Diplomarbeit, 2007
78 Seiten, Note: 2,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
I Einleitung
1 Problemstellung
2 Forschungsstand
3 Zielsetzung
4 Methodik der Arbeit
5 Aufbau der Arbeit
6 Begriffserklärungen
6.1 Schmerz
6.2 Chronischer Schmerz
6.3 Salutogenese
6.4 Focusing
II Theoretischer und empirischer Hintergrund
1 Definition Schmerz
1.1 Chronische Schmerzen
1.2 Chronischer Schmerz als Stressor
1.3 Schmerzbewältigung
2 Sprechende Medizin und ihr Einfluss auf das Gehirn
3. Focusing
3.1 Exkurs: Biographie Gendlin’s
3.2 Grundlagen und Thesen einer klientenzentrierten Theorie der gesunden menschlichen Entwicklung
3.3 Theorie der Persönlichkeitsentwicklung aus der Sicht klientenzentrierter Persönlichkeitspsychologie
3.4 Erleben
3.4.1 Strukturgebundenes Erleben und persönliche Entwicklung
3.5 Bedeutung unbedingter Wertschätzung im Focusing
3.6 Focusing als Prozess
3.6.1 Definition von Gendlin
3.6.2 Felt sense
3.6.3 Felt shift
3.7 Die sechs Focusing Schritte
3.7.1 Schritt: Freiraum schaffen:
3.7.2 Schritt/Bewegung: den Felt Sense entstehen lassen
3.7.3 Schritt: Einen Griff finden
3.7.4 Schritt: Stimmigkeit (Resonanz) zwischen felt sense und Wort/Bild überprüfen
3.7.5 Zusammenfassung Schritt 1-4:
3.7.6 Schritt – Anwendung des felt sense auf das Thema (Fragen stellen)
3.7.7 Schritt: Annehmen und Schützen
3.7.8 Abschließende Bemerkungen zu den Schritten:
4 Abgrenzung von Focusing zu anderen Konstrukten
5 Entstehung von Schmerz aus der focusing orientierten Sichtweise
5.1 Griff-Modell
6. Salutogenese
6.1 Das Konzept der Salutogenese
6.2 Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum
6.3 Das Kohärenzgefühl
6.4 Einfluss des Kohärenzgefühls auf die Krankheitsverarbeitung
6.5 Entwicklung des Kohärenzgefühls
6.6 Veränderbarkeit des Kohärenzgefühls
6.7 Einfluss des Kohärenzgefühls auf die Gesundheit
6.8 Gesundheitliche Kontrollüberzeugungen
III Fragestellungen und Hypothesen
1 Hypothese zum Kohärenzgefühl
2 Hypothese zum affektiven Schmerzempfinden
3 Hypothese zum sensorischen Schmerzempfinden
4 Hypothese zum Wohlbefinden
5 Hypothese zum Bewältigungsstadium
IV Methoden
1 Projektplanung und Datenerhebung
2 Soziodemographische Daten der Stichprobe
3 Erhebungsinstrumente
3. 1 Fragebogen zur Erfassung des Kohärenzgefühls von Antonovsky
3.1.1 Übersicht
3.1.2 Gütekriterien der Kohärenzskala
3.1.2.1 Objektivität
3.1.2.2 Reliabilität
3.1.2.3 Validität
3.2 Der Mehrdimensionale Befindlichkeitsfragebogen (MDBF)
3.2.1 Interpretation der MDBF Skalen
3.2.1.1 Gute/Schlechte Stimmung:
3.2.1.2 Wachheit/Müdigkeit:
3.2.1.3 Ruhe/Unruhe:
3.3 Der Freiburger Fragebogen zu Stadien der Bewältigung chronischer Schmerzen (FF-STABS)
3.3.1 Übersicht
3.3.2 Stadien der Schmerzbewältigung
3.3.2.1 Stadium der Sorglosigkeit
3.3.2.2 Stadium der Vorbereitung
3.3.2.3 Stadium der Handlung
3.3.2.4 Stadium der Aufrechterhaltung
3.3.3 Auswertung
3.4 Die Schmerzempfindungsskala SES
3.4.1 Übersicht
3.4.2 Auswertung
3.4.3 Gütekriterien
3.4.3.2 Reliabilität
3.4.3.3 Validität
3.5 Offene Fragen
V. Ergebnisse
1 Auswertung
1.1 Kohärenzsinn (SOC)
1.2 Befindlichkeit
1.3 Schmerzempfindungsscala
1.3.1 Affektive Schmerzwahrnehmung
1.3.2 Sensorische Schmerzwahrnehmung
1.4 Bewältigungsstadien
1.4.1 Sorglosigkeit
1.4.2 Vorbereitung
1.4.3 Handlung
1.4.4 Aufrechterhaltung
1.5 Korrelation Affektive Schmerzempfindung und Sorglosigkeit
1.6 Korrelation Affektive Schmerzempfindung und Aufrechterhaltung (t3)
1.7 Korrelation Affektive Schmerzempfindung und Aufrechterhaltung (t2)
2 Auswertung der Korrelationen
3 Gegenüberstellung Schmerzempfindlichkeit und SOC-Mittelwerte
3.1 Tabelle zur signifikanten Verbesserung der Schmerzempfindung:
3.2 Tabelle zur signifikanten Verschlechterung der Schmerzempfindung:
3.2.1 Subgruppen
3.2.1.1 Gruppe 1
3.2.1.2 Gruppe 2
4 Auswertung der einzelnen Übungen
5. Auswertung der offenen Fragen
VI Diskussion
VII Schlussbemerkungen
1. Zusammenfassung
2.1 Fortschritt gegenüber dem Stand der Forschung
2.2 Grenzen
2.3 Schwachstellen
2.4 Verbesserungsmöglichkeiten
3. Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit evaluiert, ob chronische Schmerzpatienten durch die Anwendung von Focusing-Techniken eine Linderung ihres Schmerzempfindens und eine Verbesserung ihrer allgemeinen Befindlichkeit sowie Bewältigungskompetenz erreichen können.
3.7.1 Schritt: Freiraum schaffen:
Dieser Schritt dient dazu, einen subjektiv guten Abstand zu seinen Problemen zu bekommen. Man schafft sich eine „positive Ausgangslage". (Gendlin 1998b, S. 93)
Man beginnt mit der Frage: „Wie geht es mir im Augenblick? Gibt es etwas was mich daran hindert mich ganz wohl zu fühlen?"
Man lässt diese Frage auf sich wirken und versucht, nicht vom Kopf her zu antworten, sondern zu schauen, was sich im Körper zeigt.
Neben bedeutsamen Problemen können auch ganz banale Dinge kommen. Grundlegend ist, das was auftaucht, in einer freundlichen Grundhaltung zu begrüßen, auch wenn es unangenehme Dinge sind.
Für jede Sache, die auftaucht, sucht man einen „guten Ort" und bittet sie, sich für eine Zeit dorthin zurückzuziehen. „Guter Ort" heißt: „man findet einen Platz dafür" (Gendlin/Wiltschko 1999, S. 57) einen Ort an dem „die Sache" sich „wohl" fühlt, aber auch der Focusierende das Gefühl eines guten Abstandes hat.
Das kann heißen, man legt die Dinge im Geist vor sich hin, setzt sie neben sich, stellt sie vor die Türe - man kann dabei sehr kreativ werden.
Es ist nicht Verdrängen, da etwas in einem bewussten Akt abgelegt wird.
Ein „guter Abstand" ist, wenn das Problem weit genug entfernt ist, um nicht zu überschwemmen und zugleich nahe genug ist, dass man damit noch in Kontakt treten kann, bzw. dass klar ist, wo man es wieder finden kann. Gendlin drückt das so aus: „Man bearbeitet das Problem nicht, aber man läuft auch nicht davon, sondern man findet einen Platz dafür. " (GendliniWiltschko 1999, S. 57)
I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik chronischer Schmerzen in Deutschland ein und legt dar, wie Focusing als Methode zur Erschließung körpereigener Selbstheilungskräfte und intuitiver Wahrnehmungen fungieren kann.
II Theoretischer und empirischer Hintergrund: Dieser Abschnitt erläutert die biopsychosozialen Grundlagen von Schmerz, die Theorie der klientenzentrierten Entwicklung sowie das Focusing-Konzept und ergänzt diese durch Antonovskys Salutogenesemodell.
III Fragestellungen und Hypothesen: Hier werden die Forschungsfragen formuliert und statistische Hypothesen für die Evaluation der Auswirkungen von Focusing auf das Schmerzempfinden, das Wohlbefinden und die Bewältigungsstadien abgeleitet.
IV Methoden: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Charakteristika der Stichprobe sowie die verwendeten psychometrischen Erhebungsinstrumente (SES, FF-STABS, MDBF, SOC-13).
V. Ergebnisse: Die statistische Auswertung der Daten wird präsentiert, wobei signifikante Verbesserungen im affektiven Schmerzempfinden sowie in den Bewältigungsstadien der Teilnehmer hervorgehoben werden.
VI Diskussion: Die Ergebnisse werden im Kontext der psychologischen Schmerztherapie kritisch reflektiert, wobei der Fokus auf dem Einfluss des Kohärenzgefühls und der Limitationen der Studie liegt.
VII Schlussbemerkungen: Dies ist die abschließende Zusammenfassung der Studie, ergänzt um eine kritische Würdigung des methodischen Vorgehens sowie einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Focusing, chronische Schmerzen, Schmerztherapie, Salutogenese, Kohärenzgefühl, Schmerzbewältigung, Felt sense, Körpererleben, biopsychosoziales Modell, psychologische Intervention, Schmerzempfindungsskala, Bewältigungsstadien, Selbstwirksamkeit, psychosomatische Gesundheit, Evaluation.
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Focusing-Training als psychologische Interventionsmethode bei Menschen mit chronischen Schmerzen eingesetzt werden kann, um deren Schmerzbewältigung und Befindlichkeit zu verbessern.
Die zentralen Felder umfassen die biopsychosoziale Schmerzmedizin, das klientenzentrierte Focusing-Konzept nach Eugene Gendlin und das Modell der Salutogenese von Aaron Antonovsky.
Das Hauptziel ist die Evaluation, ob chronische Schmerzpatienten durch eine gezielte Bezugnahme auf das körperlich erlebte Schmerzempfinden mittels Focusing-Techniken eine Linderung der Beschwerden oder eine günstigere Krankheitsverarbeitung erfahren.
Die Studie nutzte ein quantitatives Eingruppen-Pretest-Posttest-Design mit drei Messzeitpunkten unter Verwendung standardisierter psychologischer Fragebögen wie der SES, dem FF-STABS, dem MDBF und der SOC-13 Skala.
Der Hauptteil liefert eine theoretische Fundierung zu Schmerzprozessen und Focusing, definiert die verwendeten Messinstrumente und präsentiert die Ergebnisse der empirischen Studie nebst der Diskussion.
Schlüsselwörter sind Focusing, chronische Schmerzen, Schmerzbewältigung, Salutogenese, Kohärenzgefühl und biopsychosoziale Schmerztherapie.
Das Kohärenzgefühl fungiert als maßgeblicher moderierender Faktor: Teilnehmer mit einem hohen Kohärenzgefühl profitierten laut der Studie deutlich stärker von der Focusing-Intervention als Teilnehmer mit niedrigen Werten.
Die Auswertung zeigte, dass höhere Werte im Stadium der „Aufrechterhaltung“ (als Experte des eigenen Schmerzmanagements) signifikant mit einem geringeren affektiven Schmerzempfinden korrelieren.
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