Magisterarbeit, 2006
113 Seiten, Note: 1,3
1. GNOMIK IN DER ALTENGLISCHEN DICHTUNG
1.1 DEFINITIONEN
1.2 MAXIMEN UND GNOMAI IN ABGRENZUNG ZU SPRICHWÖRTERN
1.3 VERBEN: SCULON UND BEON
1.4 WEITERE ELEMENTE
1.5 SPRUCHWEISHEITEN AUS KULTURELLER SICHT
1.5.1 Wissen in der angelsächsischen Gesellschaft
1.5.2 Die Funktion von Spruchweisheiten aus kultureller Perspektive
1.5.3 Typisierung, Objektivierung, Institutionalisierung und Reifizierung
1.5.4 Zusammenfassung
1.6 DIE STRUKTURELLE FUNKTION VON SPRUCHWEISHEITEN INNERHALB EINER DICHTUNG
2. EINE THEORIE ILLOKUTIONÄRER AKTE
2.1. ILLOKUTIONÄRE KRÄFTE UND PROPOSITIONEN
2.2 DIE SECHS KOMPONENTEN DER ILLOKUTIONÄRE KRAFT
2.2.1 Der illokutionäre Zweck Π
2.2.2 Durchsetzungmodus µ
2.2.3 Bedingung des propositionalen Gehalts θ
2.2.4 Vorbereitende Bedingungen Σ
2.2.5 Aufrichtigkeitsbedingung Ψ
2.2.6 Der Grad der Stärke der Aufrichtigkeitsbedingung (η)
2.3 ILLOKUTIONÄRE STAMMKRÄFTE
2.4 EINFACHE ILLOKUTIONÄRE KRÄFTE
3. ANALYSE DER ILLOKUTIONÄREN KRÄFTE VON SPRUCHWEISHEITEN IM BEOWULF
3.1 KÜSTENWÄCHTER. ZEILEN 287B – 289
3.2 BEOWULF. ZEILEN 440B – 441
3.3 BEOWULF. ZEILE 455B.
3.4 BEOWULF. ZEILEN 572B-573
3.5 BEOWULF. ZEILEN 1384B-1389
3.5.1 Zeilen 1384b-1385
3.5.2 Zeilen 1386-1387a
3.5.3 Zeilen 1387b-1389
Diese Magisterarbeit untersucht die sprechakttheoretische Dimension von in direkter Rede geäußerten Spruchweisheiten im altenglischen Heldenepos Beowulf. Das primäre Ziel ist es, die illokutionären Kräfte dieser Redepassagen zu analysieren, um Muster in der Argumentation der Protagonisten aufzudecken und ihre Funktion innerhalb der frühmittelalterlichen angelsächsischen Gesellschaft zu beleuchten.
3.1 Küstenwächter. Zeilen 287b – 289.
Æghwæþres sceal / scearp scyldwiga gescad witan, / worda ond worca, se þe wel þenceð.
Friedrich Klaeber (1950: 139) und, ihm folgend, Johannes Hoops (1932: 53) sehen in dieser Äußerung des Küstenwächters eine Entschuldigung gegenüber Beowulf für die von Ersterem ab Zeile 237 erfolgende Befragung seiner Herkunft und Absichten. Mit Eckard Rolf würde es sich dann um eine “Emotions-induzierende Situation“ (1997: 219) handeln, mit der auf das “(vermeintliche) Vorhandensein bestimmter Emotionen oder auf die Möglichkeit hin, daß sie entstehen“ (ebd.) reagiert wird. Ziel wäre dann die emotionale Stabilisierung des Gesprächspartners, d.h. in diesem Falle die Beruhigung des durch die Befragung (vermeintlich) aus seinem emotionalen Gleichgewicht gebrachten Gauten. Die Frage ist, ob eine emotionale Stabilisierung Beowulfs aus der Sicht des Küstenwächters notwendig ist, es also auch Anhaltspunkte für eine emotionale Destabilisierung Beowulfs gibt? Es gehört zur Aufgabe eines Küstenwächters, potentielle Gefahren zu erkennen und das Wirksamwerden derselben zu verhindern. T.A.Shippey verweist auf die institutionelle Rolle eines Küstenwächters zu dessen Aufgabe die Befragung von Personen gehört, die das dänische Territorium betreten wollen (vgl. 1978: 14).
1. GNOMIK IN DER ALTENGLISCHEN DICHTUNG: Theoretische Abgrenzung der Begriffe Gnomai, Maximen und Sprichwörter sowie Untersuchung ihrer Funktion in der angelsächsischen Kultur.
2. EINE THEORIE ILLOKUTIONÄRER AKTE: Einführung in die sprechakttheoretischen Grundlagen basierend auf Searle, Vanderveken und Rolf zur Analyse illokutionärer Kräfte.
3. ANALYSE DER ILLOKUTIONÄREN KRÄFTE VON SPRUCHWEISHEITEN IM BEOWULF: Anwendung der erarbeiteten Theorie auf ausgewählte gnomische Passagen im Beowulf unter Berücksichtigung des situativen Kontextes.
Beowulf, Sprechakttheorie, Illokutionäre Kraft, Gnomik, Maximen, Altenglische Dichtung, Kulturgeschichte, Reifizierung, Angelsachsen, Comitatus, Illokutionslogik, Sprachwissenschaft, Mediävistik, John R. Searle, Spruchweisheit
Die Arbeit untersucht die Verwendung von Spruchweisheiten im altenglischen Epos Beowulf unter dem speziellen Fokus der Sprechakttheorie.
Die Themen umfassen die linguistische Analyse von Sprechakten, die gesellschaftliche Funktion von Spruchweisheiten im frühmittelalterlichen England sowie die theoretische Verortung von Maximen und Gnomai.
Das Ziel ist es, durch die Analyse der illokutionären Kräfte von in direkter Rede geäußerten Spruchweisheiten zu verstehen, wie diese rhetorischen Mittel zur sozialen Stabilisierung und moralischen Orientierung im Beowulf-Epos eingesetzt werden.
Die Arbeit nutzt die Theorie illokutionärer Akte nach John R. Searle, Daniel Vanderveken und Eckard Rolf.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Gnomik, die Darlegung der sprechakttheoretischen Methode und die konkrete Analyse von elf gnomischen Passagen im Beowulf.
Die wichtigsten Begriffe sind Beowulf, Sprechakttheorie, Illokutionäre Kraft, Gnomik, Maximen, Reifizierung und Altenglische Dichtung.
Die Maxime des Küstenwächters ist ein zentrales Beispiel für die Rollenaufgabe eines Comitatus-Angehörigen und verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Worten und Taten in einer Befragungssituation.
Diese Verben dienen häufig der Einleitung von Spruchweisheiten; die Arbeit untersucht ihre Verwendung, um zu zeigen, dass sie eine Tendenz zur Kategorisierung (Tätigkeit vs. Zustand) aufweisen, aber kein starres Unterscheidungskriterium sind.
Die christliche Ideologie dient als legitimierender Rahmen für das Verständnis der Welt im Beowulf, wobei Schicksalsvorstellungen und christliche Lehren teilweise ineinander verwoben auftreten.
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