Diplomarbeit, 2001
371 Seiten, Note: 1.0
A. EINLEITENDE VORBEMERKUNGEN
A.1 Die Kehrseite von Vertreibung und Aussiedlung
A.2 Ziele der Arbeit / Methodologie
A.3 Terminologie
A.4 Territoriale Absteckung
B. LITERATUR UND FORSCHUNGSLAGE
B.1 Historische Literatur
B.2 Ethnographische Literatur
B.3 Internationaler und historischer Vergleich
C. INVOLVIERTE ORGANE
C.1 Zentrale Organe
C.2 Dezentrale Organe
C.3 Parteien und Verbände
D. BESIEDLUNGSRECHT
D.1 Gesetzessammlungen
D.2 Rechtliche Voraussetzungen des Besiedlungsprozesses
E. LANDWIRTSCHAFTLICHE BESIEDLUNG
F. NICHT-LANDWIRTSCHAFTLICHE BESIEDLUNG
F.1 Nationalverwaltung, Konfiskation, Zuteilung
F.2 Arbeitskräftemangel
G. BESIEDLUNGSPROZESS UND SIEDLER
G.1 Staatliche Besiedlungsmaximen
G.2 Etappen
G.3 Siedlergruppen
a) Deutsche
b) Tschechen
c) Slowaken
d) Magyaren
e) Roma
f) Andere ethnische Siedlergruppen
G.4 Repatriation und Reemigration
G.5 Motive und soziale Zusammensetzung der Siedler
G.6 Statistische Bilanz des Besiedlungsprozesses
H. WAHLEN 1946
H.1 Ausgangslage
H.2 Ergebnisse in den Grenzgebieten
I. SCHLUSSÜBERLEGUNGEN
Diese Arbeit untersucht die Neubesiedlung der Grenzgebiete der böhmischen Länder zwischen 1945 und 1950. Ziel ist es, den bisherigen Forschungsstand zu synthetisieren, Forschungsdesiderata aufzuzeigen und eine fundierte Grundlage für eine vertiefte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den komplexen demographischen, rechtlichen und sozialen Transformationsprozessen in dieser unmittelbaren Nachkriegsphase zu schaffen.
A.1 Die Kehrseite von Vertreibung und Aussiedlung
Viel war bisher die Rede von der Vertreibung und Massenaussiedlung der deutschen Bevölkerung aus den östlich des heutigen Deutschlands gelegenen Gebieten. Obwohl über wichtige Fragen innerhalb der Wissenschaft nach wie vor Uneinigkeit besteht und weitere Forschungsprobleme spärlich oder noch gar nicht behandelt wurden, sind viele Aspekte des Geschehens und dessen Vorgeschichte wie Konsequenzen mittlerweile breit untersucht worden. Auch konnte zumindest im Rahmen der deutsch-tschechisch-slowakischen Historikerkommission ein Basiskonsens über Planung, Verlauf und Wertung des erzwungenen Weggangs der meisten tschechoslowakischen Deutschen in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gefunden und kodifiziert werden. Dabei bildete diese Thematik in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder auch den Gegenstand des Interesses von Nicht-Historikern.
Trotz mittlerweile bilateral unterzeichneter Deklarationen, Verträge und gemeinsamer mündlicher Absichtserklärungen zwischen den Herkunfts- und Aufnahmeländern der Deutschen bleiben die forcierten Migrationen der Jahre 1945 bis 1947 auch politisch brisant. Gerade im Hinblick auf die laufenden Beitrittsverhandlungen zwischen der Europäischen Union und den ostmitteleuropäischen Ländern waren letzterzeit vermehrt Stimmen zu vernehmen, die Vorgänge der unmittelbaren Nachkriegszeit könnten den Beitrittskandidaten - insbesondere der Tschechischen Republik, Slowenien, ferner Polen - in ihrer Absicht, Vollmitglieder der EU zu werden, zum Verhängnis werden. Wenn schon unter Historikern noch längst nicht über alle Fragen Einigkeit erzielt wurde (und wahrscheinlich so bald nicht erzielt werden wird), so offenbart sich jenseits der historischen Zunft, d.h. im weit diversifizierten Spektrum der Opfer und Durchführer sowie deren Nachfahren, erst recht eine breite Standpunktevielfalt. In (vermögens-)rechtlicher, politischer und sozialer Hinsicht sind die Vertreibung und Massenaussiedlung des grössten Teils der deutschen Bevölkerung aus Böhmen, Mähren und dem tschechoslowakischen Teil Schlesiens wie deren Folgen trotz unbestreitbarer Fortschritte bis zum heutigen Tag auf deutscher wie auf tschechischer Seite ungenügend verdaut und aufgearbeitet.
A. EINLEITENDE VORBEMERKUNGEN: Einführung in das Thema der Wiederbesiedlung und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise und Zielsetzung.
B. LITERATUR UND FORSCHUNGSLAGE: Kritische Bestandsaufnahme der bisherigen historischen und ethnographischen Forschung und Vergleich mit internationalen Prozessen.
C. INVOLVIERTE ORGANE: Detaillierte Darstellung der zentralen und dezentralen Behörden sowie der Rolle politischer Parteien im Besiedlungsprozess.
D. BESIEDLUNGSRECHT: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Gesetzgebung, die den Besiedlungsprozess steuerten.
E. LANDWIRTSCHAFTLICHE BESIEDLUNG: Untersuchung der landwirtschaftlichen Enteignungen und der Neuansiedlung von Landwirten.
F. NICHT-LANDWIRTSCHAFTLICHE BESIEDLUNG: Behandlung der Nationalverwaltung, Konfiskation und Zuteilung von Gewerbe- und Industriebetrieben sowie der Problematik des Arbeitskräftemangels.
G. BESIEDLUNGSPROZESS UND SIEDLER: Umfassende Analyse der staatlichen Besiedlungsmaximen, der Etappen des Prozesses und der verschiedenen Siedlergruppen.
H. WAHLEN 1946: Untersuchung der politischen Auswirkungen der Wiederbesiedlung auf die Wahlen von 1946.
I. SCHLUSSÜBERLEGUNGEN: Synthese der Ergebnisse und Bewertung des Besiedlungsprozesses aus historischer Sicht.
Wiederbesiedlung, Grenzgebiete, Vertreibung, Aussiedlung, Tschechoslowakei, Nationalausschüsse, Bodenreform, Konfiskation, Reemigration, Umsiedlung, Böhmen, Mähren, Schlesien, 1945-1950, Kommunistische Partei.
Die Arbeit untersucht die organisierte Neubesiedlung der ehemaligen sudetendeutschen Grenzgebiete in der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen 1945 und 1950.
Zentrale Themen sind die staatliche Steuerung der Besiedlung, die Rolle der Nationalausschüsse, das Besiedlungsrecht, die sozioökonomischen Aspekte der Neuansiedlung sowie die Zusammensetzung der Siedlerschaft.
Das Ziel ist eine Synthese des bisherigen Forschungsstandes zur Neubesiedlung und eine kritische Auseinandersetzung mit den offiziellen Narrativen und sozio-politischen Folgen.
Es handelt sich um eine problemorientierte historische Analyse, die auf einer umfangreichen Auswertung zeitgenössischer Quellen, amtlicher Dokumente und der tschechischen wie deutschsprachigen Historiographie basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung involvierter Organe, rechtlicher Grundlagen, landwirtschaftlicher und nicht-landwirtschaftlicher Besiedlungsaspekte sowie der Analyse spezifischer Siedlergruppen.
Die wichtigsten Begriffe sind Wiederbesiedlung, Vertreibung, tschechoslowakische Nachkriegsgeschichte, Bodenreform, Konfiskation und Nationalverwaltung.
Jede Siedlergruppe (z.B. tschechische Binnenmigranten, Reemigranten aus Wolhynien oder Rumänien, slowakische Arbeiter) wurde unterschiedlich in den Besiedlungsplan integriert und von den Staatsorganen politisch und ökonomisch instrumentalisiert.
Das Besiedlungsamt fungierte als zentrales, jedoch kommunistisch dominiertes Koordinierungsorgan, das nicht nur die Besiedlung organisierte, sondern auch als politisches Instrument zur Konsolidierung der Machtbasis diente.
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