Diplomarbeit, 2006
77 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Führung
3. Führungstheorien
3.1. Eigenschaftstheorie
3.2. Rollentheorie
3.3. Attributionstheorie
4. Dilemmata der Führung
5. Identität
5.1. Identitätstheorie von George Herbert Mead
5.1.1. Meads Verständnis von Identität
5.1.2. Die Entstehung von Identität nach Mead
6. Dilemmata der Führung , Führungstheorien und Identitätskonzept
6.1. Dilemmata und Gleichgewicht
6.2. Dilemmata und Führungstheorien
6.3. Dilemmata und Identität
7. Führung, Identität und Selbstreflektion
8. Konsequenzen für Führungskräfte und deren Auswahl
9. Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht, ob die von Oswald Neuberger formulierten „Dilemmata der Führung“ durch verhaltenstheoretische Modelle, insbesondere das Identitätskonzept von George Herbert Mead, erklärt und durch die Förderung der Fähigkeit zur Selbstreflexion besser bewältigt werden können.
6.1. Dilemmata und Gleichgewicht
Im ersten Teil dieser Arbeit wurden die Dilemmata der Führung nach Neuberger bereits kurz vorgestellt und anhand des Dilemmas „Distanz versus Nähe“ ein Beispiel erläutert. Dieses Beispiel wird im späteren Verlauf der Ausführungen wieder aufgegriffen werden, damit die Problematik, die sich für die bekannten Führungstheorien aus den Dilemmata ergibt, erläutert werden kann.
Zuerst einmal soll aber, ohne dass diese Führungstheorien erneut darzustellen wären, eine grundsätzliche Überlegung aufgezeigt werden, die sich für einen Umgang mit ihnen ergibt. Hierbei soll ein selbst entworfenes Beispiel einer Wippe, wie man sie z.B. auf Kinderspielplätzen vorfindet, der Verdeutlichung des Sachverhaltes dienen.
Wie diese Wippe kann man sich auch ein Dilemma der Führung vorstellen. Wie in der Abbildung zu erkennen ist, befindet sich ein Führender stehend in der Mitte dieser Wippe. Die jeweiligen Enden stellen die beiden Extrempositionen des Dilemmas dar.
Bezugnehmend auf das Beispiel „Distanz versus Nähe“ könnte man sich nun vorstellen, dass das linke Ende die Distanz zu den untergebenen Mitarbeitern darstellt und das rechte die Nähe zu ihnen. Wenn der Führende nun von seiner mittleren Position auch nur ein wenig mehr Gewicht in den Aufbau von persönlichen Beziehungen und dafür weniger in die Einhaltung von Distanz legt, wird die Wippe auf der rechten Seite zu kippen beginnen. Diese Kippbewegung wird umso stärker ausfallen, je mehr Wert er auf eine enge persönliche Beziehung zu seinen Untergebenen legt. Die Folgen einer solchen Beziehung sind gewöhnlich - Wie bereits in Anschnitt 4 aufgeführt – eine Förderung der Neigung der Mitarbeiter zu „Anbiederung“ und „Vorteilserschleichung“.
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, ob Führungsdilemmata mittels verhaltenstheoretischer Modelle und Identitätskonzepten erklärt werden können.
2. Führung: Definition und Herleitung des Begriffs Führung als zielorientierte Einflussnahme in einer strukturierten Arbeitssituation.
3. Führungstheorien: Überblick über Eigenschafts-, Rollen- und Attributionstheorie als theoretische Grundlagen für Führungsverhalten.
4. Dilemmata der Führung: Definition des Dilemma-Begriffs nach Neuberger unter Nutzung der „3-g-Bedingung“ (gegeben, gleichwertig, gegensätzlich).
5. Identität: Erläuterung des Identitätsbegriffs und detaillierte Darstellung der Theorie von George Herbert Mead zur sozialen Genese des Selbst.
6. Dilemmata der Führung , Führungstheorien und Identitätskonzept: Zusammenführung der theoretischen Konzepte mit dem Wippen-Modell zur Veranschaulichung der Führungsproblematik.
7. Führung, Identität und Selbstreflektion: Analyse der Bedeutung von Selbstreflexion und Identitätsarbeit für die Bewältigung von Führungsdilemmata.
8. Konsequenzen für Führungskräfte und deren Auswahl: Reflexion über die Anforderungen an moderne Führungskräfte und Kritik an gängigen Auswahlverfahren wie dem Assessment-Center.
9. Zusammenfassung: Resümee der Arbeit und Fazit zur Bedeutung des Identitätskonzepts für eine flexible Führungsgestaltung.
Führung, Führungstheorien, Dilemmata der Führung, Identität, George Herbert Mead, Selbstreflexion, Identitätsarbeit, Wippen-Modell, Führungsidentität, Rollentheorie, Attributionstheorie, Führungsfähigkeiten, soziales Handeln, Rollenkonflikt, Personalmanagement.
Die Diplomarbeit untersucht, wie Führungskräfte mit unvermeidbaren Widersprüchen im Führungsalltag, den sogenannten „Dilemmata der Führung“, umgehen können.
Zentrale Themen sind Führungstheorien, die Dilemmata der Führung nach Oswald Neuberger sowie das Identitätskonzept von George Herbert Mead.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für Führungsverhalten zu entwickeln, indem Führung nicht mehr durch starre Schablonen, sondern durch Identitätsarbeit und Selbstreflexion reflektiert wird.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die verhaltenstheoretische Modelle (Symbolischer Interaktionismus) nutzt und diese mit führungswissenschaftlichen Konzepten verknüpft.
Im Hauptteil werden die Dilemmata anhand eines Wippen-Modells visualisiert und geprüft, ob klassische Führungstheorien diese Dilemmata lösen können. Zudem wird die Identitätstheorie als Grundlage für eine ganzheitliche Betrachtung eingeführt.
Die zentralen Schlagworte sind Führung, Dilemmata, Identität, George Herbert Mead und Selbstreflexion.
Das Modell veranschaulicht die Instabilität von Führungssituationen und macht deutlich, dass Führung eine ständige, aktive Ausbalancierung zwischen extremen Polen (z.B. Nähe vs. Distanz) erfordert.
Der Autor sieht die Gefahr eines „Anpassungseffekts“, bei dem Teilnehmer lediglich lernen, eine gewünschte „Rolle“ zu spielen, anstatt eine flexible und authentische Führungsidentität zu entwickeln.
„Blinde Flecken“ behindern das Verständnis für die Emotionen der Mitarbeiter; durch intensivere Interaktion und Identitätsarbeit sollen diese minimiert werden, um eine bessere gegenseitige Wahrnehmung zu ermöglichen.
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