Examensarbeit, 2007
116 Seiten, Note: 1,0
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
1.1 Anlass und Begründung
1.2 Fragestellung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Gentrification – eine theoretische Einführung
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Bedingungen für die Entstehung von Gentrification
2.2.1 Geänderte Nachfrage der Bewohner
2.2.2 Ökonomische Gründe
2.2.3 Die Verdrängung der Bewohner
2.3 Der Gentrification-Prozess – Phasen der Wiederaufwertung
3. Die Geschichte und Entwicklung St. Georgs
3.1 Die Entwicklung bis zum Beginn der Sanierungsmaßnahmen
3.2 Stadterneuerung in St. Georg
3.2.1 Das Sanierungsgebiet St. Georg – Lange Reihe S1
3.2.2 Sanierungsanlässe
3.2.3 Ziele der Stadterneuerung
3.2.4 Das Erneuerungskonzept
3.2.5 Ergebnisse des Sanierungsverfahrens
4. Gentrification in St. Georg
5. Exkurs: Aktuelle Diskussion im Stadtteil
6. Die Untersuchungsmethodik
6.1 Sekundärstatistisches Material
6.2 Haushaltsbefragung
6.3 Experteninterviews
6.4 Begehung und Beobachtung
6.5 Methodenkritik
7. Sekundäranalyse statistischer Daten – sozialstrukturelle Veränderungen in St. Georg
7.1 Einwohnerentwicklung
7.2 Altersstruktur
7.3 Ausländeranteil
7.4 Haushalts- und Wohnstruktur
8. Auswertung der Haushaltsbefragung in St. Georg
8.1 Der Fragebogen
8.2 Auswertungsproblematik
8.3 Ergebnisse der Haushaltsbefragung
8.3.1 Soziodemographische Merkmale der Befragten
8.3.2 Wahrnehmungen und Meinungen der Befragten zum Stadtteil
8.3.3 Aussagen zur Bevölkerungsstruktur
8.3.4 Aussagen zur Gewerbestruktur
8.3.5 Aussagen zur Verkehrsproblematik
8.3.6 Beurteilung der Aufwertung
9. Analyse der Experteninterviews
9.1 Interview mit dem Experten des „Einwohnervereins St. Georg“
9.2 Interview mit dem Experten vom „Bürgerverein zu St. Georg“
10. Zusammenfassung
10.1 Bevölkerungs- und Wohnstruktur
10.2 Merkmale der Befragten
10.3 Wahrnehmungen und Meinungen der Alteingesessenen
10.4 Wahrnehmungen und Meinungen der 1990er-Jahre-Zuzüge
10.5 Wahrnehmungen und Meinungen der Neubürger
11. Fazit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Sanierungsverfahrens "St. Georg S1" auf den Gentrification-Prozess im Hamburger Stadtteil St. Georg, wobei der Fokus auf den Wahrnehmungen der Anwohner und der Veränderung der Sozialstruktur liegt.
1.1 Anlass und Begründung
Ging man in den 1990er Jahren durch den Hamburger Stadtteil St. Georg, der zentral in der Innenstadt an den Hauptbahnhof grenzt, bestätigte sich der damals schlechte Ruf des Stadtteils als Schmuddel-Viertel. Es herrschte eine räumliche Konzentration des Handels und Gebrauchs von Drogen vor, verbunden mit Prostitution, Beschaffungskriminalität und einer Massierung von Asylbewerbern ohne Beschäftigung. Das Viertel zwischen Hauptbahnhof, Alster und der Straße Steindamm gehörte in Hamburg zu den verrufensten Gegenden Hamburgs. Die Mieten waren niedrig und es lebten dort viele Studenten und ausländische Familien. Die Gebäude waren größtenteils in einem baulich schlechten Zustand. Von vielen Hamburgern wurde der Stadtteil gemieden.
St. Georg hat sich in den letzten Jahren extrem gewandelt. Es ist zu einem lebendigen, bunten und internationalen Viertel geworden, mit einer Mischung aus Café- und Kneipenszene, mit Stadtteilinitiativen, Galerien und Ladenzeilen. Die Drogenszene und die Prostitution sind heute zwar immer noch vorhanden, jedoch in viel geringerem Ausmaß. Außerdem hat sie sich in andere Bereiche St. Georgs verlagert, Richtung Hansaplatz und Steindamm. Das Viertel ist ein Magnet für junge Leute geworden. Geht man heute durch das Viertel, sieht man viele Menschen in Cafés, Bars und Restaurants sitzen. Im Sommer sind die Gehwege der Langen Reihe, der Haupteinkaufsstraße des Viertels, überfüllt von Gästen, die die Außengastronomie nutzen. Die Häuser sind Jugendstilbauten, gotisierende Backsteinbauten, Kontorhäuser, biedermeierlich klassizistische Reihenhäuser. Die prunkvollen bis schlichten Fassaden der Gebäude strahlen heute vielfach durch einen neuen Anstrich.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Stadtteilwandels ein und begründet die Relevanz der Untersuchung von St. Georg.
2. Gentrification – eine theoretische Einführung: Hier werden zentrale Begriffe und Modelle der Gentrification-Forschung dargelegt und theoretisch eingeordnet.
3. Die Geschichte und Entwicklung St. Georgs: Dieses Kapitel beschreibt die historische Genese des Stadtteils sowie das Sanierungsverfahren S1.
4. Gentrification in St. Georg: Die theoretischen Phasenmodelle der Gentrification werden auf die konkrete Situation in St. Georg angewendet.
5. Exkurs: Aktuelle Diskussion im Stadtteil: Dieser Abschnitt beleuchtet kontroverse Debatten um Mietpreise und Wohnlageneinstufungen im Stadtteil.
6. Die Untersuchungsmethodik: Es werden die quantitativen und qualitativen Methoden der Arbeit, inklusive der Haushaltsbefragung, erläutert.
7. Sekundäranalyse statistischer Daten – sozialstrukturelle Veränderungen in St. Georg: Eine Analyse demographischer Daten verdeutlicht die realen Veränderungen der Sozialstruktur.
8. Auswertung der Haushaltsbefragung in St. Georg: Dieser umfangreiche Teil präsentiert die Ergebnisse der Bewohnerbefragung zu diversen Lebensaspekten.
9. Analyse der Experteninterviews: Hier werden qualitative Einschätzungen durch Akteure des Stadtteils wiedergegeben.
10. Zusammenfassung: Die wesentlichen Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel werden in einer Schlussbetrachtung zusammengefasst.
11. Fazit: Das Fazit bewertet die Gesamtwirkung der Sanierung und den Stand des Gentrification-Prozesses in St. Georg.
Gentrification, St. Georg, Hamburg, Stadterneuerung, Sanierungsverfahren, Bewohnerstruktur, Mieten, Aufwertung, Wohnungsbau, Soziale Segregation, Stadtentwicklung, Haushaltsbefragung, Expertengespräche, Mietpreisbindung, Innenstadt.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen staatlich geförderter Sanierungsmaßnahmen auf den sozialen und städtebaulichen Wandel des Hamburger Stadtteils St. Georg im Kontext der Gentrification.
Die Arbeit behandelt die Theorie der Gentrification, die historische Entwicklung von St. Georg, die Stadterneuerung ("Sanfte Sanierung"), die Veränderung der Sozialstruktur sowie die subjektive Wahrnehmung der Bewohner.
Das Ziel ist es, die Ergebnisse und Wirkungen des Sanierungsverfahrens "St. Georg S1" zu untersuchen und festzustellen, inwieweit der Prozess der Gentrification in diesem Gebiet bereits fortgeschritten ist.
Die Autorin kombiniert eine Sekundäranalyse statistischer Daten mit einer eigenen Fallstudie, die einen teilstandardisierten Fragebogen (Haushaltsbefragung) und qualitative Experteninterviews umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die historische Analyse, die Auswertung statistischer Daten sowie eine umfassende Auswertung der Haushaltsbefragung und Experteninterviews.
Wichtige Begriffe sind Gentrification, St. Georg, Stadterneuerung, soziale Aufwertung, Verdrängung und Wohnstruktur.
Die Lange Reihe ist die Haupteinkaufsstraße des Untersuchungsgebietes; hier manifestieren sich die Aufwertung und der Wandel der gewerblichen sowie sozialen Struktur am deutlichsten.
Die Bewertungen sind ambivalent: Während die optische Aufwertung und der Rückgang der Drogenszene meist positiv gesehen werden, überwiegen bei vielen die Sorgen bezüglich steigender Mieten, Spekulation und des Verlusts an sozialer Vielfalt.
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