Diplomarbeit, 2007
139 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung in die Thematik
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Forschungsmethode
1.4 Vorgehensweise
2. Biotechnologie und ihre bioethischen Implikationen
2.1 Einführung in die Biotechnologie
2.2 Die Relevanz der Ethik in der Roten Biotechnologie
2.2.1 Definition der Begriffe Moral, Ethik und Bioethik
2.2.2 Bioethische Herausforderungen in der Roten Biotechnologie
2.2.2.1 Gentechnik
2.2.2.2 Gentherapie
2.2.2.3 Genmedizin
2.2.2.4 Reproduktionsmedizin
2.2.3 Gesellschaftliche Akzeptanz der Roten Biotechnologie
2.3 Zwischenrésumé
3. Biotechnologieunternehmen und Unternehmensethik
3.1 Definition der Unternehmensethik
3.2 Vereinbarkeit von Ökonomie und Ethik
3.3 Unternehmensethische Verpflichtungen Roter Biotechnologieunternehmen
3.3.1 Produktsicherheit
3.3.2 Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung
3.3.3 Unternehmensführung
3.3.4 Management von Reputationsrisiken
3.4 Verankerung ethischer Grundsätze in Unternehmen
3.4.1 Compliance-Ansatz
3.4.2 Integrity-Ansatz
3.5 Ethikmanagement-Massnahmen europäischer Biotechnologieunternehmen
3.5.1 Institutionalisierte und informelle Massnahmen
3.5.2 Ausprägung eines ethischen Bewusstseins in den Unternehmen
3.6 Zwischenrésumé
4. Ethikmanagement-Massnahmen amerikanischer Unternehmen der Roten Biotechnologiebranche
4.1 Fallstudiendesign
4.1.2 Kriterien der Unternehmensauswahl
4.1.2 Erhebungsmethode
4.2 Fallstudie Genentech Inc.
4.2.1 Ethikmanagement-Massnahmen von Genentech Inc.
4.2.1.1 Leitbild und Werte
4.2.1.2 Verhaltensstandards
4.2.1.3 Ethikrichtlinien
4.2.1.4 Prinzipien der Unternehmensführung
4.2.1.5 Hotline
4.2.1.6 Richtlinienbeauftragter und Komitees
4.2.1.7 Philanthropisches Engagement
4.2.2 Fazit
4.3 Fallstudie Amgen Inc.
4.3.1 Ethikmanagement-Massnahmen von Amgen Inc.
4.3.1.1 Leitbild und Werte
4.3.1.2 Verhaltensstandards
4.3.1.3 Ethikrichtlinien
4.3.1.4 Prinzipien der Unternehmensführung
4.3.1.5 Hotline, Richtlinienbeauftragter und Ombudsmann
4.3.1.6 Komitees
4.3.1.7 Philanthropisches Engagement
4.3.2 Fazit
4.4 Fallstudie Genzyme Corp.
4.4.1 Ethikmanagement-Massnahmen von Genzyme Corp.
4.4.1.1 Leitbild und Werte
4.4.1.2 Verhaltensstandards
4.4.1.3 Prinzipien der Unternehmensführung
4.4.1.4 Helpline und Richtlinienbeauftragter
4.4.1.5 Komitees
4.4.1.6 Philanthropisches Engagement
4.4.2 Fazit
4.5 Zwischenrésumé
5. Schlussbetrachtungen
Die Diplomarbeit untersucht die ethischen Herausforderungen für Unternehmen in der Roten Biotechnologie sowie die von ihnen implementierten Ethikmanagement-Maßnahmen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie führende amerikanische Unternehmen (Genentech, Amgen, Genzyme) ihrer bioethischen und unternehmensethischen Verantwortung gerecht werden und dabei ökonomische und ethische Ziele vereinen.
3.4.1 Compliance-Ansatz
Für Unternehmen, die den Compliance-Ansatz verfolgen, steht die Vermeidung von Konflikten mit existierenden Gesetzen und Autoritäten im Vordergrund. Gemäss Steinmann und Kustermann (1999) dient die Anwendung des Compliance-Ansatzes dazu, „Rechtsverstöße durch eine hinreichende Einschränkung diskretionärer Handlungsspielräume der Organisationsmitglieder (so weit wie möglich) zu verhindern (...)“. Zu diesem Zweck werden Massnahmen institutionalisiert, die sicherstellen, dass alle Mitarbeiter des Unternehmens die externen Gesetze und Vorschriften einhalten und es nicht zu illegalen Handlungen kommt.
Bei Compliance-Programmen wird meist geltendes Recht in die unternehmensinternen (Verhaltens-)Richtlinien integriert, die allen Unternehmensmitgliedern zur Orientierung gegeben werden. Somit soll die Einhaltung vorhandener Regelwerke und Vorschriften sichergestellt werden. Eine Wertung über den Sinn bzw. die Notwendigkeit einer Bestimmung findet nicht statt. Steinmann und Kustermann (1999) formulieren die Essenz des Compliance-Ansatzes folgendermassen:
„Der Compliance-Ansatz ist also darauf ausgerichtet, durch möglichst genau formulierte Ge- und Verbote und ausgefeilte Kontrollen eine (hinreichende) Orientierung aller Aktivitäten im Unternehmen auf die rechtlichen Anforderungen hin zu gewährleisten.“
Unternehmensethik zielt in dem skizzierten Compliance-Ansatz letztlich auf die Implementation von Transaktionsbedingungen ab, die opportunistisches Verhalten bestrafen. Wieland (1994) kommentiert in diesem Zusammenhang: „Man rechnet nicht mit Akteursmoral, sondern setzt auf Organisationsmoral.“ Um moralisch angemessenes Verhalten sicherzustellen, basiert der Compliance-Ansatz daher auf äusseren Anreize, Belohnungen und Bestrafungen.
1. Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel definiert die ethischen Herausforderungen für Rote Biotechnologieunternehmen an der Schnittstelle von Gesundheitssystem und Wirtschaft und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Biotechnologie und ihre bioethischen Implikationen: Hier werden die Grundlagen der modernen Biotechnologie sowie die spezifischen bioethischen Probleme von Gentechnik, Gentherapie, Genmedizin und Reproduktionsmedizin skizziert.
3. Biotechnologieunternehmen und Unternehmensethik: Dieses Kapitel diskutiert die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ethik, führt das Modell der Corporate Social Responsibility ein und analysiert Strategien wie Compliance- und Integrity-Ansätze zur Verankerung ethischer Grundsätze.
4. Ethikmanagement-Massnahmen amerikanischer Unternehmen der Roten Biotechnologiebranche: Der Hauptteil der Arbeit analysiert durch Fallstudien die Ethikmanagement-Instrumente von Genentech, Amgen und Genzyme und bewertet deren Beitrag zur Unternehmensreputation.
5. Schlussbetrachtungen: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und liefert eine kritische Stellungnahme zur tatsächlichen Umsetzung und Transparenz ethischer Bemühungen in der Branche.
Rote Biotechnologie, Unternehmensethik, Bioethik, Ethikmanagement, Compliance-Ansatz, Integrity-Ansatz, Corporate Social Responsibility, Genentech, Amgen, Genzyme, Reputationsrisiken, Produktsicherheit, Stakeholder, Gentechnik, Gentherapie
Die Arbeit untersucht, wie führende amerikanische Biotechnologieunternehmen im medizinischen Sektor mit ethischen Herausforderungen umgehen und welche Management-Instrumente sie zur Wahrung ihrer unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung einsetzen.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von bioethischen und unternehmensethischen Problemen, die Vereinbarkeit von ökonomischem Erfolg und moralischem Verhalten sowie die Analyse konkreter ethischer Management-Strukturen.
Ziel ist es, die Ethikmanagement-Maßnahmen von Genentech, Amgen und Genzyme zu identifizieren und zu bewerten, um herauszufinden, ob und wie diese Unternehmen ethische Grundsätze (Compliance oder Integrity) in ihre Organisation integrieren.
Die Autorin stützt sich auf eine Dokumentenanalyse, insbesondere auf öffentlich zugängliche webbasierte Unternehmensdokumente wie Leitbilder, Verhaltensstandards, Ethikrichtlinien und Jahresberichte, ergänzt durch ein Experteninterview.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Unternehmensethik gelegt. Danach folgt eine detaillierte, auf Fallstudien basierende Analyse der drei größten amerikanischen Biotechnologieunternehmen hinsichtlich ihrer ethischen Instrumentarien.
Wichtige Begriffe sind Rote Biotechnologie, Unternehmensethik, Compliance- und Integrity-Ansätze, Corporate Social Responsibility, Produktsicherheit sowie Stakeholder-Management.
Genentech, Amgen und Genzyme wurden ausgewählt, da sie die umsatzstärksten amerikanischen Firmen in der Roten Biotechnologie sind, Pioniere der Industrie darstellen und ein hohes Maß an Marktkapitalisierung und Wachstum aufweisen.
Der Compliance-Ansatz fokussiert auf die Einhaltung von Regeln durch Kontrolle und Bestrafung (Organisationsmoral), während der Integrity-Ansatz auf die moralische Selbstverantwortung und das ethische Bewusstsein der Mitarbeiter setzt (Akteursmoral).
Die Arbeit merkt kritisch an, dass die Unternehmen zwar nach außen ethisch vorbildlich wirken, jedoch eine vollständige Überprüfung ihrer internen Prozesse durch externe Gutachter meist fehlt und somit die Aufrichtigkeit der Ethik-Programme schwer nachweisbar ist.
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