Magisterarbeit, 1996
116 Seiten, Note: 1,3
EINLEITUNG
1. ZUR ENTWICKLUNG DER ZEISS - WERKE JENA UND DER FRIEDRICH - SCHILLER - UNIVERSITÄT JENA
1.1. DAS ZEISS - WERK NACH 1945
1.2. DIE ROLLE DER FRIEDRICH-SCHILLER-UNIVERSITÄT JENA
2. DIE NEUGESTALTUNG DER JENAER INNENSTADT SEIT DEM ENDE DER SECHZIGER JAHRE
2.1. BAUPLANUNG BEIM VEB CARL ZEISS UND BEI DER FRIEDRICH-SCHILLER-UNIVERSITÄT
2.2. DIE PLANUNG DER STÄDTISCHEN NEUBEBAUUNG
3. DIE STÄDTISCHE NEUBEBAUUNG UND DIE JENAER ÖFFENTLICHKEIT - DER KAMPF JENAER WISSENSCHAFTLER FÜR DEN ERHALT DES COLLEGIUM JENENSE
4. DAS INNERSTÄDTISCHE BAUGESCHEHEN JENAS VON 1969 - 1972
5. DIE VERÄNDERUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES VEB CARL ZEISS 1970/71
6. DIE UNIVERSITÄT ZIEHT INS HOCHHAUS
7. ZUSAMMENFASSUNG
EPILOG
Die vorliegende Magisterarbeit analysiert die Baugeschichte des Jenaer Universitätshochhauses im Zeitraum von 1968 bis 1972 als integralen Bestandteil der sozialistischen Stadtplanung und untersucht dabei das Spannungsfeld zwischen politischen Vorgaben, ökonomischen Interessen und den Auswirkungen auf die historische Altbausubstanz.
1.1. DAS ZEISS - WERK NACH 1945
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die städtebauliche Gestaltung der Jenaer Innenstadt durch das Zeiss-Werk und die Universität bestimmt. Daran änderte auch der Ausbau der Glaswerke Schott & Genossen sowie der pharmazeutischen Industrie nichts Grundsätzliches.
Die Bedeutung des Zeiss-Werkes blieb auch nach 1945 unangetastet.
Unter der sowjetischen Besatzung war nach Kriegsende die bald wieder anlaufende Produktion des Zeiss-Werkes in erster Linie für die Zwecke der Wiedergutmachung an die Sowjetunion bestimmt. Die Produktion wurde dem Wiederaufbau in der Sowjetunion angepaßt. Es konnte begonnen werden, den Rückstand an Produktion von Zivilgeräten, der durch die Militarisierung der Wirtschaft vor dem Ausbruch des Krieges eingetreten war, zu beseitigen.
Das Jahr 1945 war ausgefüllt mit der Behebung von Kriegsschäden. Es bestand Mangel an Spezialmaschinen sowie an Importen von Rohstoffen aus dem Ausland. Trotz bedeutender Kriegsschäden stieg die Leistungsfähigkeit von 2,6 Millionen Reichsmark 1945, auf 19,8 Millionen Reichsmark 1946. Überwiegend wurde für Reparationslieferungen und Zivilbedarf im Inland produziert.
EINLEITUNG: Die Arbeit beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Jenaer Universitätshochhauses im Kontext der sozialistischen Stadtplanung und der damit verbundenen Zerstörung historischer Altbausubstanz.
1. ZUR ENTWICKLUNG DER ZEISS - WERKE JENA UND DER FRIEDRICH - SCHILLER - UNIVERSITÄT JENA: Dieses Kapitel beschreibt die wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung der beiden zentralen Akteure in Jena nach 1945 und ihre zunehmende Einbindung in staatliche Forschungs- und Wirtschaftspläne.
2. DIE NEUGESTALTUNG DER JENAER INNENSTADT SEIT DEM ENDE DER SECHZIGER JAHRE: Hier werden die konkreten Baupläne für das Großforschungszentrum und das Universitätshochhaus sowie die damit einhergehende Umgestaltung der Jenaer Innenstadt analysiert.
3. DIE STÄDTISCHE NEUBEBAUUNG UND DIE JENAER ÖFFENTLICHKEIT - DER KAMPF JENAER WISSENSCHAFTLER FÜR DEN ERHALT DES COLLEGIUM JENENSE: Das Kapitel dokumentiert den Widerstand lokaler Wissenschaftler und Denkmalschützer gegen die Zerstörung historisch wertvoller Bauten durch die sozialistische Stadtplanung.
4. DAS INNERSTÄDTISCHE BAUGESCHEHEN JENAS VON 1969 - 1972: Fokus auf die praktische Umsetzung der Bauvorhaben, die Rolle des Konsortiums Stadtzentrum Jena und die logistischen Herausforderungen der Flächenberäumung.
5. DIE VERÄNDERUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES VEB CARL ZEISS 1970/71: Analyse der wirtschaftlichen Stagnation und der Krise beim VEB Carl Zeiss, die zu einer Neubewertung der Investitionsprojekte führte.
6. DIE UNIVERSITÄT ZIEHT INS HOCHHAUS: Die Entscheidung zur Übergabe des nahezu fertiggestellten Forschungsneubaus an die Universität als Lösung für wirtschaftliche und räumliche Probleme wird detailliert dargestellt.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Eine abschließende Synthese der komplexen Zusammenhänge zwischen Stadtentwicklung, Wirtschaftsplanung und gesellschaftlicher Reaktion in der DDR.
EPILOG: Ein Ausblick auf die stadtplanerischen Aktivitäten nach der Wende 1989 und die anhaltende Debatte um die Nutzung des Universitätshochhauses.
Jena, Universitätshochhaus, VEB Carl Zeiss, DDR-Städtebau, sozialistische Stadtplanung, Collegium Jenense, Industrieforschung, Hochschulreform, Wirtschaftsgeschichte, Denkmalpflege, Stadtgeschichte, Bauplanung, Forschungsneubau, Stadtzentrum, Transformation.
Die Magisterarbeit untersucht die Geschichte des Jenaer Universitätshochhauses (1968-1972) als Symbol und Resultat einer radikalen sozialistischen Stadtplanung und deren Auswirkungen auf die historische Altstadt.
Im Zentrum stehen die enge Verflechtung von Industrieforschung und Universitätslehre in Jena, die staatliche Baupolitik der DDR und die daraus resultierenden Spannungen mit dem Denkmalschutz.
Ziel ist es, die Planung und Entstehung des Hochhauses im Widerstreit politischer und ökonomischer Interessen einzuordnen und einen Beitrag zur Jenaer Stadtgeschichte zu leisten.
Der Autor stützt sich schwerpunktmäßig auf eine fundierte Analyse umfangreicher Archivalien, darunter Firmenarchive von Carl Zeiss, Staatsarchive und spezifische Bauakten.
Der Hauptteil befasst sich mit der Planung der Neugestaltung des Stadtzentrums, dem zivilen Widerstand gegen den Abriss des Collegium Jenense sowie den wirtschaftlichen Krisen des VEB Carl Zeiss, die zur Umwidmung des Hochhauses führten.
Wesentliche Begriffe sind "Sozialistische Stadtplanung", "Großforschungszentrum", "Collegium Jenense", "Investitionskrise" und "Denkmalschutz in der DDR".
Das Collegium Jenense galt als Wiege der Universität und war ein kulturhistorisch einzigartiger Komplex; sein geplanter Abriss zugunsten eines administrativ-technischen Zentrums stieß auf massiven Widerstand prominenter Jenaer Wissenschaftler.
Aufgrund der wirtschaftlichen Stagnation und Qualitätsprobleme Anfang der 1970er Jahre war der VEB Carl Zeiss nicht mehr in der Lage, das geplante Hochhaus effektiv zu nutzen, was zur Entscheidung führte, es der Universität zu überlassen.
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