Masterarbeit, 2007
159 Seiten, Note: Gut
1 Einleitung
1.1 Themenauswahl und thematische Eingrenzung
1.2 Zielsetzung und Relevanz der Hauptfrage für das Sozialmanagement
1.3 Forschungsfragestellung
1.4 Die Hypothesen
1.5 Methodisches Vorgehen
2 Definition und Zusammenhänge von Ethik und Sozialmanagement
2.1 Die Unterschiede zwischen Ethik, Ethos und der Sozialethik bzw. dem Sozialethos
2.2 Utilitarismus, ein umstrittenes Ethikmodel für das Management
2.3 Die Gerechtigkeitskonzepte als wichtiger Bestandteil der Arbeit des Sozialmanagements
2.4 Wirtschaftliches Handeln des Sozialmanagements aufgrund der Managementrolle, Wirtschaftsethik und -systeme
2.5 Konklusion
3 Von der Berufsmoral der Sozialen Arbeit zum Sozialmanagement
3.1 Berufsethik der Sozialen Arbeit
3.2 Ethik und Hilfeverständnis als Tradition der Sozialen Arbeit
3.3 Von der Sozialen Arbeit zum Sozialmanagement – ein Paradigmenwechsel?
3.4 Konklusion
4 Sozialmanagement in der Sozialwirtschaft
4.1 Was ist Management und welche Zwecke erfüllt es?
4.2 Das Sozialmanagement; wissenschaftliche Zuordnung
4.3 Die Sozialwirtschaft und ihre Wurzeln
4.4 Wirtschaftliches Handeln im Sozialunternehmen – ein Widerspruch?
4.5 Konklusion
5 Sozialmanagement und die Globalisierung
5.1 Globalisierung, was ist sie wirklich?
5.2 Die Globalisierung als Motor der Entstehung des Sozialmanagements
5.3 Problemfelder des Sozialmanagements - das Geld als modernes Problem und die Finanzierenden als neue Klientel
5.4 Konklusion
6 Sozialmanagement in “Welfare to Workfare-Eras“ – im Dienste eines aktivierenden Staates
6.1 Die Rolle des Sozialmanagements im aktivierenden Staat – Effizienz und Innovation!
6.2 Welfare oder Wohlfahrt – Ein Ablaufmodell
6.3 Der Workfare-Beginn – ein farewell des Welfare
6.4 Der Paradigmenwechsel – von Welfare zu Workfare
6.5 Auf der Suche nach einer effektiven Identität für das Sozialmanagement in einer Workfare-Epoche – eine neue Herausforderung für die Soziale Arbeit
6.6 Konklusion
7 Sozialmanagement im Spannungsfeld zwischen Ethik Sozialer Arbeit und wirtschaftlichem Handeln – die relevanten Einflussfaktoren
7.1 Einflüsse des New Public Managements (NPM) und des Neoliberalismus
7.2 Einflüsse der Globalisierung
7.3 Einflüsse der eigenen Profession
7.4 Paradigma des Sozialmanagements; das Management der Gerechtigkeit
7.5 Der Umgang des Sozialmanagements mit den unterschiedlichen Erwartungen – das Dilemma des „Was“ und „Wie“ enträtselt durch eine integrative Wirtschaftsethik
7.6 Konklusion
8 Reale Perspektive für Sozialmanagement und Konklusion
8.1 Metaanalyse zum Handeln des Sozialmanagements
8.2 Metaanalyse der Hypothesen – zu den Thesen
8.3 Reale Perspektiven für Sozialmanagement
8.4 Gesamtkonklusion
Die Arbeit untersucht das Sozialmanagement im Spannungsfeld zwischen der Ethik der Sozialen Arbeit und wirtschaftlichen Anforderungen. Dabei wird analysiert, ob das Sozialmanagement als Instrument zur reinen Ökonomisierung missbraucht wird oder ob es als eigenständige Profession zur Gestaltung sozialer Gerechtigkeit in einer marktorientierten Welt dienen kann.
2.4 Wirtschaftliches Handeln des Sozialmanagements aufgrund der Managementrolle, Wirtschaftsethik und -systeme
Das Sozialmanagement muss wirtschaftlich handeln. Diese Handlungen finden zwischen Ressourcenknappheit und sozialethischem Anspruch statt. Die Diskussionen um Rationierung der Sozialhilfe- und Erwerbslosengelder sowie Alten- und Behindertenrenten haben eine politische Dimension erreicht, in der das Sozialmanagement strategisch handeln und dies ethisch plausibel machen muss. Aufgrund unterschiedlicher Klientel und Güter in der Sozialwirtschaft bleibt das wirtschaftliche Handeln immer ein Thema und bildet eine Differenz zur allgemeinen Wirtschaft. Gisa Haas beschreibt diesen Unterschied wie folgt: „Vielfach wird sozialwirtschaftliches Handeln von reinem Erwerbsstreben der Wirtschaft dadurch abgegrenzt, dass dem alleinigen Gewinnmaximierungsstreben der Wirtschaft ein komplexeres Streben in der Sozialwirtschaft entgegengestellt wird. Sozialwirtschaftliches Handeln enthält – im Gegensatz zu wirtschaftlichem Handeln des homo oeconomicus – auch ethischen Implikationen.“ (Haas in: Becker 2002, S. 164).
Rathje sieht einen Unterschied auf der Unternehmensebene; er begründet die von anderen zu unterscheidende Handlungsform eines Sozialunternehmens so, „dass bei Sozialunternehmen bei der Leistungsverteilung nicht die Gewinnmaximierung als oberster Leitgedanke das Handeln bestimmt“ (Heister 2004, S. 46). Die grundsätzlichen Bausteine der Handlungen des Managements sind, wie bereits betont, Wirtschaftsethik und Gewinnmaximierung. Einerseits wird vom Sozialmanagement aufgrund seiner sozialarbeiterischen Fähigkeiten erwartet, dass es seine moralischen Kompetenzen bei Entscheidungen einsetzt und erweitert sowie verantwortungsbewusst mit Geldern und anderen Ressourcen umgeht.
1 Einleitung: Beleuchtet den Wertewandel in der Sozialen Arbeit, die Relevanz der Forschungsfrage und das methodische Vorgehen.
2 Definition und Zusammenhänge von Ethik und Sozialmanagement: Diskutiert ethische Grundmodelle wie den Utilitarismus und Konzepte der Gerechtigkeit im Kontext sozialwirtschaftlichen Handelns.
3 Von der Berufsmoral der Sozialen Arbeit zum Sozialmanagement: Untersucht die Verbindung zwischen der traditionellen Berufsethik und dem entstehenden Feld des Sozialmanagements.
4 Sozialmanagement in der Sozialwirtschaft: Erörtert die Definitionen von Management, Sozialmanagement und Sozialwirtschaft sowie deren spezifische Aufgabenfelder.
5 Sozialmanagement und die Globalisierung: Analysiert die Globalisierung als Motor für die Entstehung neuer Managementanforderungen in sozialen Institutionen.
6 Sozialmanagement in “Welfare to Workfare-Eras“ – im Dienste eines aktivierenden Staates: Thematisiert den Paradigmenwechsel vom Wohlfahrtsstaat zum aktivierenden "Workfare"-Staat.
7 Sozialmanagement im Spannungsfeld zwischen Ethik Sozialer Arbeit und wirtschaftlichem Handeln – die relevanten Einflussfaktoren: Identifiziert Faktoren wie NPM und Neoliberalismus und schlägt einen integrativen Weg vor.
8 Reale Perspektive für Sozialmanagement und Konklusion: Führt eine Metaanalyse der Hypothesen durch und entwickelt reale Perspektiven für die künftige Ausrichtung des Sozialmanagements.
Sozialmanagement, Soziale Arbeit, Ethik, Wirtschaftsethik, Gerechtigkeitsmanagement, Globalisierung, Wohlfahrtsstaat, Workfare, New Public Management, Sozialwirtschaft, Paradigmenwechsel, Empowerment, Menschenrechte, Ökonomisierung, Soziale Gerechtigkeit.
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld, in dem sich das moderne Sozialmanagement bewegt: Einerseits die Notwendigkeit wirtschaftlichen Handelns, andererseits die ethischen Grundprinzipien der Sozialen Arbeit.
Zentral sind der Paradigmenwechsel von Wohlfahrts- zu "Workfare"-Modellen, die Auswirkungen von Globalisierung und ökonomischen Steuerungsinstrumenten (NPM) sowie die Professionalisierung der Führung in sozialen Organisationen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sozialmanagement zu einem "Management der Gerechtigkeit" werden kann, anstatt sich rein der Gewinnmaximierung oder rein effizienzgetriebenen staatlichen Anforderungen unterzuordnen.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die Literaturforschung mit der Verifikation von Hypothesen kombiniert, um den Wertewandel und dessen Folgen für die Praxis des Sozialmanagements zu erörtern.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Ethik und Sozialmanagement, der Entwicklung vom Wohlfahrtsstaat zur Workfare-Epoche sowie der detaillierten Untersuchung von Einflussfaktoren wie Neoliberalismus und NPM.
Die wichtigsten Schlagworte sind Sozialmanagement, Ethik der Sozialen Arbeit, Gerechtigkeitsmanagement, Globalisierung und Workfare.
Das klassische Management ist stark auf Gewinnmaximierung und materielle Güter ausgerichtet, während das Sozialmanagement komplexe soziale Probleme managt, bei denen die Klienten nicht wie Waren behandelt werden dürfen, sondern Rechte auf Selbstbestimmung haben.
Der Autor nutzt die Tantalos-Metapher, um die Situation von Menschen in der Workfare-Epoche zu beschreiben, die trotz Vorhandensein von Ressourcen keinen Zugang dazu erhalten, und verdeutlicht damit die zentrale Aufgabe des Sozialmanagements: den Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen zu sichern.
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