Magisterarbeit, 2007
93 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Problemdarstellung
1.1 Die historische Dimension des Kosovo-Konflikts
1.1.1 Der Kosovo-Mythos und das „Heilige Land“ der Serben
1.1.2 Die Anfänge des serbisch-albanischen Konfliktes
1.1.3 Die Vertiefung der serbisch-albanischen Spannungen 1912-1945
1.1.4 Die kosovo-albanischen Autonomiebestrebungen in Titos Jugoslawien
1.1.5 Das Kosovo in der Ära Milošević
1.2 Die regionale Dimension des Kosovo-Konflikts
1.2.1 Die serbische Provinz Vojvodina
1.2.2 Serbien und Bosnien-Herzegowina
1.2.3 Mazedonien
1.2.4 Albanien
1.3 Die internationale Dimension des Kosovo-Konflikts
1.3.1 USA
1.3.2 Russland
1.3.3 Europäische Union und Balkankontaktgruppe
1.3.4 NGOs
1.4 Völkerrechtliche Dimension des Kosovo-Konflikts
1.4.1 Das Selbstbestimmungsrecht der Völker
1.4.2 Zum Selbstbestimmungsrecht der Kosovo-Albaner
1.4.3 Selbstbestimmungsrecht und staatliche Souveränität im Widerstreit
2. Die Theorien des Nation-Building und Peace-Building
2.1 Nation-Building
2.1.1 Zur theoretischen Konzeption
2.1.2 Begriffsbestimmung des Nation-Building
2.1.3 Definition des Nation-Building
2.1.4 Arbeitsdefinition
2.2 Peace-Building
2.2.1 Peace-Building als Ausprägung des Nation-Building durch die UN
2.2.2 Zur Theorie des Peace-Building
2.2.3 Zwischenergebnis
3. Nation-Building im Kosovo
3.1. Nation-Building durch die UN
3.1.1 Die Interimsverwaltung der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK)
3.1.2 Die erste Säule – Polizei und Justiz
3.1.3 Die zweite Säule – Zivile Verwaltung
3.1.4 Die dritte und vierte Säule – OSZE und EU im Kosovo
3.2 Nation-Building weiterer internationaler Akteure im Kosovo
3.3 Nation-Building durch die Kosovo-Albaner
4. Der zukünftige Status des Kosovo
4.1 Modelle und Lösungsstrategien
4.2 Teilung des Kosovo zwischen Serbien und Albanien
4.3 Ethnische Teilung des Kosovo
4.4 Kosovo als Teil Serbiens
4.5 Vollständige staatliche Unabhängigkeit des Kosovo
4.6 Konditionierte Unabhängigkeit des Kosovo
4.6.1 Aufgaben eine EU-geführten Mission im Kosovo
4.6.2 Mitrovica und Nordkosovo
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels der Theorie des Nation-Building verschiedene Statusalternativen für das Kosovo und analysiert, welche Option unter Berücksichtigung der internen und externen Akteure am wahrscheinlichsten ist.
1.1.1 Der Kosovo-Mythos und das „Heilige Land“ der Serben
Am 28. Juni 1989 war das Kosovo Polje, das Amselfeld nördlich der kosovarischen Hauptstadt Priština, übersät mit Menschen. Zwischen einer und anderthalb Millionen Serben versammelten sich an diesem Tag an der Gedenkstätte Gazimesdan. Eine perfekt arbeitende Organisation hatte es ermöglicht, dass Serben aus allen Landesteilen zum Amselfeld anreisen konnten und so dafür gesorgt, dass dieser Tag zu einer machtvollen Kundgebung des Serbentums werden konnte.
Die Menschen gedachten des 600. Jahrestags der Schlacht auf dem Amselfeld, bei der sich ein christlich-serbisches Heer unter Fürst Lazar und ein muslimisch-türkisches Heer unter Sultan Murat I. gegenüberstanden. Über die Umstände und den Hergang der Schlacht ist nur wenig überliefert, klar ist jedoch, dass die Türken aus ihr als Sieger hervorgingen, das serbische Reich des Mittelalters zerschlugen und in ein Abhängigkeitsverhältnis zwangen.
„Heute, sechs Jahrhunderte später, stehen wir wieder in der Schlacht und sehen neuen Kämpfen entgegen. Es sind keine bewaffneten Kämpfe, aber auch solche sind nicht auszuschließen.“ Diese Sätze sprach der starke Mann Serbiens, der Republikpräsident Slobodan Milošević zu seinen versammelten Anhängern auf dem Amselfeld 1989. Milošević machte mit diesen Worten klar, dass er das Serbentum in Jugoslawien bedrängt sah, in einen Kampf um seinen Fortbestand verwickelt. Es erscheint daher zunächst paradox, dass der Jahrestag der serbischen Niederlage für diese Massenkundgebung und Miloševićs starke Worte gewählt wurden. Verständlicher wird dies, wenn man den aus der Schlacht hervorgegangen Mythos betrachtet. Nicht das historische Ereignis und die politischen Folgen der Niederlage gingen in das Bewusstsein des serbischen Volkes ein, sondern die Legenden, die sich in Jahrzehnten und Jahrhunderten danach um die Schlacht rankten, begünstigt durch den Tod beider Heerführer und fehlende Augenzeugenberichte. Nicht zuletzt die serbisch-orthodoxe Kirche machte aus den Legenden einen Mythos, indem sie die Schlacht und ihre Protagonisten durch biblische Vergleiche in die Rolle von Märtyrern und Auserwählten rückte, die das „auserwählte“ serbische Volk verteidigten.
1. Problemdarstellung: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen, regionalen und internationalen Hintergründe sowie die völkerrechtliche Situation des Kosovo-Konflikts.
2. Die Theorien des Nation-Building und Peace-Building: Hier werden die theoretischen Konzepte von Nation-Building und Peace-Building definiert und ihre Anwendung auf staatliche Transformationsprozesse erläutert.
3. Nation-Building im Kosovo: Dieser Abschnitt beschreibt die praktische Umsetzung des Nation-Building durch die UN-Interimsverwaltung (UNMIK) und andere Akteure sowie durch kosovarische Institutionen.
4. Der zukünftige Status des Kosovo: Es werden verschiedene Statusmodelle, von der Teilung bis zur konditionierten Unabhängigkeit, auf ihre Realisierbarkeit geprüft.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die Statusalternativen und bewertet die konditionierte Unabhängigkeit als die für die internationale Gemeinschaft akzeptabelste Lösung.
Kosovo, Nation-Building, Peace-Building, UNMIK, Völkerrecht, Selbstbestimmungsrecht, Statusfrage, Balkan, Serbien, Unabhängigkeit, Internationale Gemeinschaft, Konfliktbearbeitung, Staatsaufbau, Minderheitenrechte, Regionale Stabilität.
Die Arbeit analysiert die staatliche Zukunft des Kosovo als ungelöstes Territorialproblem und untersucht, wie internationale Akteure und lokale Entwicklungen den zukünftigen Status des Gebiets beeinflussen.
Die Themenfelder umfassen die historische Genese des Konflikts, die Rolle des Nation-Building, die völkerrechtliche Lage und die verschiedenen Lösungsmodelle für die Statusfrage.
Das Ziel ist es, mithilfe der Theorie des Nation-Building verschiedene Statusalternativen für das Kosovo zu analysieren und unter Einbeziehung der Interessen aller Akteure den wahrscheinlichsten zukünftigen Status zu bestimmen.
Die Arbeit nutzt einen politikwissenschaftlichen Ansatz, der die Theorie des Nation-Building auf die spezifische Situation des Kosovo anwendet und durch eine Analyse der Akteursinteressen ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Konflikts, die theoretische Fundierung, die praktische Ausgestaltung des Nation-Building durch UNMIK und andere Akteure sowie die Bewertung von Lösungsmodellen für den Status des Kosovo.
Zentrale Begriffe sind Nation-Building, Peace-Building, UNMIK, Selbstbestimmungsrecht, staatliche Unabhängigkeit und der Ahtisaari-Bericht.
Der Ahtisaari-Bericht vom März 2007 bietet konkrete Vorschläge zur konditionierten Unabhängigkeit des Kosovo und stellt somit eine maßgebliche Basis für die aktuelle internationale Debatte dar.
Die UNMIK fungiert als Interimsverwaltung, die versucht, Institutionen für eine provisorische Selbstverwaltung aufzubauen und langfristige Stabilität sowie eine friedliche Konfliktlösung zu sichern.
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