Diplomarbeit, 2007
133 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problembeschreibung
1.2 Forschungsfragen und Aufbau der Arbeit
2. Demoskopie und Massenmedien
2.1 Politische Meinungsforschung
2.1.1 Geschichte der Demoskopie
2.1.2 Die „moderne“ Meinungsforschung
2.1.3 Politische Meinungsforschung in Deutschland
2.1.4 Die Institute im Überblick
2.1.5 Trends und Probleme
2.2 Umfrageergebnisse als Nachrichten
2.2.1 Theorien und Ansätze der Nachrichtenauswahl-Forschung
2.2.2 Der Nachrichtenwert von Umfragedaten
2.2.3 Instrumentelle Aktualisierung von Umfrageergebnissen
2.2.4 Normen und Standards
2.2.5 Das Verhältnis zwischen Journalismus und Demoskopie
2.2.6 Precision-Journalism
2.3 Umfrageinstitute und Massenmedien
2.3.1 Ökonomische Verknüpfungen
2.3.2 Auftragsvergabe und Auswahl der Institute
2.4 Berichterstattung über Wahlumfragen
2.4.1 Quantität der Wahlumfrageberichterstattung
2.4.2 Inhaltliche und formale Qualität
2.4.3 Wahrnehmung und Wirkung publizierter Wahlumfragen
2.5 Zusammenfassung
3. Meinungsforschungsinstitute in der Umfrageberichterstattung
3.1 Anlage der empirischen Untersuchung
3.1.1 Methodik, Datenbasis und Untersuchungszeitraum
3.1.3 Kategorienschema und Reliabilität
3.2 Darstellung der Ergebnisse
3.2.1 Umfrageberichterstattung über Meinungsforschungsinstitute
3.2.2 Effekte durch Kooperationspartnerschaften
3.2.3 Bewertung der Institute
4. Fazit
4.1 Zusammenfassung und Diskussion
4.2 Mögliche Anschlussuntersuchungen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Rolle von Meinungsforschungsinstituten in der Wahlberichterstattung über einen Zeitraum von 1980 bis 2005 systematisch zu untersuchen und zu prüfen, ob die in der öffentlichen Debatte erhobenen Manipulationsvorwürfe im Kontext einer vermuteten Vielfalt und pluralen Berichterstattung in überregionalen Qualitätszeitungen berechtigt sind.
2.1.2 Die „moderne“ Meinungsforschung
Der Durchbruch der „modernen“ Meinungsforschung ist eng mit dem Namen von George H. Gallup und seiner Vorhersage des Wahlausgangs der amerikanischen Präsidentschaftswahlen im Jahr 1936 verknüpft. Ihm gelang es – im Gegensatz zur Zeitschrift „Literary Digest“, die seinerzeit seit Jahren als Institution für zuverlässige Prognosen galt – auf der Grundlage der Befragung eines kleinen, aber repräsentativen Querschnitts von wenigen tausend Personen den Ausgang der Wahl richtig vorherzusagen. Das damals renommierte Magazin hatte nach Versendung von mehr als 10 Millionen Fragebögen und Auswertung des Rücklaufs von 2,3 Millionen beantworteter Vordrucke den Sieg des Republikaners Alfred Landon mit einem Stimmenanteil von 57 Prozent vorausgesagt. Die Wahl gewann aber – wie von Gallup prognostiziert – der Demokrat Franklin D. Roosevelt. Auf Landon entfielen gerade einmal 37,5 Prozent der Stimmen. Gallup hatte mit seinem 1935 gegründeten American Institute of Public Opinion (AIPO) nicht nur das Wahlergebnis richtig vorausgesagt, sondern auch die zu erwartende Fehleinschätzung des „Literary Digest“. Das von Gallup angewandte vergleichsweise preisgünstige Verfahren hatte sich den Massenbefragungen der Zeitungen und Zeitschriften überlegen gezeigt und löste in der Folge die seit Anfang des 19. Jahrhunderts in den USA verbreiteten Leserumfragen zur Wahlabsicht, die so genannten straw polls, ab.
Noelle-Neumann und Petersen weisen darauf hin, dass Gallup streng genommen die repräsentative Umfrageforschung nicht erfunden habe (s. o.). Aber durch den großen Stellenwert, den er den Wahlprognosen beimaß, habe er das weltweite Interesse und Vertrauen in die Meinungsforschung begründet. „Kein Name ist bis heute – besonders in der englischsprachigen Welt – so eng mit der Demoskopie verbunden wie der Gallups. ,Gallup poll' ist im Englischen inzwischen ein Gattungsbegriff, der nicht ausschließlich die Umfragen der Gallup-Institute, sondern eine Repräsentativbefragung im allgemeinen bezeichnet.“ Mit Gallups Aufsehen erregender Wahlprognose 1936 hatte der Siegeszug der Demoskopie begonnen.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik rund um die Berichterstattung über Wahlumfragen, stellt die Forschungsfragen sowie den Aufbau der Arbeit vor und definiert die zentralen Begriffe der Untersuchung.
2. Demoskopie und Massenmedien: Dieses Kapitel arbeitet theoretische Grundlagen zur politischen Meinungsforschung heraus, beleuchtet das ambivalente Verhältnis zwischen Journalismus und Demoskopen und analysiert Forschungsansätze zur Nachrichtenauswahl.
3. Meinungsforschungsinstitute in der Umfrageberichterstattung: Im dritten Kapitel wird das Forschungsdesign der empirischen Untersuchung dargelegt und die Ergebnisse der Medieninhaltsanalyse zur Nennung, Darstellung und Bewertung der Institute detailliert präsentiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Langzeitstudie zusammen, diskutiert die Erkenntnisse im Hinblick auf Manipulationsvorwürfe und den Wettbewerb unter den Instituten und gibt Ausblicke auf mögliche Anschlussuntersuchungen.
Meinungsforschung, Demoskopie, Wahlumfragen, Bundestagswahl, Medienberichterstattung, Qualitätszeitungen, Inhaltsanalyse, Nachrichtenwert, Kooperationsabkommen, Wahlkampf, politische Kommunikation, Umfrageinstitute, Repräsentativität, Manipulationsvorwürfe, Stichprobenverfahren.
Die Arbeit untersucht die Rolle und Darstellung von Meinungsforschungsinstituten in der Berichterstattung überregionaler deutscher Qualitätszeitungen vor Bundestagswahlen zwischen 1980 und 2005.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Demoskopie, das Verhältnis zwischen Medien und Meinungsforschungsinstituten, die Qualität der Berichterstattung sowie der Einfluss ökonomischer Allianzen auf die Wahlberichterstattung.
Das Ziel ist es, die Manipulationsvorwürfe gegen Demoskopen und Medien systematisch zu prüfen und festzustellen, ob diese angesichts einer pluralen Berichterstattung in der Tagespresse haltbar sind.
Der Autor führt eine quantitative Medieninhaltsanalyse der Wahlumfrageberichterstattung in vier ausgewählten überregionalen Tageszeitungen (FAZ, FR, SZ, WELT) über einen Zeitraum von 25 Jahren durch.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Verhältnisses von Journalismus und Meinungsforschung sowie eine empirische Analyse, die Hypothesen über Nennungsfrequenz, Kooperationen und Bewertungen der Institute überprüft.
Wichtige Begriffe sind Meinungsforschung, Wahlumfragen, Bundestagswahl, Nachrichtenwert, Medienpluralität, Kooperationsabkommen und politische Kommunikation.
Die Untersuchung zeigt, dass Kooperationspartner von den Zeitungen häufiger namentlich genannt und ihre Berichte oft prominenter platziert werden, was auf eine ökonomische Verknüpfung hinweist, jedoch nicht zwangsläufig als einseitige Manipulation interpretiert werden muss.
Die Tendenz der journalistischen Bewertung ist insgesamt negativ. Dabei zeigen sich jedoch Unterschiede: Konservative Zeitungen berichten neutraler, während linksliberale Zeitungen das Agieren der Demoskopen kritischer hinterfragen.
Es zeigt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Berichterstattung über Umfragen bis zum Jahr 2002, mit einem Rückgang bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2005, wobei die Qualität der Berichterstattung insgesamt hinter der quantitativen Zunahme zurückbleibt.
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