Diplomarbeit, 1999
80 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Die aktuelle Finanzierungssituation in Deutschland
3. Finanzierungsquellen sozialer Arbeit
4. Finanzierung durch die öffentliche Hand
4.a) Finanzquellen
4.b) Finanzierungsformen
5. Fundraising – Mittelbeschaffung für die soziale Arbeit
5.a) Spenden
5.a.a) Die Situation auf dem Deutschen Spendenmarkt
5.a.b) Formen der Spendenwerbung und Spendermotivation
5.a.c) Wertigkeit und Vor- und Nachteile der Spende
5.b) Stiftungen
5.b.a) Übersicht über den Stiftungssektor in Deutschland
5.b.b) Vorstellung ausgewählter Stiftungen
5.b.c) Vor- und Nachteile der Stiftungsfinanzierung
5.c) Social Sponsoring
5.c.a) Sponsoring in Deutschland
5.c.b) Sponsoring in der Praxis
5.c.c) Vorteile und Problemlagen
6. Fundraising – Möglichkeit zu einer autarken Finanzierung?
Die Arbeit untersucht die zunehmende Finanzierungsproblematik im Nonprofit-Sektor der sozialen Arbeit in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, den Stellenwert öffentlicher Finanzierung darzustellen, alternative Finanzierungsformen (Spenden, Stiftungen, Sponsoring) kritisch zu analysieren und die Umsetzbarkeit einer von staatlichen Mitteln autarken Finanzierungsstrategie zu bewerten.
b) Formen der Spendenwerbung und Spendermotivation
Um Formen der Spendenwerbung und Spendermotivation betrachten zu können, muß die eingangs erwähnte Unterteilung nach Spendenquellen vorgenommen werden. Daher wird im Folgenden zwischen Spenden von Individuen und Spenden von Unternehmen unterschieden.
b)a) Spenden von Individuen
Die Deutschen sind immer noch ein reiches Volk. „Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es im Jahre 1989 in Westdeutschland 106010 zur Vermögenssteuer veranlagte Personen, die über ein Gesamtvermögen von mindestens einer Millionen Mark verfügten. Ihre Zahl ist innerhalb von drei Jahren um fast ein fünftel gestiegen.“70 Dies bedeutet natürlich ein großes Potential an möglichen Spenden. Viele Menschen in Deutschland haben genügend Geld, um ein wenig davon für gemeinnützige Zwecke, die ihrer Überzeugung nach sinnvoll sind, zu spenden.
Wie schon der eingangs zitierte Wilhelm Busch wußte, kommen Spenden meist nicht ohne Zutun des mit der Spende Bedachten zustande. Relativ einfach ist es noch Spender zu motivieren, wenn man für einen Zweck sammelt, der einen »Mitleidseffekt« auslöst. Schwieriger wird dies, wenn der Zweck der Spende gesellschaftlich nicht uneingeschränkt akzeptiert ist. Wer würde nicht eher für die Behandlung armer krebskranker Kinder als für die Resozialisierung von Strafgefangenen spenden? „Bei den Zielgruppen gibt es eine Hierarchie der Spendenpräferenz, an deren Spitze Kinder stehen. Auch Tiere, Jugendliche und Behinderte gehören zu den beliebtesten Zielgruppen.“75 Egal jedoch, für welche Klientengruppen man Spendenwerbung betreiben möchte, es ist unumgänglich, eine Form der Spendenwerbung zu wählen, welche die möglichen Motivationen für eine Spende berücksichtigt. Es ist notwendig, dem potentiellen Spender Anreize für seine Spende zu bieten, denn kaum jemand spendet völlig uneigennützig. „Altruistische, also selbstlose, ohne auf eigene Vorteile abzielende Motive findet man auch bei Mäzenen immer seltener – wenn es sie überhaupt je gab.“76
1. Einleitung: Darstellung der aktuellen Finanzierungsdebatte im Nonprofit-Sektor und Zielsetzung der Arbeit zur Untersuchung alternativer Finanzierungsformen.
2. Die aktuelle Finanzierungssituation in Deutschland: Analyse der Abhängigkeit sozialer Dienstleister von staatlichen Stellen und der Konsequenzen der öffentlichen Haushaltslage.
3. Finanzierungsquellen sozialer Arbeit: Überblick über multiple Möglichkeiten der Mittelbeschaffung, von Nutzungsentgelten bis hin zu Bußgeldern.
4. Finanzierung durch die öffentliche Hand: Detaillierte Betrachtung der Fördermöglichkeiten durch Bund, Länder, Kommunen und EU sowie die verschiedenen Formen der Zuwendung.
5. Fundraising – Mittelbeschaffung für die soziale Arbeit: Theoretische Grundlegung des Fundraisings als strategische Marketing-Aufgabe für Nonprofit-Organisationen.
6. Fundraising – Möglichkeit zu einer autarken Finanzierung?: Kritische Prüfung der Realisierbarkeit und Sinnhaftigkeit einer vollständigen Unabhängigkeit von öffentlichen Mitteln.
Fundraising, Soziale Arbeit, Nonprofit-Organisation, Finanzierung, öffentliche Mittel, Spendensektor, Stiftungen, Social Sponsoring, Mittelbeschaffung, Gemeinnützigkeit, Fördermittel, Öffentlichkeitsarbeit, Ressourcen, Sozialmanagement.
Die Arbeit befasst sich mit der Finanzierungssituation sozialer Einrichtungen in Deutschland und analysiert, wie diese angesichts knapper öffentlicher Kassen alternative Finanzierungsquellen erschließen können.
Die zentralen Felder sind die staatliche Finanzierung, Fundraising, das Spendenwesen, Stiftungsfinanzierung sowie Sponsoring in der sozialen Arbeit.
Ziel ist es zu untersuchen, ob und unter welchen Bedingungen eine von öffentlichen Mitteln autarke Finanzierung für soziale Einrichtungen möglich und sinnvoll ist.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um die Finanzierungsstrukturen zu durchleuchten und durch Vergleiche sowie Praxisbeispiele (z.B. Aachener Sozialsponsoring) zu fundieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der öffentlichen Finanzierungsformen (Zuwendungen, Leistungsverträge) und eine systematische Darstellung der Instrumente des Fundraisings (Spenden, Stiftungen, Sponsoring).
Die wichtigsten Begriffe sind Fundraising, Finanzierungsautarkie, soziale Dienstleister, Nonprofit-Sektor und Mittelbeschaffung.
Der Autor führt dies auf das historisch gewachsene, wohlfahrtsstaatliche Prinzip in Deutschland zurück, bei dem der Staat bisher eine zentrale Rolle bei der Finanzierung sozialer Aufgaben übernommen hat.
Der Autor sieht Sozialsponsoring als eine junge, wachsende Finanzierungsform, die vor allem für kommunikative, öffentlichkeitswirksame Projekte eine interessante Ergänzung darstellt, jedoch für Regelaufgaben ungeeignet ist.
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