Examensarbeit, 2007
94 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN
2.1 Zum Begriff „Lebenswelt“
2.1.1 Der Begriff „Lebenswelt“ im Verständnis von Edmund Husserl und Alfred Schütz
2.1.2 Mundanphänomenologie und kleine soziale Lebenswelten
2.2 Cultural Studies
2.2.1 Kultur als Gegenstand der Forschung
2.2.2 Kultur als Abgrenzungsmöglichkeit zur Gesellschaft
2.3 Exkurs: Der Prozess der Individualisierung in modernen Gesellschaften
2.4 Lebensstil
2.5 Szenen
2.5.1 Szenen als kommunikatives und interaktives soziales Gebilde
2.5.2 Organisationsstruktur der Szene
2.5.3 Ein Szenekonzept
2.6 Exkurs: Die Geschichte des Windsurfens
2.7 Kennzeichen und Merkmale der Windsurfszene
2.7.1 Identität, Hingabe und Status in der Szene
2.7.2 Material
2.7.3 Kleidung
2.7.4 Organisationsmerkmale des eigenen Lebens
2.8 Zwischenfazit und Formulierung von Grundannahmen
3 FORSCHUNGSANSATZ UND METHODE
3.1 Die Datenerhebung
3.2 Der Interview - Leitfaden
3.3 Auswahl der Interviewpartner
3.4 Die Interviewdurchführung
3.5 Datenauswertung
4 DARSTELLUNG UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
4.1 Kategorie: Windsurfen als Lebensmittelpunkt
4.1.1 Muster: Die Ausrichtung des alltäglichen Lebens
4.1.2 Muster: „Beziehungs- Kompromisse“ eingehen
4.2 Kategorie: Zwischen Schein und Sein (Szenedifferenzierung)
4.2.1 Muster: Respekt gegenüber Können und Könnern
4.2.2 Muster: Respekt vor Persönlichkeit
4.2.3 Muster: Ablehnung von Blendern, Posern und Mitläufern
4.3 Kategorie: „Auf sich allein gestellt sein“ – Freiheit erleben und Herausforderung meistern
4.4 Kategorie: „Die Welle ist ganz klar der Chef“ - auf die Natur einstellen
4.5 Kategorie: „Zusammen auf einer Welle sein“ - Freude und Motivation in der Gruppe erleben
4.6 Zusammenfassung der Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
5 DISKUSSION
5.2 Ergebnisdiskussion
5.1 Methodendiskussion
6 ZUSAMMENFASSUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht das Windsurfen als eine eigene, kleine Lebenswelt, um die Beweggründe, Einstellungen und Lebensgestaltungen der Sportler besser zu verstehen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Windsurfer ihr Leben organisieren, welche sozialen Dynamiken in der Windsurfszene existieren und inwiefern der Sport ihre persönliche Identität und Alltagswahrnehmung prägt.
4.1.2 Muster: „Beziehungs- Kompromisse“ eingehen
Wenn Windsurfer den Anforderungen ihres Sports entsprechen, gehen sie oft Beziehungs - Kompromisse mit Mitgliedern ihres sozialen Umfelds ein, um diese nicht zu verprellen oder zu verletzen. So versuchen die Sportler eine dauerhafte Verbindung von Sport und sozialem Leben herzustellen.
Bei der Verbindung von Sport und sozialen Beziehungen, beispielweise der Umgang mit dem Freund oder der Freundin, dem Lebenspartner oder der Familie, Freunden oder Arbeitskollegen, kommt es bei aktiven Windsurfern, die ihr Leben von den aktuellen Wetterbedingungen stark abhängig machen, oft zu Problemen, da sich festgelegte Termine im privaten Bereich mit den kurzfristig gut entwickelten Windprognosen der Wetterdienste überschneiden und nicht vereinbaren lassen.
Diese Probleme enden dann nicht selten in Auseinandersetzungen mit den oben genannten sozialen Kontakten. Deshalb ist jeder Windsurfer einerseits in einem bestimmten Grad von der Toleranz und dem Verständnis seines „nicht surfenden“ Umfelds abhängig, andererseits geht der Sportler häufig Beziehungs- Kompromisse ein, um so die Gradwanderung zwischen Sport und sozialen Kontakten zu bewältigen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Faszination des Windsurfens und Begründung der lebensweltlichen Analyse als qualitativer Forschungsansatz.
2 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN: Aufarbeitung der lebensweltlichen Konzepte, Cultural Studies und der Soziologie von Szenen als theoretische Basis für die Sportanalyse.
3 FORSCHUNGSANSATZ UND METHODE: Erläuterung des qualitativen Vorgehens, insbesondere der Leitfadeninterviews und der Auswertung nach der Grounded Theory.
4 DARSTELLUNG UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE: Detaillierte Analyse der Interviewdaten, unterteilt in fünf zentrale Kategorien zur Lebenswelt der Windsurfer.
5 DISKUSSION: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund theoretischer Annahmen und methodische Bewertung der durchgeführten Studie.
6 ZUSAMMENFASSUNG: Abschließender Überblick über die Zielsetzung, die theoretische Verankerung und die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung.
Windsurfen, Lebenswelt, Qualitative Forschung, Grounded Theory, Szenen, Identität, Lebensstil, Commitment, Soziale Interaktion, Naturverbundenheit, Sportsoziologie, Individuelle Freiheit, Habitus.
Die Arbeit untersucht das Windsurfen als eine spezifische Lebenswelt, um die Denk- und Verhaltensweisen der Akteure sowie ihre soziale Organisation zu verstehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Integration des Sports in den Alltag, dem sozialen Status in der Szene, dem Einfluss der Natur auf das Erleben sowie der Bedeutung sozialer Beziehungen.
Ziel ist es, die „kleine Lebenswelt“ der Windsurfer durch eine qualitative Untersuchung von innen heraus zu rekonstruieren und transparent zu machen.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz mit Leitfadeninterviews gewählt, wobei die Datenauswertung methodisch an die Grounded Theory angelehnt ist.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung, die methodische Vorgehensweise und die Darstellung sowie Interpretation der empirischen Ergebnisse in fünf Kategorien.
Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Lebenswelt, Szenen, Identität, Commitment und subjektive Lebensgestaltung geprägt.
Sie versuchen häufig, Kompromisse einzugehen, ordnen aber bei guten Wetterbedingungen ihren Alltag und ihre sozialen Verpflichtungen oft konsequent dem Drang aufs Wasser unter.
Status wird vor allem über Fahrkönnen, Einsatzbereitschaft und Authentizität definiert; Blender, die sich nur über Material oder Kleidung definieren, werden eher abgelehnt.
Die Gruppe dient der moralischen Unterstützung, der gegenseitigen Motivation bei schwierigen Manövern und dem Teilen gemeinsamer Erlebnisse, was den Sport attraktiver macht.
Die Surfer unterordnen sich der Natur als „Chef“, entwickeln einen respektvollen Umgang mit den Elementen und nutzen die Herausforderung der Wetterbedingungen für ihre persönliche Freiheit und Ausgeglichenheit.
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