Magisterarbeit, 2007
70 Seiten, Note: 1,1
Einleitung
1. Performanz / Performativität
1.1 Zum Begriff der Performance-Kunst
1.2 Chicano/a Performance
1.2.1 Ein Beispiel: Die Performancegruppe Asco
1.3 The Mainstream Bizarre und die Multikulturalismus-Debatte der neunziger Jahre
2. Die Performance-Kunst von Guillermo Gómez-Peña
2.1 Die Strategie der (Nicht-)Identität
2.2 Die Strategie der umgekehrten Anthropologie am Beispiel der Performance The New World Border
2.3 Two Undiscovered Amerindians Visit als Antwort auf fünfhundert Jahre Kolonialismus
3. NAFTA und The New World Border
3.1 Postkoloniale Performance und Grenze
3.2 Zur Rolle der Künstler nach Gómez-Peña
3.3 Zur Funktion der Aufführung transkultureller Performance
3.4 Zur Wirkung und Funktion des Textes bei Gómez-Peña
4. Intermedialität & Performativität
4.1 Körper als Medium und performative Ausdrucksform
4.2 Medienwechsel und Medienkombination bei Gómez-Peña
4.2.1 Die Performance Temple of Confessions
4.3 Neue Medien
5. Ein Ausblick: Tijuana als ‚Labor der Grenzkunst’
5.1 Das Künstlerkollektiv Bulbo
5.2 Tijuana als Ort der kulturellen Brechung
Diese Arbeit untersucht die Performance-Kunst von Guillermo Gómez-Peña im Kontext transnationaler Identitätsbildung und Grenzdiskurse. Das Hauptziel besteht darin, die historische Dimension der Performance-Kunst mit den spezifischen Strategien der Identitätsbildung und kulturellen Selbstbehauptung im Grenzraum zwischen Mexiko und den USA zu verknüpfen, wobei auch die Bedeutung intermedialer Praktiken analysiert wird.
2.1 Die Strategie der (Nicht-)Identität
In der Einleitung des Performancestücks The New World Border. Prophecies for the End of the Century greift Gómez-Peña auf die Strategie der ‘(Nicht-)Identität’ zurück: “There is really no plot, nor recognizable ‘characters.’ The performers on stage are mere media images and virtual reality clones of our own (fictionalized) identities.” (Gómez-Peña 1996: 21)
Auffällig in NWB ist die fehlende Kohärenz der Handlung und der Performance-Charaktere. Homogenisierende Strukturen der Identitätsbildung, wie sie durch die Kategorien race, class und gender festgeschrieben werden, finden in der Performance einen heterogenen Ausdruck, ohne dabei eine feste Minderheitenposition einzunehmen. Entgegen dem ersten Eindruck ist es nicht das Auflösen von Binäroppositionen, sondern ein fließender, nicht fixer Zustand, der durch die Performance erreicht wird. Somit wird die Möglichkeit einer authentischen Repräsentation von Grund auf verneint und ihre Mechanismen werden per se hinterfragt. Setzt man voraus, dass Strategien der Identitätsbildung temporär zu verorten und stetigem Wandel unterworfen sind, so gleichen sie in ihrer Prozesshaftigkeit und Fluidität den Techniken von Performance-Kunst.
Eine zentrale Eigenschaft der Performance-Charaktere in NWB sind die shifting identities, welche sich gleichermaßen durch alle Texte Gómez-Peñas ziehen. Die Charaktere werden in ihrer jeweiligen ‚Teil-Identität’ gebrochen, so dass mehrere ‚(Nicht-)Identitäten’ erzeugt werden. Das heißt, die Figuren lassen sich weder auf der Metaebene des Textes stringent einordnen, noch sind sie als Performance-Charaktere frei von Identitätskonflikten.
Einleitung: Die Einleitung verortet die Arbeit im Feld der Identitäts- und Grenzdiskurse, insbesondere im transkulturellen Grenzraum zwischen Mexiko und den USA, unter Rückgriff auf die Performance-Kunst von Gómez-Peña.
1. Performanz / Performativität: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen der Performance-Kunst, untersucht die Chicano/a-Performance und reflektiert die Multikulturalismus-Debatte der neunziger Jahre.
2. Die Performance-Kunst von Guillermo Gómez-Peña: Es werden die zentralen künstlerischen Strategien Gómez-Peñas wie die (Nicht-)Identität und die umgekehrte Anthropologie an konkreten Performancestücken analysiert.
3. NAFTA und The New World Border: Hier wird der Einfluss von NAFTA auf die Performance-Kunst sowie die Rolle des Künstlers als sozialer Denker und transkultureller Diplomat in einem postkolonialen Kontext beleuchtet.
4. Intermedialität & Performativität: Das Kapitel vergleicht intermediale und performative Phänomene, analysiert den Körper als Medium und untersucht den Wechsel von Medien in ausgewählten Arbeiten.
5. Ein Ausblick: Tijuana als ‚Labor der Grenzkunst’: Abschließend werden aktuelle künstlerische Entwicklungen in Tijuana, insbesondere am Beispiel des Kollektivs Bulbo, als Ort der kulturellen Brechung und Innovation vorgestellt.
Performance-Kunst, Identitätsbildung, Transkulturalität, Grenzraum, Mexiko-USA, NAFTA, Performativität, Intermedialität, Chicano/a, Hybridität, Körper, Border Art, Postkolonialität, Tijuana, Identitätspolitik.
Die Arbeit analysiert die Performance-Kunst von Guillermo Gómez-Peña, um transkulturelle Prozesse und Identitätsbildungen im US-amerikanisch-mexikanischen Grenzraum wissenschaftlich zu untersuchen.
Zentrale Themen sind die Performance-Theorie, der Einfluss von NAFTA auf die Grenzkultur, Identitätskonzepte wie Hybridität und Mestizaje sowie die Rolle intermedialer Strategien in der zeitgenössischen Kunst.
Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen Leben, Erfahrung und Performance aufzuzeigen und zu erörtern, wie Gómez-Peña durch künstlerische Selbstbehauptung im Grenzraum hegemoniale Diskurse dekonstruiert.
Die Arbeit basiert auf einer kulturtheoretischen Analyse, die Begriffe wie Performativität, Intermedialität und postkoloniale Konzepte mit der ästhetischen Praxis von Gómez-Peña verknüpft.
Der Hauptteil analysiert spezifische Performancestücke, die Strategie der umgekehrten Anthropologie, den Einfluss neuer Medien und die Rolle des Künstlers als transkultureller Vermittler.
Wichtige Begriffe sind Performance-Kunst, Identitätsbildung, Transkulturalität, Grenzraum, Mexiko-USA, Hybridität und Intermedialität.
Es kehrt die üblichen Machtverhältnisse um, indem die dominante US-amerikanische Kultur als fremd und exotisch inszeniert wird, um neokoloniale Diskurse kritisch zu dekonstruieren.
Tijuana dient als praktisches Beispiel für einen Raum, in dem durch Migrationsbewegungen und wirtschaftliche Transformationsprozesse neue, hybride und subversive Formen der kulturellen Produktion entstehen.
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