Magisterarbeit, 2006
89 Seiten, Note: 1,3
Vorwort
Einleitung
1. `Slam Poetry`
1.1 Literaturästhetischer Ansatz
1.2 Poetry Slam als orale Aufführungsform
1.3 Die `Slamily` als `Community`
2. Das Performative im Poetry Slam
2.1 Wahrnehmungstheoretischer Ansatz zur Performanz
2.2 Performanz der Bild-Assoziation
2.3 Ansätze zu einer intermedialen Poetik
3. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Poetry Slam nicht primär als historisches Phänomen oder durch eine formale Definition, sondern nähert sich dem Format als „Performance Poesie“. Ziel ist es, die kommunikative Wechselwirkung zwischen Autor und Zuschauer sowie die durch performative Einflüsse induzierten Bild-Assoziationen zu analysieren und in einen theoretischen Kontext zu stellen.
1.2 Poetry Slam als orale Aufführungsform
Die Tradition des literarischen Systems, das im Volk erst durch den Buchdruck entstehen konnte, ist noch sehr jung, die orale Kultur dagegen sehr viel älter. Poesie ist vor dem Buchdruck immer eine Mundkunstform gewesen, zurückzuführen auf die Zeit Homers. Dichter und Geschichtenerzähler reisten von Stadt zu Stadt. Der mündliche Vortrag war in dieser Zeit ein notwendiges Muss, da es nicht möglich war, Kopien der Gedichte in Mengen anzufertigen. Der Übergang von den oralen Kulturen zu den skribalen Kulturen fand in der Erfindung der Druckerpresse einen Höhepunkt in Bezug auf die Multiplikationsfähigkeit von Texten. Die Mundpoesien wurden nun mit rasanterer Geschwindigkeit vervielfältigt und veröffentlicht. Die Mundpoesie wurde zwar nicht notwendigerweise durch die schriftliche Poesie ersetzt, doch der Fokus verschob sich, weg von ihrem unmittelbaren Charakter, hin zur Veröffentlichung und einer genaueren Auswahlmodalität der zu erhaltenen Gedichte.
Der Poetry Slam knüpft zyklisch an die lange Tradition der Oral Poetry an und stellt eine Facette der `Spoken Word-Kultur` (deutsch: `gesprochenes Wort`) dar:
Oralität ist seitdem wir verschriftlicht wurden […], seitdem es die serielle Produktion von Literatur gibt, auf einer Welle, ganz klar und kommt immer wieder. Sehr gut gesagt mit zyklisch. Dass sich dann bestimmte Leute, eine bestimmte Gruppe dem zuwendet, weil es einfach auf den direkten Weg zugänglich erscheint, offen erscheint, aufnehmbarer und aufnahmefähiger, gerade für junge Autoren erscheint; das ist ganz natürlich, glaube ich.
Vorwort: Die Autorin beschreibt ihre erste Begegnung mit dem Phänomen Poetry Slam in Berlin und reflektiert ihre persönliche Faszination für das Format.
Einleitung: Es werden die Ursprünge des Poetry Slam in Chicago unter Marc K. Smith sowie die Motivationen hinter der Bewegung und die Etablierung in Deutschland skizziert.
1. `Slam Poetry`: Dieses Kapitel beleuchtet die inhaltliche und formale Vielfalt des Poetry Slam sowie dessen Charakter als "Live-Literatur" und Wettbewerbsformat.
1.1 Literaturästhetischer Ansatz: Hier wird der literarästhetische Hintergrund und die Abgrenzung zur "Beat-Bewegung" sowie zur klassischen Literaturtheorie erörtert.
1.2 Poetry Slam als orale Aufführungsform: Der Fokus liegt auf der Rückkehr zur Oralität und der Bedeutung des mündlichen Vortrags als Interaktionsprozess.
1.3 Die `Slamily` als `Community`: Dieses Kapitel analysiert die sozialen Strukturen der Slam-Gemeinschaft und das Wir-Gefühl der Akteure.
2. Das Performative im Poetry Slam: Hier findet eine theoretische Untersuchung der Performance, der Rollenmodelle und der Bedeutung der körperlichen Präsenz statt.
2.1 Wahrnehmungstheoretischer Ansatz zur Performanz: Die Untersuchung befasst sich mit der Konstruktion von Wirklichkeit durch Wahrnehmung und Gedächtnisprozesse im Kontext von Performance.
2.2 Performanz der Bild-Assoziation: Dieses Kapitel widmet sich der Frage, wie durch den performativen Akt Bilder im Geist der Zuschauer entstehen und assoziiert werden.
2.3 Ansätze zu einer intermedialen Poetik: Der Abschlussteil des Hauptteils diskutiert die mediale Entwicklung des Slam und die Fusion von Dichtung mit neuen Medien.
3. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der zentralen Thesen und Einordnung des Poetry Slam als eigenständiges Rezeptions- und Wahrnehmungsformat.
Poetry Slam, Performance Poesie, Live-Literatur, Slam-Community, Oralität, Performanz, Bild-Assoziation, Wahrnehmung, Interaktion, Habitus-Feld-Theorie, Spoken Word, Intertextualität, Rezeptionsästhetik, Bühnenpräsenz, Literatursoziologie.
Die Arbeit analysiert den Poetry Slam als modernes, performatives literarisches Format, das soziale Interaktion und Wahrnehmungsprozesse in den Mittelpunkt stellt.
Zentrale Felder sind die Oralität des Vortrags, die Bedeutung der "Slam-Community", die performative Inszenierung des Körpers und die Entstehung von Bildern im Kopf des Publikums.
Ziel ist es, den Poetry Slam nicht nur als Wettbewerb zu betrachten, sondern als "Performance Poesie", die eine neue Form der Rezeption und literarischen Interaktion bietet.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus literaturwissenschaftlichen Ansätzen, Medientheorien (z.B. nach McLuhan) und soziologischen Theorien wie der Habitus-Feld-Theorie von Pierre Bourdieu.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Blöcke: Die Untersuchung des Slam als Kunstformat und die theoretische Analyse des Performativen im Poetry Slam inklusive Wahrnehmungstheorie.
Neben dem Kernbegriff Poetry Slam stehen Begriffe wie Performanz, Bild-Assoziation, Community und Oralität im Zentrum der Analyse.
Der Poetry Slam zeichnet sich durch den aktiven Wettbewerbscharakter, die Unmittelbarkeit der "Face-to-face-Interaktion" und die bewusste Einbeziehung des Publikums als Experten aus.
Poetry Clips werden als ein Versuch der intermedialen Weiterentwicklung gewertet, wobei die Autorin kritisch hinterfragt, ob diesen Formaten der essenzielle soziale Performance-Charakter fehlt.
Durch die Bewertung und die direkte soziale Interaktion (Zwischenrufe, Feedback) wird das Publikum zum aktiven Bestandteil der Performance und beeinflusst den Verlauf des Abends.
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