Diplomarbeit, 2007
62 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Die Position des Künstlers in der traditionellen Musikindustrie
2.1 Definition und Klassifikation von Künstlern
2.1.1 Bekannte Stars vs. Newcomer, Mainstream vs. Nischen-Genre
2.1.2 Stars als Marke und spezifische Investitionen in den Markenaufbau
2.2 Die Struktur der von physischer Distribution geprägten Musikindustrie
2.3 Die Stellung des Künstlers im Wertschöpfungsprozess
2.3.1 Die Wertschöpfung in der Musikbranche
2.3.2 Die Position des Künstlers
3 Veränderungen im Musikmarkt: Die Branchentransformation
3.1 Neue Strukturen durch Digitalisierung und Vernetzung
3.1.1 Musik als Informationsgut
3.1.2 Neue Formen des Musikvertriebs und –konsums
3.1.3 Gesunkene Markteintrittsbarrieren und verstärkte Konkurrenz für die traditionelle Musikindustrie
3.2 Chancen und Risiken für Künstler
3.2.1 Neue Möglichkeiten bei der Produktion und Vermarktung
3.2.2 Veränderte Wege der Distribution
3.2.3 Fallbeispiel: Koopa
4 Der Künstler als Unternehmer in sich verändernden Strukturen
4.1 Für die Problemstellung adäquate Theorien zum Unternehmertum
4.1.1 Erklärungsbeiträge aus gesamtwirtschaftlicher Sicht
4.1.1.1 Der Unternehmer als Innovator bei Schumpeter
4.1.1.2 Die Nachfrageorientierung des Unternehmers bei Mises
4.1.1.3 Die Arbitrage-Perspektive von Kirzner
4.1.2 Erklärungsbeitrag aus einzelwirtschaftlicher Sicht – Die Competence-based Theory of the Firm (CbTF)
4.2 Der Künstler als Entrepreneur und seine Ressourcen und Kompetenzen bzw. Fähigkeiten auf Basis der Theorien
4.3 Grenzen der Wettbewerbsfähigkeit unabhängiger Künstler
5 Kooperation als Strategie für Künstler als Unternehmer im Wettbewerb der Musikindustrie
5.1 Definition von Kooperation
5.2 Das Spannungsfeld von Flexibilität und Pfadabhängigkeit im engeren Sinne (i.e.S.)
5.3 Kooperation als (De-) Spezifizierungsstrategie
5.4 Kooperationsmotive für Künstler als Unternehmer
5.4.1 Versuch der Schließung von Ressourcen- und Kompetenzlücken: „Closing Gap“ – Allianzen
5.4.1.1 Kooperation im Marketing: Last.fm
5.4.1.2 Kooperation in der Distribution: SNOCAP
5.4.2 Flexibilität zur Kooperation wahren: Optionsnetzwerke – Das Fallbeispiel MySpace
5.4.3 Weitere mögliche Kooperationsmotive
6 Resümee und Ausblick
Die Arbeit identifiziert und analysiert den Künstler als Unternehmer innerhalb der dynamischen Musikbranche. Dabei wird untersucht, wie Künstler durch den Einsatz ökonomischer Theorien sowie strategische Kooperationen ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem durch Digitalisierung und Vernetzung gewandelten Umfeld sichern können.
3.2.3. Fallbeispiel: Koopa
Ein Fallbeispiel für einen von Künstlern erfolgreichen durchgeführten Disintermediationsprozess repräsentiert die britische Band Koopa. Seit Beginn des Jahres 2007 werden Download-Tracks in den britischen Single-Charts berücksichtigt, auch wenn (noch) kein physischer Tonträger vorliegt. So stieg in der zweiten Kalenderwoche 2007 die Band Koopa auf Platz 31 der offiziellen UK Single-Charts ein, obwohl sie keinen Plattenvertrag besaßen. Ihr Titel „Blag, Steal & Borrow“ war somit der erste Song aller Zeiten, der sich einzig als Download-Produkt in den Verkaufscharts platzieren konnte. Auf die Frage nach dem Wie antwortete ein Mitglied der Band: „Wir haben uns sehr hart eine Online-Fan-Base erarbeitet und uns methodisch mit Hilfe von kostenfreien Downloads, Wallpapers und Screensavern ständig neue Fans erschlossen.“ Zudem bietet die umfangreiche Website der Band neben einem Weblog eine Rubrik „E-Team“. Dahinter verbirgt sich ein Affiliate-Programm bei dem Fans für ihre freiwillige und unentgeltliche Unterstützung, bezogen auf On- und Offline Promotion der Band, mit exklusiven Downloads und Freikarten für Konzerte entlohnt werden. Darüber hinaus bestreiten Koopa zahlreiche Konzerte und Tourneen.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Problemstellung im Wandel der Musikindustrie und definiert das Ziel, den Künstler als Unternehmer ökonomisch zu analysieren.
2 Die Position des Künstlers in der traditionellen Musikindustrie: Dieses Kapitel arbeitet die Stellung des Künstlers als Lieferant in einer von Majors dominierten, oligopolistischen Musikindustrie heraus.
3 Veränderungen im Musikmarkt: Die Branchentransformation: Hier wird der Einfluss von Digitalisierung und Vernetzung auf die Wertschöpfungskette und die damit verbundenen Chancen und Risiken für Künstler diskutiert.
4 Der Künstler als Unternehmer in sich verändernden Strukturen: Basierend auf Marktprozesstheorien und der Competence-based Theory of the Firm wird der Künstler als Unternehmer interpretiert.
5 Kooperation als Strategie für Künstler als Unternehmer im Wettbewerb der Musikindustrie: Dieses Kapitel untersucht Kooperationen als Strategie zur Schließung von Ressourcen- und Kompetenzlücken anhand von Praxisbeispielen.
6 Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen im Spannungsfeld von Digitalisierung und unternehmerischem Künstler-Handeln.
Musikindustrie, Künstler als Unternehmer, Musikmarke, Digitalisierung, Vernetzung, Marktprozesstheorie, Schumpeter, Mises, Kirzner, Competence-based Theory of the Firm, Kooperationen, Disintermediation, Online-Vermarktung, Wettbewerbsfähigkeit, Innovationsmanagement
Die Diplomarbeit befasst sich mit der ökonomischen Rolle des Künstlers in der modernen Musikbranche unter Berücksichtigung der Veränderungen durch Digitalisierung und der Möglichkeiten strategischer Kooperationen.
Im Zentrum stehen die Branchentransformation durch neue Technologien, die Identifikation des Künstlers als Unternehmer sowie die Analyse von Kooperationsstrategien zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
Das Ziel ist es, den Künstler in einer dynamischen Marktumgebung als Unternehmer zu identifizieren, seine notwendigen Ressourcen und Kompetenzen zu bestimmen und Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Es werden ökonomische Theorien (insb. Marktprozesstheorie, CbTF) herangezogen, um den Künstler zu interpretieren, ergänzt durch eine empirische Analyse von Fallbeispielen und Marktdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der traditionellen Marktstruktur, die Auswirkungen der Digitalisierung, die theoretische Fundierung des Unternehmertums und die praktische Untersuchung von Kooperationsmöglichkeiten.
Wichtige Begriffe sind Musikbranche, Künstler als Unternehmer, Digitalisierung, Marktprozesstheorie, Kooperationen und strategische Architektur.
Früher war der Künstler als Lieferant in einer vertikal integrierten Kette der Majors gefangen; heute ermöglichen Digitalisierung und Direktvertrieb neue, unternehmerische Wege der Unabhängigkeit.
Diese Fallbeispiele dienen als praktische Belege dafür, wie Künstler durch Disintermediation, den Aufbau von Fan-Netzwerken und gezielte Kooperationen erfolgreich am Markt agieren können, ohne von traditionellen Labels abhängig zu sein.
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