Diplomarbeit, 2007
129 Seiten, Note: 1,0
1 Ausgangslage und Ziel der Arbeit
2 Fragestellung
3 Die Expertiseforschung als erkenntnistheoretischer Bezugsrahmen
3.1 Unterscheidung zwischen Experten, Laien und Novizen
3.2 Merkmale der Experten-Laien-Kommunikation
3.3 Wissenskommunikation: Theorie von Clark
3.4 Perspektivenübernahme
3.5 Perspektivenübernahme und die „Theory of Mind“
3.6 Relevante Untersuchungsergebnisse für die eigene Untersuchung
3.7 Zusammenfassung
4 Pädagogisch-psychologische Beratung
4.1 Exkurs zum Wissen und zur Kompetenz von Beratern
4.1.1 Normenwissen
4.1.2 Diagnostisches Wissen
4.1.3 Objektwissen
4.1.4 Operatives Wissen
4.1.5 Zusammenfassung
4.2 Kompetenzerwerb von Beratern
4.3 Pädagogik als Basisqualifikation
4.4 Die Domäne „Qualifizierungsberatung“
4.5 Aufgaben der Qualifizierungsberatung für Betriebe - Auswahlkriterien für die Untersuchung
4.5.1 Unterstützung in Fragen der pädagogischen Organisationsentwicklung
4.5.2 Rekrutierung, Qualifizierung und Weiterbildung
4.5.3 Sicherung von Wirtschaftlichkeit und Qualität
4.6 Kennzeichen der Domäne „Qualifizierungsberatung“
4.7 Ablaufmodell der Qualifizierungsberatung
4.8 Instanzen der Qualifizierungsberatung
4.9 Aufgaben von Qualifizierungsberatern
4.10 Klein- und Mittelbetriebe als Zielgruppe der Qualifizierungsberatung
4.10.1 Quantitative Merkmale
4.10.1.1 Einteilung des Instituts für Mittelstandsforschung
4.10.1.2 Einteilung der Kommission der europäischen Gemeinschaft
4.10.2 Qualitative Merkmale
4.10.3 Klein und Mittelbetriebe in der Metall - Elektro Branche
4.10.4 Qualifizierungsberatung aus betrieblicher Sicht
4.10.5 Beratungsformen
4.10.6 Instrumente der Bedarfserkennung in Betrieben
4.11 Kommunikative Kompetenz von Beratern
4.12 Experten-Laien-Kommunikation in der Qualifizierungsberatung
4.13 Voraussetzungen und Probleme der Wissenskommunikation in der Qualifizierungsberatung
4.14 Zusammenfassung
5 Methode
5.1 Untersuchung 1: Leitfadengestütztes Interview und Fallbeispiel
5.1.1 Rekrutierung der Stichprobe
5.1.2 Methode
5.1.3 Datenaufbereitung
5.1.4 Auswertungsmethode
5.1.5 Kategoriensystem
5.1.6 Gütesicherung
5.1.7 Ergebnisse der Interviewuntersuchung
5.1.8 Deskriptive Ergebnisse Führungskräfte
5.1.9 Deskriptive Ergebnisse Berater
5.1.10 Überprüfung der Hypothesen
5.1.11 Untersuchung zum Fall
5.1.12 Diskussion der Interviewstudie
5.2 Untersuchung 2: Fragebogenstudie
5.2.1 Methode
5.2.2 Rekrutierung der Stichprobe
5.2.3 Deskriptive Ergebnisse
5.2.4 Ergänzung zur Interviewstudie
5.2.5 Überprüfung der Hypothesen
5.2.6 Vergleich der Fremdperspektivurteile innerhalb Beratergruppe
5.2.7 Diskussion der Fragebogenstudie
6 Diskussion
6.1 Diskussion des Forschungsdesigns
6.2 Diskussion der Forschungsergebnisse
6.3 Aufklärerischer Auftrag
6.4 Maßnahmen zur Förderung des Kommunikationsprozesses
6.5 Beraterische Kompetenzförderung
7 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen für eine gelungene Kommunikation zwischen Qualifizierungsberatern und Führungskräften in kleinen und mittleren Betrieben der Metall- und Elektroindustrie. Ziel ist es zu analysieren, ob sich Experten von Novizen in ihrer kognitiven Flexibilität und Antizipationsfähigkeit bei der Beratung unterscheiden und wie Kommunikationsprozesse optimiert werden können, um den Wissenstransfer zu fördern.
3.3 Wissenskommunikation: Theorie von Clark
Unter Zuhilfenahme der psycholinguistischen Kommunikationstheorie von Clark und Mitarbeitern (1996) kann beschrieben werden, wie Personen eine Verständigung in der Kommunikation erzielen. Anders als in Sprecher-Hörer-Theorien drückt die sog. common ground-Theorie aus, zwei individuelle kognitive Bezugsrahmen so miteinander in Deckung zu bringen, dass deren Schnittmenge ausreicht, um ein spezifisches Ziel der Kommunikation zu erreichen. In einer Beratungssituation kann dieses Ziel z. B. eine informierte Entscheidung des Klienten sein. Zentrale Komponente der Theorie Clarks ist dabei das Wissen der an der Kommunikation beteiligten Akteure. Nach Clark (1996) ist der common ground definiert als „the sum of their mutual knowledge, mutual beliefs, and mutual suppositions“(S.3). Diese Definition wurde vielfach zur Erklärung von gelungener oder misslungener Kommunikation zwischen Experten und Laien herangezogen.
Innerhalb des Modells wird Kommunikation als joint activity verstanden. Das bedeutet, dass die Gesprächspartner ihre Aktionen wechselseitig anhand von Einzelaktionen abstimmen müssen. Dies geschieht etwa anhand von Initiierungen des Sprecherwechsels wie Sprechpausen bzw. Sprechakten und durch Abstimmung der jeweiligen Wissensbestände. Dabei wird sowohl das Wissen über den Gesprächsgegenstand als auch das Wissen über den Gesprächspartner als fundamentale Größe für eine erfolgreiche Kommunikation gesehen.
1 Ausgangslage und Ziel der Arbeit: Einführung in die Thematik des lebenslangen Lernens im betrieblichen Kontext und die Relevanz der Qualifizierungsberatung für KMUs.
2 Fragestellung: Darlegung der zentralen Forschungsfragen zur Experten-Laien-Kommunikation und der explorativen Vorgehensweise.
3 Die Expertiseforschung als erkenntnistheoretischer Bezugsrahmen: Theoretische Fundierung durch Expertiseforschung und Common Ground-Theorie nach Clark zur Analyse von Wissenskommunikation.
4 Pädagogisch-psychologische Beratung: Definition und Strukturierung der pädagogischen Beratung sowie spezifische Analyse der Domäne Qualifizierungsberatung.
5 Methode: Beschreibung der empirischen Untersuchungsmethodik (Interviewstudie und Fragebogenstudie) zur Erhebung der Beraterperformanz.
6 Diskussion: Kritische Reflexion der Forschungsergebnisse sowie Ableitung von Maßnahmen zur Förderung des Kommunikationsprozesses und der Kompetenz von Beratern.
7 Ausblick: Zusammenfassung der Erkenntnisse und Einordnung in den wissenschaftlichen sowie praktischen Kontext für zukünftige Beratungsansätze.
Expertiseforschung, Experten-Laien-Kommunikation, Common Ground-Theorie, Qualifizierungsberatung, betriebliche Weiterbildung, Beraterkompetenz, Kommunikation, KMU, Wissenskommunikation, Beratungshandeln, Antizipationsfähigkeit, Perspektivenübernahme, Professionalisierung, betriebliche Lernprozesse, Coaching
Die Arbeit analysiert die Bedingungen, unter denen Experten-Laien-Kommunikation in der Qualifizierungsberatung für kleine und mittlere Betriebe der Metall- und Elektroindustrie erfolgreich verläuft.
Die Schwerpunkte liegen auf der Expertiseforschung, der Common Ground-Theorie von Clark, der pädagogischen Beratungskompetenz und der spezifischen Situation von KMUs im Kontext beruflicher Weiterbildung.
Es wird untersucht, ob sich Experten und Novizen in ihrer kognitiven Flexibilität, der Bewusstheit für Kommunikationsprobleme und der Fähigkeit zur Antizipation der Laienperspektive unterscheiden.
Die empirische Untersuchung umfasst eine Kombination aus einer leitfadengestützten Interviewstudie mit Fallbeispiel sowie eine begleitende Fragebogenstudie.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Expertiseforschung und Beratungstheorien sowie in eine ausführliche Präsentation und Diskussion der Untersuchungsergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Expertiseforschung, Qualifizierungsberatung, Experten-Laien-Kommunikation, Common Ground-Theorie, Beraterkompetenz und betriebliche Weiterbildung.
Diese Branche gilt als deutsche Schlüsselindustrie mit einer hohen Anzahl an KMUs, die durch technologischen Wandel und Fachkräftebedarf besonders auf Qualifizierungsberatung angewiesen sind.
Die Untersuchung vergleicht "erfahrene" (Experten mit mindestens 10 Jahren Praxis) und "unerfahrene" (Novizen) Berater, um zu klären, ob langjährige Erfahrung die Kommunikationsqualität verbessert.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Qualifizierungsberatung in den Zielbetrieben oft ein noch wenig verankertes kognitives Konzept darstellt, was zu Wissensdefiziten über den Beratungszweck führt.
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