Examensarbeit, 2007
69 Seiten, Note: 1,7
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Das Schreiben(lernen)
2.1 Lautstruktur und Schriftstruktur: „Die linguistische Perspektive“
2.1.1 Schreibe wie du sprichst?
2.1.2. Graphem-Phonem-Korrespondenzregeln
2.1.3 Die prosodische Struktur der Sprache
2.2 Schreibenlernen aus kognitionstheoretischer Perspektive
2.3 Lese- Rechtschreibschwierigkeiten (LRS)
2.3.1 Das Phänomen der LRS
2.3.2 Ursachen für LRS
2.3.3 Didaktisches Konzept der Förderung von LRS
3. Entwicklungsgemäße Rechtschreibförderung
3.1 Das Stufenmodell der Rechtschreibentwicklung
3.2 Dopplungsfehler im Rahmen der Entwicklung
4. Die Phonologische Bewusstheit
4.1 Phonologisches und phonetisches Rekodieren
4.2 Die phonologische Bewusstheit - Metalinguistische Sicht
4.2.1 Die phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne
4.2.2 Die phonologische Bewusstheit im engeren Sinne
4.3 Förderung phonologischer Fähigkeiten in der Schuleingangsphase
5. Zur Förderung der phonologischen Bewusstheit in der Orientierungsstufe
5.1 Ergänzungen zum derzeitigen Konstrukt der phonologischen Bewusstheit
5.2 Das Programm von Reuter-Liehr
5.3 Das Marburger Rechtschreibtraining (MRT)
5.4 Fazit
6. (Projekt-)Empirie
6.1 Das Bedingungsfeld
6.2 Der Vortest: Diagnostik und Ergebnisse
6.2.1 Der BAKO 1-4
6.2.2 Der DRT 5 Quantitative Analyse, Feinanalyse, Einordnung in das Modell der Rechtschreibentwicklung von Scheerer-Neumann
6.2.3 Der Stolperwörter Lesetest
6.2.4 Reflexion der Ergebnisse
6.3 Das Konzept
6.4 Die Förderung
6.4.1 Einordnung in Richtlinien und Lehrpläne
6.4.2 Grobstruktur der Förderung
6.4.3 Eine exemplarische Stundenbeschreibung
6.4.4 Bewertung der Förderstunden
6.5 Der Nachtest - Ergebnisse im Vergleich zum Vortest
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Effektivität und Notwendigkeit der Förderung der phonologischen Bewusstheit bei Schülern der Orientierungsstufe mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS). Ziel ist es, durch die Analyse des Schriftspracherwerbs und die Erprobung des Marburger Rechtschreibtrainings (MRT) zu belegen, dass Defizite in der Vokallängenunterscheidung eng mit mangelnder phonologischer Bewusstheit verknüpft sind und gezielte Interventionsansätze erfordern.
2.1.1 Schreibe wie du sprichst?
Die deutsche Schrift ist eine Buchstabenschrift, die auf das lateinische Alphabet zurückgeht. Alphabetschriften sind Lautschriften und der Sinn daher an die Lautgestalt gebunden. Ihr Vorteil ist es, durch relativ wenige Schriftzeichen eine unendliche Menge an Phonemfolgen darstellen zu können und damit die gesprochene Sprache relativ genau abspeichern und wiedergeben zu können. „Die ideale Form der Verschriftung einer Sprache wäre es,“ so meint Belke (2003, S.123), „jedem Phonem ein Graphem zuzuordnen.“ Dass dies auch so wäre, war die gängige Vorstellungen der Linguisten bis weit in das 20. Jahrhundert hinein.
Unter einem Graphem wird in der Sprachwissenschaft die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der Schriftsprache (Buchstabe oder Buchstabengruppe) verstanden. Es bildet nicht den beim konkreten Sprechen realisierten Laut (das Phon) ab, sondern gilt als ein willkürlich vereinbartes Zeichen für das Phonem. Das Phonem wird als die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der Lautsprache verstanden und wird durch Minimalpaarbildung, z. B. Hund versus. Hand, ermittelt. Schreibnovizen müssen lernen, das Phonem von den individuell produzierten lautlichen Varianten zu abstrahieren. Damit ist der Sprachlaut ein Abstraktum. Nicht die individuell realisierten lautlichen Merkmale sind relevant, sondern nur die mit phonematischem Wert.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des erfolgreichen Schriftspracherwerbs heraus und beschreibt die Ausgangslage sowie die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung zur Fehlerhäufung bei der Kennzeichnung von Vokallängen.
2. Das Schreiben(lernen): Das Kapitel beleuchtet den Schriftspracherwerb aus linguistischer und kognitionstheoretischer Perspektive und untersucht die Herausforderungen beim Erlernen von Graphem-Phonem-Korrespondenzen sowie die Problematik von LRS.
3. Entwicklungsgemäße Rechtschreibförderung: Hier werden psychologische Entwicklungsmodelle, insbesondere das Modell nach Scheerer-Neumann, als diagnostisches Instrument eingeführt, um den individuellen Lernstand bei der Rechtschreibentwicklung zu bestimmen.
4. Die Phonologische Bewusstheit: Dieses Kapitel definiert die phonologische Bewusstheit als zentrale Vorläuferfertigkeit und unterscheidet zwischen der Verarbeitung auf lautlicher Ebene (engerer Sinn) und artikulatorisch-sprechrhythmischer Ebene (weiterer Sinn).
5. Zur Förderung der phonologischen Bewusstheit in der Orientierungsstufe: Der Autor hinterfragt die Effektivität bestehender Programme und stellt die These auf, dass die Verschriftung von Vokallängen ein phonologisches Phänomen darstellt, welches eine gezielte Förderung der phonologischen Bewusstheit auch bei älteren Kindern erfordert.
6. (Projekt-)Empirie: Dieser Hauptteil dokumentiert das empirische Projekt, inklusive der Diagnostik, dem Förderkonzept mit dem Marburger Rechtschreibtraining und der Auswertung der Ergebnisse bei den untersuchten Schülern.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit reflektiert die Projektergebnisse, diskutiert die Bedeutung einer altersgerechten Materialgestaltung und betont den Bedarf an einer systematischen Förderung der phonologischen Bewusstheit in der Sekundarstufe.
Phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, LRS, Graphem-Phonem-Korrespondenz, Marburger Rechtschreibtraining, MRT, Vokallänge, Dopplung, Dehnung, Rechtschreibentwicklung, Förderdiagnostik, Silbenschnittstruktur, Metalinguistische Fähigkeiten, Alphabetische Strategie.
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung der phonologischen Bewusstheit bei Schülern der Orientierungsstufe, die unter Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) leiden.
Im Zentrum stehen der Schriftspracherwerb, die kognitive Entwicklung beim Schreibenlernen, die Bedeutung phonologischer Vorläuferfertigkeiten und die Wirksamkeit von Rechtschreibtrainingsprogrammen.
Die Autorin geht der Frage nach, wie es zu einer gehäuften Fehlerbildung bei der Kennzeichnung von langen und kurzen Vokalen kommt und ob dies auf Defizite in der phonologischen Bewusstheit zurückzuführen ist.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes mit einem empirischen Projekt, das standardisierte diagnostische Testverfahren (BAKO 1-4, DRT 5) und eine systematische Förderung nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der LRS-Problematik und eine detaillierte Dokumentation einer praktischen Förderung mit zwei Schülern, inklusive Vortest, Konzeptentwicklung und Auswertung der Fortschritte.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, LRS, Marburger Rechtschreibtraining (MRT) sowie die Vokalopposition zwischen kurz und lang.
Die Autorin stellt fest, dass das MRT zwar systematisch aufgebaut ist, aber bei Kindern mit deutlichen Defiziten in der phonologischen Bewusstheit zu viel Vorwissen voraussetzt und zudem die visuelle Gestaltung für Jugendliche als zu kindlich empfunden wird.
Die Sprechsilbe dient als Brücke zur Lautsprache, um Schülern eine Gliederungseinheit für die orthografisch korrekte Schreibung von Dehnungs- und Schärfungsmerkmalen zu bieten, anstatt nur abstrakte Regeln auswendig zu lernen.
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