Doktorarbeit / Dissertation, 2007
431 Seiten, Note: 1
A. Einführung in die Thematik
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Rahmenbedingungen und Aufbau der Arbeit
1.3.1. Rahmenbedingungen
1.3.2. Aufbau
2. Information und Telekommunikation in der geographischen Forschung
2.1. Historischer Überblick der wissenschaftstheoretischen Ansätze
2.2. Elektronisierte Geschäftstransaktionen im stationären Einzelhandel
2.2.1. Wettbewerbs- und Handlungsdruck im stationären Einzelhandel
2.2.2. Einfluss von IuK-Technologien im stationären Einzelhandel
2.3. Das Zusammenwirken von Forschungsgegenständen
B. Mobilität, Technik und Gesellschaft
3. Die mobile und vernetzte Gesellschaft
3.1. IuK-Technologieentwicklung und die vernetzte mobile Gesellschaft
3.2. Unterschiedliche zeitliche und räumliche Adaptionen von Innovationen
3.3. Mobilität und Telekommunikation
4. Technische Grundlagen und Formen
4.1. Geodaten, Informationen und Austausch
4.1.1. GIS und DBMS
4.1.1.1. Geographische Informationssysteme
4.1.1.2. Datenbanken
4.1.2. Lokalräumliche Informationen
4.1.2.1. Geodaten und Geoinformationen
4.1.2.2. Geokodierung und Georeferenzierung von Daten
4.1.2.3. Produkt- und Dienstleistungsbeschaffenheiten im M-Commerce
4.1.2.4. Spatial Content
4.1.3. SyncML
4.2. Mobilkommunikative Übertragungstechniken als Informationskanal
4.2.1. Zellulare Mobilfunkstandards
4.2.1.1. GSM (Global System for Mobile Communication)
4.2.1.2. IMT-2000
4.2.1.3. DECT und TETRA
4.2.2. Mobile IP-Netze
4.2.3. Mobile Broadband Systeme (MBS)
4.2.4. Local Area Communication Systems (LACS)
4.3. Lokalisierung von mobilen Endgeräten
4.3.1. Terminalbasierte Positionsbestimmung (Handset-Based)
4.3.1.1. Satellitengestützte Positionsbestimmung
4.3.1.2. E-OTD (Enhanced Observed Time Difference)
4.3.2. Stationsbasierte Positionsbestimmung (Network-Based)
4.3.2.1. Zellenbasierte Positionsbestimmung
4.3.2.2. AOA (Angle of Arrival)
4.3.2.3. TOA (Time of Arrival)
4.3.2.4. TDOA (Time Distance of Arrival)
4.3.2.5. Multipath Fingerprint
4.3.2.6. Manuelle Positionsbestimmung
4.3.3. Kombinationen
4.4. Location-Based Services (LBS)
4.4.1. Definitorische Annäherung
4.4.2. Kategorien der LBS-Anwendungen
4.4.3. LBS-Kategorie der selektiv gezielten Informationsverbreitung
4.4.4. LBS-Charakteristika
C. Wirtschaft, Handel und Raum-Zeit-Verbindungen
5. Der Einzelhandel in der mobilen Gesellschaft
5.1. Einzelhandelsrelevante Mobilitätstypen
5.2. Der stationäre Einzelhandel im Spannungsfeld der Mobilität
6. Mobilkommunikative Wirtschaft
6.1. Mobile Business
6.2. Mobile Anwendungen
6.3. Mobile Commerce
6.3.1. Die Entwicklung zum M-Commerce
6.3.2. Wandel von E-Commerce zu M-Commerce
6.3.3. M-Commerce Wettbewerbspotenziale im stationären Einzelhandel
6.3.3.1. M-Commerce Individualisierungspotenzial im stationären Einzelhandel
6.3.3.2. M-Commerce Schnelligkeitspotenzial im stationären Einzelhandel
6.3.3.3. M-Commerce Innovationspotenzial im stationären Einzelhandel
6.3.3.4. M-Commerce Imagepotenzial im stationären Einzelhandel
6.3.3.5. M-Commerce Kostensenkungspotenzial im stationären Einzelhandel
6.3.3.6. M-Commerce Multi-Channel-Potenzial im stationären Einzelhandel
7. Time-Geography und Affordanzen von LBS-Anwendungen im stationären Einzelhandel
7.1. Time-Geography
7.1.1. Raum-Zeit-Verbindung
7.1.2. Beschränkungen und Raum-Zeit-Prisma
7.2. Virtuelle Telepräsenz und LBS
7.2.1. Virtuelle Telepräsenz
7.2.2. Beschränkungen von LBS-Anwendungen
7.3. Aufforderungscharakter und Affordanz von LBS-Anwendungen
7.3.1. Affordanz – die Wahrnehmung des Nutzens
7.3.2. Erweiterte Theorien der Affordanz
7.4. Time-Geography in Verbindung mit Affordanzen
7.4.1. Modellierungen von Beschränkungen mit Affordanzen
7.4.2. Entscheidungsfindung und Benutzervorlieben
7.4.2.1. Entscheidungsfindung mit Affordanzen und Beschränkungen
7.4.2.1. Modellierungen von Benutzervorlieben
D. Hypothesen
8. Hypothesen
E. Analyseergebnisse und Diskussion
9. Theoretische Veränderungen in der Time-Geography durch LBS-Anwendungen im stationären Einzelhandel
9.1. Erweiterung zur virtuellen Dimension durch UBIQUITOUS COMPUTING
9.2. Änderungen der HÄGERSTRANDschen raum-zeitlichen Attribute
10. Empirisch-statistische Untersuchungen
10.1. Statistische Vorgehensweise
10.2. GMI – Geographisches Mobiles Informationssystem
10.3. Mobilkommunikative Einzelhandelsräume
10.3.1. Sozioökonomische und soziomobilkommunikative Kennzahlen
10.3.2. Nutzungsarten des Mobiltelefons
10.3.3. Einkaufensverhalten mit dem PC und dem Mobiltelefon
10.3.4. Argumente gegen das Einkaufen mit dem Mobiltelefon
10.3.5. Nachfragestruktur für lokalräumliche Einkäufe mit dem Mobiltelefon
10.3.6. Informationsreichweiten für einen Einkauf über das Mobiltelefon
10.3.7. Logistische Regressionsanalyse
11. Schlussfolgerung für die Hypothesen
F. Fazit und Szenarien
12. Fazit
12.1. Zielgruppen von LBS-Anwendungen des stationären Einzelhandels
12.2. Hindernisse und Barrieren
12.3. Konzepte für Zielgruppenansprache und Dynamisierung von LBS-Anwendungen im stationären Einzelhandel
13. Szenarien
13.1. LACS-LBS-Anwendungen im stationären Einzelhandel
13.1.1. Einzelhandel über Bluetooth
13.1.2. Einzelhandel und Werbung über RFID
13.2. LBS über WACS
14. Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, die Erfolgspotenziale und die Adaption von LBS-Anwendungen (Location-Based Services) im stationären Einzelhandel zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie durch eine Integration mobiler, lokalräumlicher Informationen in den individuellen, a priori geplanten Tagesablauf von Konsumenten neue Wettbewerbspotenziale für den stationären Handel erschlossen werden können.
1.1. Problemstellung
Informationen sind ein besonders hochwertiges Wirtschaftsgut, vor allem wenn es sich um zeitaktuelle und raumbezogene Informationen handelt. Bereits im Jahr 1983 stellte das IFO-INSTITUT (1984: 3) in einem Gutachten im Auftrag des Bundesministers für Wirtschaft fest, dass die Herstellung und Verteilung von Gütern für die wirtschaftliche Entwicklung an Bedeutung verlieren werden und die Information als Produkt und als Produktionsfaktor immer wichtiger wird, so dass zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen von Art und Umfang der telekommunikativen Netzinfrastruktur und der tatsächlichen Nutzung der telekommunikativ innovativen Infrastrukturen abhängen.
Die stetige Weiterentwicklung der IuK-Techniken (Information und Kommunikation) ist der Zugang zu zeitaktuellen und raumbezogenen Informationen, die durch eine Integration der mobilkommunikativen Informationssysteme in die vorhandenen digitalen Datennetze stattfindet. Der Zugang zu diesen Informationsnetzen mit zeitaktuellen und raumbezogenen Informationen wird durch ubiquitär einsetzbare mobile Kommunikationsendgeräte gewährleistet. Es können somit zu jeder Zeit und an jedem Ort kurzfristige, situationsflexible und positionsbestimmte Daten über den jeweiligen Raum automatisiert abgerufen oder empfangen werden. Durch die Nutzung von mobilen Endgeräten werden die im Raum vorhanden Daten zu relevanten Informationen aktiviert.
Jedoch ist der Erfolg von lokalräumlich mobilkommunikativen Diensten abhängig davon, in wieweit die Konsumenten des Massenmarktes diese Dienste in Anspruch nehmen möchten (Zipf 2002: 3).
Die technologische Entwicklung und damit das Aufkommen mobiler, multimedialer und lokalisierbarer Endgräte sind, wenn auch kein Garant, so doch die Basis für die Akzeptanz und Adaption lokalbasierter mobilkommunikativer Dienste, den sogenannten LBS. Es sind die Dienste selbst, die durch ihre Benutzerfreundlichkeit und die subjektiv wahrnehmbaren Nutzenvorteile eine Akzeptanz bei den Nutzern auslösen können und eine spätere Adaption verstärken.
A. Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel legt den theoretischen Rahmen dar und beschreibt den historischen Kontext sowie den Handlungsdruck durch IuK-Technologien auf den Einzelhandel.
B. Mobilität, Technik und Gesellschaft: Hier werden die technischen Grundlagen der Lokalisation, Mobilkommunikation und die vernetzte Gesellschaft als Basis für LBS detailliert erörtert.
C. Wirtschaft, Handel und Raum-Zeit-Verbindungen: Dieser Abschnitt analysiert die wirtschaftlichen Voraussetzungen und die theoretische Fundierung durch die Time-Geography im Kontext des M-Commerce.
D. Hypothesen: In diesem Kapitel werden die aus der Theorie abgeleiteten Annahmen zur Nutzung und zum ökonomischen Potenzial von LBS-Anwendungen formuliert.
E. Analyseergebnisse und Diskussion: Hier erfolgt die empirische Auswertung der Passantenbefragungen und die theoretische Untersuchung zur Anpassung der Time-Geography.
F. Fazit und Szenarien: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen, leitet Szenarien für die Praxis ab und gibt einen Ausblick auf die Zukunft.
M-Commerce, LBS, Location-Based Services, stationärer Einzelhandel, Time-Geography, Mobilkommunikation, Geoinformationen, Raum-Zeit-Prisma, Affordanz, UBIQUITOUS COMPUTING, Kundenansprache, Marktsegmentierung, Mobilitätstypen, M-Business, Informationsasymmetrie
Die Arbeit analysiert die Nachfrage nach mobilkommunikativen, lokalräumlichen Informationen im stationären Einzelhandel und untersucht, wie diese Informationen den individuellen Tagesablauf von Konsumenten beeinflussen können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Wirtschaftsgeographie, Informatik (LBS, Geodaten, GIS) und Betriebswirtschaft (M-Commerce, Marketing), eingebettet in die Theorie der Time-Geography.
Ziel ist es, erfolgsversprechende LBS-Anwendungen für den stationären Einzelhandel darzustellen und aufzuzeigen, wie diese das räumliche Handeln und Einkaufsverhalten der Nutzer verändern können.
Es wurde ein empirisch-quantitativer Forschungsansatz gewählt, der auf zwei großen Passantenbefragungen (Ringfest Köln 2003, Stadt Aachen 2004) basiert, ergänzt durch eine theoretische Analyse.
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen (Lokalisierung, Mobilfunkstandards), wirtschaftliche Aspekte (Wettbewerbspotenziale im Handel) und die theoretische Fundierung durch das Konzept der Affordanzen und der Time-Geography.
Zentrale Begriffe sind Mobile Commerce, Location-Based Services (LBS), Spatial Content, Ubiquitous Computing und die Erweiterung der klassischen Time-Geography um eine virtuelle Dimension.
Die Time-Geography nach Hägerstrand dient als theoretisches Gerüst, um zu verstehen, wie räumliche und zeitliche Beschränkungen durch neue Kommunikationstechnologien (wie LBS) in einer vernetzten Gesellschaft aufgelöst oder verschoben werden.
Die Untersuchung zeigt, dass insbesondere jüngere, technikaffine Männer in der Altersgruppe 15-24 die Zielgruppe für LBS bilden, während ältere Gruppen aufgrund geringerer Technikaffinität und anderer Nutzungsroutinen (z.B. physisches Einkaufserlebnis) stärkere Barrieren aufweisen.
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