Bachelorarbeit, 2006
63 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Brüder Grimm
3. Märchen
3.1 Allgemein
3.2 Überlieferung
3.3 Merkmale
3.4. Familie im Märchen
4. Die Geschwisterbeziehung
4.1 Der Begriff „Geschwisterbeziehung“
4.2 Einflussfaktoren
5. Geschwisterbeziehungen in Märchen
5.1 Formen
5.1.1 Nähe und Distanz bei Geschwistern
5.1.1.1 Beziehungsmuster
5.1.1.2 Identifikationsmuster
5.2 Darstellungsweisen
5.2.1 Gute Geschwisterbeziehungen
5.2.1.1 Brüderchen und Schwesterchen
5.2.1.2 Schneeweißchen und Rosenrot
5.2.1.3 Hänsel und Gretel
5.2.1.4 Die zwölf Brüder
5.2.1.5 Fundevogel
5.2.2 Schlechte Geschwisterbeziehungen
5.2.2.1 Aschenputtel
5.2.2.2 Frau Holle
5.2.2.3 Die drei Federn
5.2.2.4 Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein
6. Bedeutung und Besonderheiten von Geschwistern
6.1. Bedeutung
6.2 Besonderheiten
7. Einfluss auf Leser und Zuhörer
8. Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschwisterbeziehungen in ausgewählten Märchen der Gebrüder Grimm, um zu verstehen, warum dieses Figurenensemble in den Erzählungen von zentraler Bedeutung ist und welche unterschiedlichen Formen und Darstellungsweisen diese Bindungen annehmen.
Die Geschwister:
In dem Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ kommen zwei Geschwister vor, die eine innige Beziehung zueinander haben. Beide wachsen mit einer Stiefschwester im Hause der Stiefmutter auf. Die leibliche Mutter ist verstorben und der Vater der Kinder wird im Märchen nicht erwähnt, weshalb die Stiefmutter die drei Kinder alleine aufziehen muss. Die Stiefmutter behandelt Brüderchen und Schwesterchen sehr schlecht, da sie nicht ihre leiblichen Kinder sind. Die Geschwister erhalten weder Liebe noch Geborgenheit seit ihre leibliche Mutter tot ist. In den Jahren des Zusammenlebens mit der Stiefmutter erfahren sie Zurückweisung, Beschimpfungen, Schläge, Verbote und Hunger. Ihr gemeinsames Schicksal, d.h. Verlust der Eltern, Missachtung durch die Stiefmutter und ihre Blutsverwandtheit stärken die Bindung zueinander. Die besondere Liebe der beiden wird somit zum zentralen Punkt des Märchens.
Beide sind traurig, fühlen sich verlassen, leiden und sehnen sich nach Liebe und Geborgenheit. Durch ihre vereinte Treue und ihrer Liebe zueinander erlangen sie Schutz, Geborgenheit, Zuneigung und Wertschätzung. Sie schenken sich Trost, Aufmerksamkeit, Annahme, Verstehen und Verständnis trotz aller Unterschiede. Es schmiedet zusammen auf immer und ewig, was auch kommen mag. Die negativen Erfahrungen ihrer gemeinsamen Kindheit sind der Grund der besonderen Geschwisterbeziehung, die nie mit irgendeinem anderen teilbar ist, auch nicht mit dem besten Mann oder der besten Frau.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Märchen als literarische Form heraus und führt in die Fragestellung zur Rolle von Geschwistern als festes Figurenensemble bei den Gebrüdern Grimm ein.
2. Die Brüder Grimm: Dieses Kapitel bietet einen biografischen Überblick über Jacob und Wilhelm Grimm und erläutert ihre Intention beim Sammeln und Aufbereiten der Kinder- und Hausmärchen.
3. Märchen: Es werden die Gattungsmerkmale des Märchens, der Prozess der Überlieferung und die typische Darstellung familiärer Strukturen innerhalb der Geschichten beleuchtet.
4. Die Geschwisterbeziehung: Dieser Teil definiert den Begriff der Geschwisterbeziehung aus psychologischer Sicht und identifiziert wesentliche Faktoren, die diese Bindung beeinflussen.
5. Geschwisterbeziehungen in Märchen: Der Hauptteil analysiert detailliert positive und negative Beziehungsmuster, Identifikationsmodelle sowie die spezifische Funktion der Geschwister in neun ausgewählten Märchen.
6. Bedeutung und Besonderheiten von Geschwistern: Hier werden die verschiedenen Rollen von Geschwistern, wie etwa als Vorbilder, Verbündete oder Objekte von Feindseligkeit, systematisch zusammengefasst.
7. Einfluss auf Leser und Zuhörer: Das Kapitel reflektiert, wie die Darstellung von Geschwisterkonflikten und deren glückliche Auflösung auf die moralische und psychologische Entwicklung von Lesern und Zuhörern wirkt.
8. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die unterstreicht, dass positive Geschwisterrollen als Fundament für ein gelungenes Leben und als Hoffnungsträger fungieren.
Geschwisterbeziehung, Brüder Grimm, Märchen, Rivalität, Identifikation, Geschwisterliebe, Stiefmutter, Familienstruktur, Psychologie, Märchenanalyse, Erlösung, Harmonie, Kindheit, Rollenbilder, Zusammenhalt.
Die Arbeit untersucht die psychologische und erzählerische Bedeutung von Geschwisterbeziehungen in den Märchen der Gebrüder Grimm.
Zu den Schwerpunkten gehören die Analyse von Geschwisterkonflikten, das Zusammenwirken als Verbündete gegen äußere Widrigkeiten und die Auswirkungen der Erziehung durch Eltern oder Stiefeltern.
Die Autorin geht der Frage nach, warum die Märchenerzähler Geschwister als festes Figurenensemble benötigen und wie sich unterschiedliche Formen dieser Beziehung in den Erzählungen darstellen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch tiefenpsychologische Aspekte ergänzt wird, um die Verhaltensweisen der Märchenfiguren zu deuten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von positiven Geschwisterbeziehungen (z.B. Hänsel und Gretel) und negativen bzw. von Rivalität geprägten Beziehungen (z.B. Aschenputtel, Frau Holle).
Zentrale Begriffe sind Geschwisterliebe, Rivalität, Identifikation, familiäre Konflikte und die moralische sowie psychologische Funktion des „guten Endes“ im Märchen.
Es beschreibt eine Form der intensiven Geschwisterliebe, die sich ausschließlich unter den Bedingungen einer defizitären Eltern-Kind-Beziehung entwickelt und die Kinder stark aneinander bindet.
Während "Frau Holle" eine klassische Antithese von Gut und Böse bei Stiefschwestern aufzeigt, dient "Fundevogel" als Beispiel für eine harmonische, auf Vertrauen basierende Beziehung trotz Stiefgeschwister-Konstellation.
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