Wissenschaftlicher Aufsatz, 2007
19 Seiten
1 Kunsttherapie im person-zentrierten Kontext.
2 Trans-verbale Kommunikation, intuitive Erfahrung und das Ahnungswissen
3 Körperwissen: Resonanz- und Resilienzfaktoren
4 Interventionen aus der Körperresonanz im kunsttherapeutischen Prozess
Die Arbeit untersucht die klient-zentrierte Kunsttherapie im Rahmen der rogerianischen Psychotherapietheorie und fokussiert dabei besonders auf die Bedeutung der Körperresonanz als zentrales Element für therapeutische Veränderungsprozesse. Es wird analysiert, wie trans-verbale Kommunikation, intuitives Erleben und Körperwissen genutzt werden können, um als Resilienzfaktoren im kunsttherapeutischen Prozess zu fungieren und Klienten eine tiefere Selbstwahrnehmung und Problemlösung zu ermöglichen.
Körperwissen: Resonanz- und Resilienzfaktoren
Es sind diese Spuren des Körperwissens, die die Grundbausteine abgeben für eine beginnende konstruktive Veränderung. Aus diesem Arsenal des Körperwissens ergeben sich im therapeutischen Prozess neue Elemente und Kombinationen von Sinneseindrücken und Erinnerungen. Aus ihnen können sich sodann Einsicht, Gesundung und Problemlösung entwickeln. Sie werden mit dem Malprozess wieder ins Schwingen, in eine lebendige und bewusstseinsfähige Resonanz gebracht. Anders als in den Verbaltherapien spielt die Resonanz des Körperwissens in der kunsttherapeutischen Arbeit eine zentrale Rolle. Und dies nicht nur, weil wir mit dem beginnenden Gestaltungsprozess den Körper tatsächlich in Bewegung bringen, sondern weil die äußere Gestaltungsaktion von einem inneren Spüren und Wahrnehmen motiviert und angeleitet wird; der Klient in dieser Phase sozusagen etwas an innere Achtsamkeit üben kann, das den Vorteil hat, dass es zugleich auch eine Konzentration seines äußeren Handelns hervorruft.
Der Neurologe Antonio Damasio hat in den letzten Jahren einrucksvolle Studien vorgelegt, die zeigen, dass das Denken nicht ohne Emotionen stattfinden kann und dass die Emotionen selbst tief in die körperlichen Selbststeuerungsvorgänge eingelassen sind, bzw. dass sie aus diesen hervorgehen. „Emotionen… (sind) das Ergebnis einer Situationseinschätzung durch den Organismus.“ (Damasio 2005, S. 68) Der Organismus nimmt sozusagen auf kurzem und direktem Wege mit den biologisch begründeten Steuerungsprogrammen Stellung zu der Situation in der er sich befindet.
1 Kunsttherapie im person-zentrierten Kontext.: Dieses Kapitel bettet die klient-zentrierte Kunsttherapie in das theoretische System von Carl Rogers ein und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die wissenschaftliche Fundierung des Ansatzes.
2 Trans-verbale Kommunikation, intuitive Erfahrung und das Ahnungswissen: Hier wird erläutert, wie Organismen jenseits der Sprache durch Körperresonanz kommunizieren und welche Bedeutung dieses implizite Beziehungswissen für das Verständnis zwischenmenschlicher Interaktionen hat.
3 Körperwissen: Resonanz- und Resilienzfaktoren: Der Fokus liegt auf der Nutzung von Körperbotschaften und körperlichen Empfindungen als Ressourcen, die Klienten bei der Selbstregulation und Problembewältigung unterstützen.
4 Interventionen aus der Körperresonanz im kunsttherapeutischen Prozess: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Therapeuten die Körperresonanz als Kompass nutzen können, um den therapeutischen Prozess zu steuern und Klienten zu einer tieferen emotionalen und kreativen Integration zu führen.
Klient-zentrierte Kunsttherapie, Carl Rogers, Körperresonanz, Trans-verbale Kommunikation, Ahnungswissen, Resilienz, Körperwissen, Felt Sens, Psychotherapie, Person-zentrierter Ansatz, Selbstaktualisierungstendenz, Gestaltprozess, Neurobiologie, Emotionen, Zwischenleiblichkeit.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der klient-zentrierten Kunsttherapie und der zentralen Rolle, die körperliche Resonanzprozesse in diesem therapeutischen Rahmen spielen.
Die zentralen Themen umfassen die rogerianische Psychotherapietheorie, die Bedeutung des Körpers als Informationsträger, trans-verbale Kommunikation und die Nutzung künstlerischer Prozesse zur persönlichen Entwicklung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Klienten durch die Einbeziehung ihres körperlichen Spürens und ihrer intuitiven Wahrnehmung in die Kunsttherapie eine neue Form der Selbststeuerung und Problemlösung erreichen können.
Der Autor stützt sich auf die klient-zentrierte Psychotherapieforschung, neurobiologische Erkenntnisse (z.B. von Antonio Damasio) und phänomenologische Konzepte, um den therapeutischen Prozess theoretisch und praktisch zu begründen.
Der Hauptteil behandelt den theoretischen Kontext der Person-Zentrierung, die Mechanismen der trans-verbalen Kommunikation, die Bedeutung des Körperwissens als Resilienzfaktor sowie konkrete methodische Vorgehensweisen für Kunsttherapeuten.
Besonders prägend sind die Begriffe Klient-zentrierte Kunsttherapie, Körperresonanz, Felt Sens, Ahnungswissen und Resilienz.
Der „Felt Sens“ (nach Eugene Gendlin) beschreibt ein körperlich gespürtes Empfinden oder eine Bedeutung, die noch nicht vollständig in Sprache gefasst ist, aber einen direkten Zugang zu inneren Prozessen und Problematiken ermöglicht.
Sie bietet Therapeuten eine erweiterte Interventionsebene, indem sie zeigt, dass nicht nur das fertige Kunstwerk, sondern der körperlich motivierte Gestaltungsprozess selbst ein zentraler Anker für therapeutische Fortschritte ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

