitel befasst sich mit der Definition von Wissen, der Rolle der Hirnforschung und Gedächtnisprozesse sowie der kognitiven Entwicklung bei Kindern gemäß Jean Piaget.
3. Wissen durch Sozialisation: Hier werden die Instanzen der Sozialisation (Familie, Schule, Peers) analysiert und deren Einfluss auf die Wissensaneignung bei Kindern diskutiert.
4. Wissen durch Medien: Dieses Kapitel untersucht die Funktionen von Massenmedien und deren Wirkungsweisen im Kontext des dynamisch-transaktionalen Modells sowie Besonderheiten bei der Medienwirkung auf Kinder.
5. Durch Lesen zum Wissen: Der Fokus liegt hier auf dem Lesen als zentrale Kulturtechnik, der Lesesozialisation und den spezifischen Eigenschaften von Printmedien im Vergleich zu anderen Medien.
6. Zwischenfazit: Eine Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse zur Entstehung von Wissensunterschieden durch die Interaktion von Sozialisation und Mediennutzung im Kindesalter.
7. Kinderzeitschriften: Dieser Abschnitt definiert Kinderzeitschriften, entwickelt eine Typologie und legt die Auswahlkriterien für die empirische Stichprobe fest.
8. Analyse: Die empirische Untersuchung der ausgewählten Kinderzeitschriften in Bezug auf Umfang, Text-Bild-Verhältnis, Verständlichkeit, Kaufwahrscheinlichkeit und inhaltliche Themenverteilung.
9. Fazit: Eine abschließende Bewertung der Ergebnisse, in der die Hypothese kritisch reflektiert und Handlungsempfehlungen zur Reduzierung von Wissensklüften abgeleitet werden.
Wissenskluft, Wissensklufthypothese, Medienwirkung, Kinderzeitschriften, Sozialisation, Lesesozialisation, Printmedien, kognitive Entwicklung, Jean Piaget, Informationsfluss, Bildung, Wissenserwerb, Medienkompetenz, Sozioökonomischer Status, Inhaltsanalyse.
Die Arbeit untersucht, ob und wie Kinderzeitschriften zur Entstehung oder Verringerung von Wissensklüften im Kindesalter beitragen.
Die zentralen Felder sind die Wissensklufttheorie, pädagogische Entwicklungspsychologie, Sozialisationsinstanzen und die Wirkungsweise von Medien auf Heranwachsende.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob Kinderzeitschriften Kinder aus verschiedenen sozialen Schichten gleichermaßen erreichen oder ob sie Wissensunterschiede eher verstärken.
Neben einer ausführlichen theoretischen Aufarbeitung erfolgt im empirischen Teil eine systematische Inhaltsanalyse und formale Begutachtung von fünf ausgewählten Kinderzeitschriften.
Der Hauptteil beleuchtet theoretische Grundlagen des Wissenserwerbs, Sozialisation, Medienfunktionen und führt dann die spezifische Analyse von Kinderzeitschriften hinsichtlich Kriterien wie Verständlichkeit, Gimmicks und inhaltlicher Themenverteilung durch.
Wissenskluft, Sozialisation, Medienkompetenz, Lesesozialisation, kognitive Entwicklung und Kinderzeitschriften.
Gimmicks dienen primär als Kaufanreiz, wobei der Einsatz bei jüngeren Zielgruppen stärker ausgeprägt ist, um die Kaufwahrscheinlichkeit direkt durch das Kind zu erhöhen.
Die Analyse zeigt, dass Kinderzeitschriften die Wissenskluft tendenziell eher vergrößern, da mit steigendem Alter der inhaltliche Informationsanteil steigt, was höhere kognitive Anforderungen an die Leser stellt.
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