Examensarbeit, 2005
78 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Aristoteles: Poetik
2.1 Die Entstehungszeit der Poetik
2.2 Dichtung als Nachahmung
2.3 Die Tragödientheorie
2.4 Die Komödientheorie
3. Allgemeine Strömungen im Sturm und Drang
3.1 Dichtung des Sturm und Drang
3.2 Geniekult und das Vorbild Shakespeares
3.2.1 Der Shakespeare-Aufsatz Herders
3.2.2 Goethe: Zum Schäkespears Tag
3.2.3 Lenz: Über die Veränderung des Theaters im Shakespear
3.3 Die Dramentheorie Gotthold Ephraim Lessings
3.3.1 Die Hamburgische Dramaturigie Gotthold Ephraim Lessings
4. Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater
4.1 Die Entstehung der Anmerkungen übers Theater
4.2 Die Form der Anmerkungen übers Theater
4.3 Der Aufbau der Anmerkungen übers Theater
4.4 Das Wesen der Poesie
4.5 Zum Gegenstand der Nachahmung
4.6 Die drei Einheiten
4.7 Das französische Theater und Shakespeare
4.8 Lenz und Aristoteles
4.9 Die Dramentheorie
4.9.1 Die Tragödientheorie
4.9.2 Die Komödientheorie und Mischung der Gattungen
4.10 Lenz´ Notiz Für Wagnern (Theorie der Dramata)
5. Jakob Michael Reinhold Lenz: Der neue Menoza oder Geschichte des cumbanischen Prinzen Tandi
5.1 Entstehung- und Textgeschichte des neuen Menoza
5.2 Analyse des Stücks Der neue Menoza
5.2.1 Die Handlungsstruktur im neuen Menoza
5.2.2 Zeit und Raum
5.2.2.1 Zum Umgang mit der Zeit
5.2.2.2 Zum Umgang mit dem Raum
5.2.3 Das dramatische Personal
5.2.4 Das Prinzip des Zufalls
5.2.5 Die Schlussszenen
5.3 Gattungstheoretische Einordnung des neuen Menoza
6. Jakob Michael Reinhold Lenz: Der Engländer
6.1 Entstehungs- und Textgeschichte des Engländers
6.2 Analyse des Engländers
6.2.1 Handlungsstruktur
6.2.2 Umgang mit den drei Einheiten
6.2.2.1 Einheit des Ortes
6.2.2.2 Einheit der Zeit
6.2.2.3 Einheit der Handlung
6.2.3 Das dramatische Personal
6.3 Gattungstheoretische Einordnung des Engländers
7. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Dramentheorie von Jakob Michael Reinhold Lenz unter Berücksichtigung seiner kritischen Auseinandersetzung mit der aristotelischen Regelpoetik und den dramatischen Konventionen seiner Zeit, insbesondere durch eine Analyse der "Anmerkungen übers Theater" sowie der Dramen "Der neue Menoza" und "Der Engländer".
4.5 Zum Gegenstand der Nachahmung
Hauptgegenstand der Nachahmung ist bei Lenz der Mensch, ganz im Gegensatz zum antiken griechischen Drama, in dem Menschen ausnahmslos als dem Schicksal Unterworfene dargestellt wurden. Der individuelle Charakter, der „kenntliche Umriß eines Menschen auf der Bühne“, hat nun nichts mehr mit schicksalsbefohlenen Ereignissen zu tun. Damit wendet Lenz sich ganz bewusst und radikal gegen Aristoteles, den er immer wieder zitiert und kritisiert. Dies ist auch der zentrale Punkt von Lenzens radikaler Polemik gegen Aristoteles und damit auch gegen Lessing. Aristoteles bestimmt zum Hauptgegenstand der Nachahmung in der Tragödie das Schicksal des Menschen.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Lenz' dramentheoretischen Schriften für die Epoche des Sturm und Drang heraus und definiert das Ziel der Arbeit, diese Theorie anhand von Lenz' Dramen zu analysieren.
2. Aristoteles: Poetik: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der aristotelischen Gattungspoetik, insbesondere den Mimesis-Begriff sowie die Theorie der Tragödie und Komödie als Basis für die spätere Kritik durch Lenz.
3. Allgemeine Strömungen im Sturm und Drang: Hier werden die ästhetischen Voraussetzungen der Zeit, der Geniekult und das Shakespeare-Bild als Kontext für Lenz' Schaffen beleuchtet.
4. Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater: Das Kapitel bietet eine detaillierte Auseinandersetzung mit Entstehung, Aufbau und zentralen Thesen der "Anmerkungen übers Theater", insbesondere der Abkehr von Aristoteles.
5. Jakob Michael Reinhold Lenz: Der neue Menoza oder Geschichte des cumbanischen Prinzen Tandi: Eine Analyse von Lenz' Komödie, in der untersucht wird, ob das Stück die theoretischen Forderungen an die neue Komödienform erfüllt.
6. Jakob Michael Reinhold Lenz: Der Engländer: Eine Untersuchung des dramatischen Phantaseis "Der Engländer", wobei die gattungstheoretische Einordnung und die Parodie klassischer Formen im Zentrum stehen.
7. Schluss: Das Fazit resümiert die Aktualität von Lenz' Dramentheorie und die Bestätigung seiner theoretischen Forderungen durch seine literarische Praxis.
Lenz, Sturm und Drang, Dramentheorie, Aristoteles, Poetik, Nachahmung, Mimesis, Geniebegriff, Shakespeare, Komödie, Tragödie, Gattungstheorie, Der neue Menoza, Der Engländer, Regelpoetik
Die Arbeit analysiert die Dramentheorie von Jakob Michael Reinhold Lenz und untersucht, wie er die aristotelische Poetik kritisch hinterfragt und durch eigene, für den Sturm und Drang charakteristische Konzepte ersetzt.
Im Zentrum stehen die Konzepte von Nachahmung (Mimesis), die Definition von Tragödie und Komödie, die Bedeutung des Geniekults sowie die radikale Abkehr von klassischen Regelkonventionen zugunsten einer neuen dramatischen Struktur.
Das Ziel ist es, Lenz' dramentheoretische Äußerungen nicht nur historisch im Sturm und Drang zu verorten, sondern deren Bedeutung für die moderne Dramatik aufzuzeigen und durch die Analyse seiner Werke zu überprüfen.
Die Arbeit nutzt eine komparatistische und literaturwissenschaftliche Analyse, indem sie primäre dramentheoretische Texte von Aristoteles, Lessing und Lenz kontrastiert und Lenz' eigene Dramen einer strukturellen Analyse unterzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der aristotelischen Poetik und die Analyse der Sturm-und-Drang-Strömungen, gefolgt von einer tiefgehenden Betrachtung von Lenz' Hauptschrift "Anmerkungen übers Theater" sowie der Untersuchung der Stücke "Der neue Menoza" und "Der Engländer".
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Dramentheorie, Regelpoetik-Kritik, Geniebegriff, Mimesis, Charakterdrama und die spezifische Gattungsbestimmung von Komödie und Tragödie bei Lenz charakterisiert.
Lenz setzt die Komödie an die Stelle der Tragödie und fordert, dass nicht der Charakter, sondern die "Sache" bzw. die "Begebenheit" das Hauptstück der Komödie sein soll.
Die Bezeichnung verweist auf die bewusste Ungebundenheit des Stücks an klassische Gattungsvorschriften und stellt eine Parodie auf das aristotelisch-klassische Regeldrama dar.
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