Doktorarbeit / Dissertation, 2006
225 Seiten, Note: bestanden
1. EINLEITUNG
2. KAPITEL: Die Eigenschaften der Korpuslinguistik
2.1 Die Vorteile bei der Verwendung von Korpora
2.2 Die Korpuslinguistik in Analogie zu kognitiven Fähigkeiten
3. KAPITEL: Korpuslinguistik als Sprachanalysemethode
3.1 Ein Beispiel für eine populäre Korpusanalyse: Das Wendekorpus
3.2 Kommunikative Grundlagen der Korpuslinguistik
3.3 Textanalyse und Textkorpora
3.4 Die medienspezifischen Charakteristika einer Zeitung
3.5 Wahrheitswerte von Sätzen und Texten
3.6 Pressesprache und Registeranalyse
3.7 Ereignisorientierte Veränderungen von Sprache
3.8 Die Grenzen der Korpuslinguistik
4. KAPITEL: Die Strukturierung der Korpora und die technischen Hindernisse
4. 1 Die Funktionsweise von Wordsmith
4. 2 Die Korpusprotokolle
4. 3 Das Korpusdesign
4. 4 Überarbeitung des Korpusdesigns
4. 5 Sortieren der Unterkorpora
4. 6 Entstehungsprozess und Textformatierungsprobleme
4. 7 Metatext als relevante Fehlergröße
4. 8 Layout-Redundanz
4. 9 Die Zusammenstellung der Subkorpora
4.10 Veränderungen in den Themenfeld-Bezeichnungen
4.11 Anzahl der Artikel pro Subkorpus
5. KAPITEL: Der 11. September als Ausgangspunkt für Veränderungen in Sprache, Medien und Gesellschaft
5. 1 Das Ereignis 11. September
5. 2 Die Medienreaktionen auf die Terroranschläge vom 11.9.2001
5. 3 Medienwissenschaftliche Betrachtung des 11.September
5. 4 Das Dilemma der Medien im Zusammenhang mit dem 11. September
5. 5 Der 11. September als Auslösefaktor für Spekulationen
5. 6 Kontextuelle und lexikalische Wahrscheinlichkeit
5. 7 Der 11. September als Agenda-Setting-Prozess
5. 8 Der Nachrichtenfaktor des 11.September
5. 9 Qualitätskriterien für Informationsjournalismus
5.10 Die Nachrichtenwert-Theorie
5.11 Der 11. September als Schlüsselereignis
5.12 Das Textkorpus mit Artikeln erschienen nach dem 11. September
6. KAPITEL: Auswertung der Analysedaten
6.1 Die von Wordsmith gewonnenen Basisdaten
6.1.1 Die Auswertung der Korpusstatistiken
6.1.2 Die Type-Token Relation (TTR)
6.1.3 Die Häufigkeitslisten
6.1.4 Die alphabetischen Listen und Hapax Legomena
6.2 Grammatikalische Untersuchungen
6.2.1 Effects of scepticism and doubt
6.2.2 Degree of probability
6.2.3 Naming als Indikator für Boulevardisierung
6.3 Untersuchungen an der Syntax
6.3.1 Vergleich der durchschnittlichen Satzlängen in den Untersuchungszeiträumen
6.3.2 Ausgewählte Konkordanzen
6.3.2.1 Die Konkordanzliste zu >ISLAM< in K1
6.3.2.2 Die Konkordanzliste zu >ISLAM< in K2
6.3.2.3 Die Konkordanzliste zu >ISLAM< in K3
6.3.2.4 Die Konkordanzen zu >ARABIC<
6.3.2.5 Konkordanzen mit dem Kontextwort [>TERROR<]
6.3.3 Die häufigsten Kollokationen von >MUSLIM<, >ISLAMIC< und >ARAB<
6.3.3.1 Linksseitige Kollokationen zu >ARAB<
6.3.3.2 Rechtsseitige Kollokationen zu >ARAB<
6.3.3.3 Linksseitige Kollokationen zu >MUSLIM<
6.3.3.4 Rechtsseitige Kollokationen zu >MUSLIM<
6.3.3.5 Linksseitige Kollokationen zu >ISLAMIC<
6.3.3.6 Rechtsseitige Kollokationen zu >ISLAMIC<
6.3.3.7 Gebräuchlichkeitsveränderungen
6.4 Untersuchungen an der Lexik
6.4.1 Das Problem der Synonymie
6.4.2 Lexikalische Dichte und Funktionswörter
6.4.3 Die Funktion Keywords
6.4.3.1 Die Keyword-Liste von K1 mit K2 als Referenzkorpus
6.4.3.2 Die Keyword-Liste von K2 mit K1 als Referenzkorpus
6.4.3.3 Die Keyword-Liste von K2 mit K3 als Referenzkorpus
6.4.3.4 Die Keyword-Liste von K3 mit K2 als Referenzkorpus
6.4.3.5 Die Keyword-Liste von (K1 + K2) mit K3 als Referenzkorpus
6.4.3.6 Die Keyword-Liste von K3 mit (K1 + K2) als Referenzkorpus
6.4.4 Weitere Schlüsselwörter im Zusammenhang mit dem 11. September 2001
6.4.4.1 Times.2001.danach mit K2 als Referenzkorpus
6.4.4.2 Guardian.2001.danach mit K2 als Referenzkorpus
6.4.4.3 Independent.2001.danach mit K2 als Referenzkorp.
6.4.5 Analyse ausgewählter Wortgruppen
6.4.5.1 Die Wortgruppe „Arabisch”
6.4.5.2 Die Wortgruppe „Islamische Welt“
6.4.5.3 Die Wortgruppe „Terror“
6.4.5.4 Die Wortgruppe „Gewalt“
6.4.5.5 Die Wortgruppe „Al-Qaida“ in den Subkorpora von K1
6.5 Morphologische Analysen: Ausgewählte Komposita
6.5.1 Das Problem der Erkennung von Komposita und Homonymie
6.5.2 Analyse ausgewählter Komposita
6.5.2.1 Komposita mit Bestandteilen aus den Wortgruppen „Arabisch“ und Islamische Welt“
6.5.2.2 Komposita mit Bestandteilen aus der Wortgruppe „Terror“
6.6 Weitere Analysedaten
6.6.1 Das Zipfsche Gesetz
6.6.2 Die Entropie der Typen
7. KAPITEL: Schlussbetrachtung (Zusammenfassung, Kritik und Ausblick)
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
7.1.1 Gründe für die Veränderungen des Wortschatzes
7.1.2 Sprachliche Veränderungen durch die Internet-Einführung
7.1.3 Emotionsneutrale Datenauswertung durch den Rechner
7.1.4 Der Umgang mit dem Thema Terror
7.1.5 Halo-Effect und Primacy-Recency-Effect
7.2 Korpuslinguistische Methoden kritisch betrachtet
7.2.1 Schlüsselwort ungleich Inhalt
7.2.2 Wie sinnvoll ist der Einsatz der Korpuslinguistik?
7.3 Rückschlüsse auf die Qualität von Texten mittels quantitativer Analysen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, sprachliche Veränderungen in den britischen Qualitätszeitungen „The Times“, „The Independent“ und „The Guardian“ im Zeitraum zwischen 1990 und 2001 zu untersuchen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf den Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf den Sprachgebrauch und die Berichterstattung, um herauszufinden, ob ein Paradigmenwechsel in der medialen Repräsentation stattgefunden hat.
3.1 Ein Beispiel für eine populäre Korpusanalyse: Das Wendekorpus
Die wohl populärste korpuslinguistische Untersuchung im deutschsprachigen Raum ist das so genannte Wendekorpus. Mithilfe dreier Korpora, dem Wendekorpus DDR (WKD), dem Wendekorpus Bundesrepublik (WKB) und einem Vergleichskorpus, wurden aus Zeitungstexten die Schlüsselwörter der Wendezeit extrahiert.
Das durch diese Korpusanalyse erstellte Wörter-Buch (SCHLÜSSELWÖRTER DER WENDEZEIT, Wörter-Buch zum öffentlichen Sprachgebrauch 1989/90) enthält die wichtigsten Elemente des öffentlichen Sprachgebrauchs in der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland von Mitte 1989 bis Ende 1990 bezüglich der Wendethematik. Analysiert wurden Texte aus dem Bereich der öffentlich-politischen Kommunikation, dazu gehören Auszüge aus verschriftlichten Redebeiträgen der Tagungen der Volkskammer und der Sitzungen des Bundestages, öffentliche Reden, Demosprüche, (Leit)artikel, Kommentare, Interviews aus Zeitungen und Zeitschriften, Flugblätter, Aufrufe und Wahlprogramme (s.u.). Es wird in drei Hauptphasen unterteilt: die Vorwendezeit, die Wende und die Nachwendezeit. Für diese Phasen werden noch weitere Unterscheidungen getroffen.
Das Projekt wurde von der so genannten „Gesamtdeutschen Korpusinitiative“ initiiert. Dieses Korpusprojekt ist vom Institut für deutsche Sprache in Zusammenhang mit dem damals noch existierenden Zentralinstitut für Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften in Ost-Berlin angeregt worden. Durch dieses Projekt entstand ein maschinell gespeichertes Korpus im Umfang von etwa vier Millionen Wortformen. Die verwendeten Themenkreise waren „politischer Umbruch in der DDR“ und „Annäherung und Vereinigung der beiden deutschen Staaten“. Das so entstandene Wendekorpus, kurz WK, ergänzt die bereits seit Mitte der 60er angelegten Textkorpora zur deutschen Gegenwartssprache. Das Wendekorpus DDR (WKD) enthält 1632 Texte aus der DDR bzw. aus den neuen Bundesländern mit insgesamt rund 1,5 Millionen Wortformen. Als Quellen wurden herangezogen Aufrufe, Flugblätter, öffentliche Erklärungen von Bürgerbewegungen und Parteien, Wahlkampfmaterialien, verschriftlichte Demosprüche, Reden, Protokolle von Volkskammertagungen.
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die sprachlichen Veränderungen in britischen Qualitätszeitungen zwischen 1990 und 2001 zu untersuchen, unter besonderer Berücksichtigung der Ereignisse nach dem 11. September.
2. KAPITEL: Die Eigenschaften der Korpuslinguistik: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen von Korpora sowie die Vorteile korpuslinguistischer Methoden für die Sprachwissenschaft dargelegt.
3. KAPITEL: Korpuslinguistik als Sprachanalysemethode: Dieser Teil behandelt theoretische Grundlagen der Textanalyse, die Bedeutung des sprachlichen Registers sowie das Konzept der Textualitätskriterien in Bezug auf Presse-Korpora.
4. KAPITEL: Die Strukturierung der Korpora und die technischen Hindernisse: Dieses Kapitel beschreibt den praktischen Prozess der Korpuserstellung, inklusive der Arbeit mit der Software Wordsmith, der Fehlerbereinigung (Metatext) und der Design-Entscheidungen.
5. KAPITEL: Der 11. September als Ausgangspunkt für Veränderungen in Sprache, Medien und Gesellschaft: Der Fokus liegt hier auf dem Ereignis 11. September und dessen Auswirkungen auf die Berichterstattung, Nachrichtenselektion und das öffentliche Sicherheitsverständnis.
6. KAPITEL: Auswertung der Analysedaten: Dieses umfangreiche Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse der Studie, basierend auf Statistiken, grammatikalischen Analysen, Syntax-Untersuchungen und lexikalischen Keyword-Vergleichen.
7. KAPITEL: Schlussbetrachtung (Zusammenfassung, Kritik und Ausblick): Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse sowie einer kritischen Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen der Korpuslinguistik bei der Untersuchung journalistischer Qualität.
Korpuslinguistik, Zeitungssprache, 11. September, Terrorismus, Wordsmith, Lexik, Syntax, Qualitätsjournalismus, Agenda-Setting, Boulevardisierung, Sprachwandel, Islam, Diskursanalyse, Konkordanz, Schlüsselwörter.
Die Arbeit untersucht die diachronen sprachlichen Veränderungen in drei britischen Qualitätszeitungen („The Times“, „The Independent“, „The Guardian“) über einen Zeitraum von zehn Jahren (1990 bis 2001), mit besonderem Fokus auf den Einfluss der Terroranschläge vom 11. September 2001.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von technologischem Wandel (Internet) sowie politischen Krisenereignissen auf die Qualität und den Stil der journalistischen Berichterstattung.
Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, ob und wie gravierende Ereignisse wie der 11. September oder technische Neuerungen in den Redaktionen zu einer messbaren Veränderung der Sprache, Wortwahl und Themenvielfalt in der britischen Qualitätspresse geführt haben.
Die Untersuchung basiert auf einer korpuslinguistischen Analyse, bei der mittels der Software „Wordsmith“ umfangreiche Textmengen quantitativ und qualitativ (z.B. durch Konkordanzen und Kollokationen) ausgewertet werden.
Im Hauptteil werden das Design der Korpora, die methodischen Herausforderungen bei der Korpuserstellung sowie die detaillierte statistische und sprachwissenschaftliche Auswertung von Satzlängen, Namensverwendung (Naming) und spezifischen Schlüsselbegriffen diskutiert.
Wichtige Begriffe sind Korpuslinguistik, Medienberichterstattung, 9/11-Einfluss, Nachrichtenwert, Boulevardisierung und Sprachwandel.
Die Arbeit stellt fest, dass nach den Terroranschlägen eine Zunahme an martialischer Sprache, eine eingeschränkte Themenvielfalt und ein Fokus auf spezifische Feindbilder zu verzeichnen ist, was häufig mit einer Verringerung der lexikalischen Dichte einherging.
Wordsmith wurde aufgrund seiner weiten Verbreitung und der leistungsstarken Tools zur Erstellung von Häufigkeitslisten, Konkordanzen und Keyword-Vergleichen als das geeignete Werkzeug für die statistische Bearbeitung der großen Textmengen angesehen.
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